Homeserver 35: Fang den Podcast!

Seit einiger Zeit nun quäle ich mich mit diesem blöden Podcatcher unter Windows ab. Ich benutze den Juice Podcast Downloader, der früher, ich glaube iPodder hieß. Aber seit einiger Zeit nun will er einige Podcasts nicht mehr runterladen. Darunter ist zum Beispiel auch der Podcast c’t Uplink.

Erst ein Hinweis aus der Mailingliste, „Du hast doch einen Server, lass den das doch machen“, hat das Problem gelöst. Manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen … Naja, ihr kennt den Spruch sicher zu genüge. Wie auch immer, dieser Vorschlag enthielt auch gleich ein konkretes Linux-Paket, welches ich jetzt einsetze, und welches extrem einfach zu konfigurieren war.

Installation

Das ist, wie bei bisher allen Paketen, der gleiche Schritt. Meldet euch am Server per SSH an und gebt folgenden Befehl ein:

sudo apt-get install podget

Das war’s schon, sehr viel mehr ist da gar nicht zu machen. Nur noch konfigurieren, aber dazu kommen wir gleich.

Ziel der Podcasts

Irgendwo müssen die Podcasts ja hin. Und ich habe auf meinem RAID einen Ordner Namens Audio. Hierunter lege ich ein Verzeichnis Namens Podcasts an. Das könnte ich über SSH machen, aber da mein RAID auch als Netzlaufwerk an meinem Windows-PC eingebunden ist, mache ich es der Einfachheit halber hierüber.

In diesen Ordner werden später die ganzen Podcast-Episoden heruntergeladen. Zum Einen kann ich so mit meinem Kodi Mediacenter drauf zugreifen, mit meinem Mac per robocopy synchronisieren, und zum Anderen könnte ich sie über iTunes mit meinem iPhone synchronisieren.

Podget konfigurieren

Nun muss aber noch podget konfiguriert werden. Und damit podget seine Konfigurationsdateien erstellt, müsst ihr es per Hand starten. Hierzu gebt ihr einfach den Befehl „podget“ im SSH-Terminal ein.

Podget beginnt sofort damit, Episoden des Linux-Link Podcasts herunterzuladen. Hier drücke ich CTRL+C, dann wird der Download unterbrochen. Ich möchte den Podcast nicht, daher werde ich alles bisher heruntergeladene auch wieder löschen.

Podget hat im Home-Verzeichnis jetzt zwei Ordner angelegt, POD und .podget. Der Ordner POD enthält die heruntergeladenen Episoden, den lösche ich. im Ordner .podget liegen nun zwei Konfigurationsdateien, die wir jetzt editieren möchten:

nano .podget/podgetrc

Vieles, was hier drin ist, könnt ihr nach eigenen Vorlieben einstellen. Die Standardwerte hingegen sind schon sehr brauchbar gesetzt. Ich habe nur zwei Werte geändert:

  • DIR_LIBRARY: Hier legt man fest, wo die Podcasts hin sollen. Bei mir lautet die Zeile daher: „DIR_LIBRARY=/raid1/daten/Audio/Podcasts“, natürlich ohne die Anführungsstriche.
  • NO_PLAYLIST: Diese Option findet ihr weiter unten. Podget erstellt Playlists für die heruntergeladenen Episoden. Das möchte ich nicht, daher habe ich das umgestellt: „NO_PLAYLIST=1“. Standardmäßig steht es auf 0.

Alle anderen Werte könnt ihr anders einstellen, die Standardeinstellungen sind aber schon ziemlich sinnvoll. Noch mit CTRLX speichern und beenden.

Nun müssen wir ja noch festlegen, welche Podcasts es nun zu downloaden gilt. Auch hierfür editieren wir eine Datei:

nano .podget/serverlist

Da steht erst mal viel Erklärung drin, wie die Podcasts eingetragen werden können. Könnt ihr erst mal überspringen. Ganz unten ist der Eintrag für den Linux-Link-Podcast, den könnt ihr behalten, wenn ihr möchtet, ich habe ihn gelöscht.

Die Einträge sind denkbar einfach. Ein Podcast-Eintrag besteht aus drei Elementen, der URL, einer Kategorie die nur aus einem Wort bestehen darf und dem Namen des Podcasts.

Die Kategorie ist sehr interessant, da ihr so festlegen könnt, welche Podcasts in welche Unterordner kommen. Hier mal 2 Beispiele:

http://www.tuksub.de/?feed=podcast Kommunikation TuKSuB Podcast
http://www.heise.de/ct/uplink/ctuplink.rss IT c't Uplink

Jetzt passiert folgendes: Im Ordner Podcasts wird ein Unterordner Kommunikation erstellt, in dem dann der Unterordner TuKSuB Podcast erstellt wird. Und ein Ordner IT, in dem dann der Unterordner c’t Uplink erstellt wird. So könnt ihr die Podcasts prima thematisch gruppieren.

Besondere Ordner

Im Ordner Podcasts befindet sich nun auch ein Ordner Namens .LOG. Hierin befinden sich zwei Dateien, done und errors.

Jede erfolgreich heruntergeladene Episode wird in die Datei done geschrieben. Belasst sie dort, sonst wird sie erneut heruntergeladen. Steht eine Episode also dort, wird sie beim nächsten Start von podget nicht erneut heruntergeladen. Andererseits, wollt ihr eine Episode erneut herunterladen, weil sie aus Versehen gelöscht wurde, so müsst ihr dessen Eintrag aus dieser Datei entfernen.

Jeder fehlgeschlagene Download wird in der Datei errors eingetragen. Wenn es ein temporäres Problem ist, so lasst es einfach dort stehen. Wenn die Datei zwar noch im Feed steht, die tatsächliche Datei aber nicht mehr verfügbar ist, so könnt ihr verhindern, dass podget sie immer wieder zu downloaden versucht. Kopiert die Zeile aus errors einfach in die Datei done. Die Reihenfolge spielt keine Rolle, Hauptsache die URL zur Datei ist in der done-Datei gespeichert.

Diese Dateien sind selbstverständlich noch leer. Wenn ihr jetzt also podget startet, so wird alles heruntergeladen, was verfügbar ist. Macht das ruhig, all diese URLs per Hand in die Datei done einzutragen, ist viel zu umständlich und fehleranfällig. Startet podget also, nachdem ihr alle eure Podcasts in die serverlist eingetragen habt, ein mal per Hand und lasst es durchlaufen. Später könnt ihr dann die Episoden löschen, die ihr nicht behalten wollt.

Regelmäßiges Ausführen

Natürlich wollt ihr, dass eure Podcasts regelmäßig abgerufen werden. Das müsst ihr auch nicht selbst tun, das kann Linux prima auch ganz alleine! 🙂 Alles, was es dazu braucht, ist ein Cron-Job.

Auf dem Server habe ich es mir angewöhnt, alle Cron-Jobs in die systemweite Cron-Datei einzutragen. Ich habe einfach keine Lust, mich mit zwei oder mehr Crontabs herumzuschlagen. Daher mache ich es mir einfach. Trotzdem ist es wichtig, dass podget im Benutzerkontext gestartet wird, in meinem Falle also als kamil. Und so sieht mein Eintrag aus. Öffnet die crontab-Datei:

sudo nano /etc/crontab

Fügt ganz am Ende, aber noch oberhalb des abschließenden Nummernzeichens „#“, folgende Zeile ein:

10 0    * * *   kamil   /usr/bin/podget -s

Podget wird also jeden Tag um 00:10 Uhr im Silent-Modus aufgerufen. Der Silent-Modus ist halt dafür da, weil ja keiner vor dem Monitor sitzt und zuguckt, also braucht Podget auch keine Ausgaben auf den Monitor auszugeben.

Es ist wichtig, dass podget im Kontext vom Benutzer kamil ausgeführt wird, weil ja die Konfiguration von podget im Home-Verzeichnis von kamil liegt. Vielleicht gibt es für podget sogar einen Parameter, um das zu umschiffen, aber ich fand das als die einfachste Lösung.

Fazit

Die Einrichtung hat mich nicht mal ganz eine halbe Stunde gekostet. Der Download der Episoden läuft bisher prima. auch der problematische Download des Podcasts c’t Uplink geht jetzt wieder reibungslos! Falls ihr also so einen Homeserver betreibt, lasst ihn doch die Arbeit machen. Dafür steht er schließlich da rum und verbraucht Strom! 🙂

Podcast Nr. 86: OrCam MyEye, Sehen mal anders…

Die OrCam MyEye ist ein Kamerasystem, welches z. B. blinden und sehbehinderten Menschen hilft, Texte zu lesen, Produkte und Geldscheine zu erkennen. Es handelt sich hierbei um ein kleines Gerät zur Bedienung und eine kleine Kamera, welche an einer Brille befestigt wird.

Dani Grießbauer hatte so eine OrCam MyEye zum Testen, und in diesem Podcast stellt sie die Möglichkeiten dieses Hilfsmittels vor.

Download

 

Review Plantronics Backbeat Pro: Drei Wochen Türkeiurlaub

Ich habe mir vor einer Weile den Plantronics Backbeat Pro Kopfhörer mit Active Noise Cancelling gekauft. Jetzt war ich im August für 3 Wochen im Urlaub und möchte euch kurz meine Erfahrungen mit dem Kopfhörer schildern.

Der Backbeat Pro ist nicht gerade billig, daher habe ich im Vorfeld eine Menge Reviews dazu durchgelesen. Als ich ihn im Januar gekauft hatte, hat er mich 169,- € gekostet. Und so eine Investition will gut überlegt sein. Da aber alle Reviews positiv waren, und mir Plantronics als Headset-Hersteller gut bekannt ist, habe ich die Investition gewagt.

Design

Das Design des Kopfhörers gefällt mir ausgesprochen gut. Es handelt sich hierbei um einen ohrumschließenden Kopfhörer, wodurch die Muscheln natürlich etwas größer sind.

Die Muscheln sind mit einem Kunstlederbezug überzogen und sehr weich. Sie umschließen die Ohren völlig, üben aber kaum Druck aus, wie man das durchaus von anderen ohrumschließenden Kopfhörern kennt. Der Kopfbügel ist verstellbar, mit Stoff überzogen und ebenfalls gepolstert.

Zwar hat der Kopfhörer ein gewisses Gewicht, hat man den Kopfbügel aber richtig auf die Kopfgröße eingestellt, merkt man ihn kaum noch. Auch nach längerem Tragen wird der Kopfhörer nicht unangenehm. Das Material auf den Ohrmuscheln wird auch nicht unangenehm, wenn man selbst größerer Hitze ausgesetzt ist, wie z. B. auf einer Terrasse in der Türkei. 🙂 Ich hatte ja so meine Sorgen, dass evtl. Schweißentwicklung das Ding unangenehm werden lassen würde, dem war aber in keinster Weise so.

Beim Transport gibt es dann aber Minuspunkte. Er lässt sich nicht klein zusammenfalten. Die Ohrmuscheln lassen sich nach innen verdrehen, so dass man den Kopfhörer um den Nacken tragen kann und die Ohrmuscheln auf den Schlüsselbeinen zum Liegen kommen. Kleiner wird er leider nicht.

Bedienung

Auch die Bedienung finde ich sehr gut durchdacht. Als Blinder kann man die rechte von der linken Ohrmuschel ganz einfach erkennen. Die Anschlüsse zum Laden und für ein Audiokabel befinden sich an der linken Muschel.

Auf der linken Muschel befindet sich ein riesiger runder Knopf, der ist für Play/Pause. Ein geriffelter Ring um die Muschel ist dafür da, Titel vor- und zurückzuschalten, oder innerhalb eines Titels zu spulen. Am hinteren Teil der Muschel befindet sich ein Schiebeschalter, mit dem das Noise Cancelling ein- und ausgeschaltet werden kann. Unten an der Muschel sind die Anschlüsse.

An der rechten Muschel befindet sich ebenfalls ein riesiger Knopf, der ist zum Annehmen von Telefonaten. Der Ring an dieser Muschel ist für die Lautstärke. Hinten an der Muschel ist der Schiebeschalter zum Einschalten. Unten an der Muschel ist ein kleiner Knopf, mit dem sich die Außenmikrofone einschalten lassen, so dass man ein Gespräch mit dem Sitznachbarn oder dem Zugpersonal führen kann, ohne den Kopfhörer abzunehmen. Während eines Telefonats ist das der Stummschalter.

Noise Cancelling

Ich habe keine Vergleichswerte, da dieser Kopfhörer mein erster ist, der ANC kann, daher kann ich auch nicht sagen, ob dieser hier besser oder schlechter ist als ein Modell eines anderen Herstellers. Ich kann nur beschreiben, wie ich das ANC wahrgenommen habe.

Beim Einschalten des ANC fällt sofort auf, tiefe Frequenzen werden hervorragend ausgeblendet. Ohne ANC höre ich störend mein eigenes Atmen, was sofort vollständig weg ist, wenn ich ANC einschalte.

Bei einer Busfahrt waren die tiefen Motorgeräusche fast komplett weg, einige Mitten und fast alle Höhen waren aber noch hörbar. Allerdings durch das ohrumschließende Design der Muscheln war auch das extrem in den Hintergrund gerückt.

Auf dem Flug war deutlich zu hören, dass die tieferen Triebwerksvibrationen ausgeblendet wurden. Auch die Muscheln haben fast den ganzen Rest gedämpft, so dass nur noch ein Geräusch zu hören war, dass man bestenfalls als etwas lautere Lüftung beschreiben kann. Macht man jetzt noch Musik in etwa Sprechlautstärke an, ist der Flieger gar nicht mehr zu hören.

Besonders lästig auf der besagten Terrasse in der Türkei war die Rasensprenganlage. Das Ding hat echt genervt! Aber mit dem Kopfhörer und ANC war auch das Geräusch fast komplett weg. Obwohl hier viel mehr höhere Frequenzen eine Rolle gespielt haben, konnte der Kopfhörer viele davon ausblenden. Und auch hier, mit moderat leiser Musik war auch das Geräusch völlig weg.

Persönlich empfinde ich das schon als beträchtlichen Vorteil gegenüber anderen Kopfhörern ohne ANC. Aber wie ich schon sagte, ich habe keine Vergleichswerte. Und ursprünglich ging es mir beim Kauf dieses Kopfhörers nur zweitrangig um das ANC, aber man bekommt ja heute kaum noch Bluetooth-Kopfhörer der gehobeneren Qualität ohne ANC.

Klangqualität

Soll das ein Scherz sein? 🙁 Verlässt man sich hier vollständig auf die Reviews, fällt man unweigerlich auf die …, wenn man jetzt gehobene oder sogar überragende Klangqualität erwartet.

Nun möchte ich ja nicht behaupten, die anderen Reviewer hätten Tomaten auf den Ohren. Aber bei 12 oder 15 Reviews, die ich gelesen habe, hat nur einer in einem Nebensatz erwähnt, dass der Klang nicht so toll wäre. Auch ein Heise-Autor hat bei einem Test von Kopfhörern mit ANC kurz erwähnt, der Klang sei jetzt nicht so toll. Da das aber nur 2 Meinungen waren, ging ich davon aus, es handelt sich hierbei um subjektive Meinungen. Aber wer wahrscheinlich überwiegend diese kompressorvergewaltigte Krachorgie hört, die manche „Musik“ nennen, dem wird vielleicht wirklich nicht auffallen, wo die Schwächen dieses Kopfhörers liegen.

Genau genommen hat der Kopfhörer 3 wesentliche Probleme, die ich hier im Einzelnen mal aufführen möchte. Obwohl ich betonen möchte, dass ich kein perfektes Gehör habe, und andere das durchaus anders empfinden können, finde ich doch, dass es sehr auffällig ist.

  • Mitten sind falsch. Die Bässe und Höhen gefallen mir bei diesem Kopfhörer echt gut. Aber die Mitten stimmen einfach nicht. Bei ausgeschaltetem ANC sind die Mitten zu gering, bei eingeschaltetem ANC sind die Mitten zu viel. Nur, wenn man die Elektronik des Kopfhörers komplett abschaltet und über das mitgelieferte 3,5 mm Klinkenkabel hört, ist der Klang geradezu optimal. Aber das ist ja irgendwo nicht Sinn und Zweck der Übung.
  • Loudness-Funktion oder Dynamikbegrenzer? Hört man ein Stück, dass über die gesamte Länge gleichmäßig laut ist, wird einem nichts auffallen. Hört man diese Loudness-Gruseligkeit, die manchmal so im Radio läuft, schon mal gar nicht. Aber hört man Musik, in der es öfter mal zu leiseren Passagen kommt, Klassik, manche Rock-Stücke, …, so wird in den leisen Passagen die Lautstärke angehoben. Setzt bei einem Rock-Stück dann der Rest wieder ein, so ist für den Bruchteil einer Sekunde das Ganze viel zu laut. Man hört also deutlich ein Lautstärkepumpen, bis sich der Kopfhörer wieder eingeregelt hat. Auch das ist, nutzt man das Kabel, nicht vorhanden.
  • Bässe sind bei eingeschaltetem ANC schwächer. Bei ausgeschaltetem ANC sind sie perfekt, ob nun mit oder ohne Kabel, aber bei eingeschaltetem ANC sind sie in Verbindung mit den überzogenen Höhen zu schwach.

Ich hatte den Support angeschrieben, weil ich diese Probleme, weil sie ja in der Software liegen, für lösbar halte. Ein paar Parameter anders eingestellt, und der Kopfhörer wäre mit einem Softwareupdate perfekt. Dass er es rein technisch kann merkt man ja, wenn man ihn ohne Elektronik direkt am Kabel betreibt. Aber außer einer bitte für eine genauere Beschreibung kam da nix mehr. Auch kein Softwareupdate.

Ich kann es nicht leiden, wenn mir ein Kopfhörer vorschreibt, welche Art Musik ich zu hören habe. Ich habe auch keinen Bock, 5 Kopfhörer für meine unterschiedlichen Wünsche mitzunehmen. Ich möchte, dass ein Kopfhörer einen möglichst neutralen klang hat, so dass ich, wenn ich das denn will, meine Klangpräferenzen mit einem Equalizer nachregeln kann. Will ich eine Bassorgie, dann schiebe ich halt die entsprechenden Regler hoch. Aber ich will halt nicht, dass der Kopfhörer hier eine Vorauswahl trifft. Plantronics, manchmal ist weniger mehr…

Ach und übrigens: Die Updater-Software ist für Blinde nicht bedienbar. Jedenfalls nicht mit Jaws. Da macht Sennheiser z. B. einen besseren Job.

Fazit

Wer überwiegend Techno und Trance hört, oder auch das, was so mainstream im Radio läuft, dürfte mit dem Kopfhörer keine schlechte Wahl treffen. Das ANC z. B. funktioniert gut, so weit ich das halt ohne Vergleichswerte sagen kann. Daher, seine aktuell bei Amazon gesehenen 139 €, ist er schon wert.

Wer aber in Sachen Musik etwas anspruchsvoller ist, könnte enttäuscht sein. Daher, testet den Hörer mit eurer Musik ausgiebig und entscheidet dann, ob ihr ihn behalten wollt.

Würde ich mir den Kopfhörer nochmal kaufen? Wohl eher nicht. Will ich ihn jetzt loswerden? Naja, wohl auch nicht. Denn die Soundprobleme sind zwar da, aber nicht zu dominant. Die Sache mit dem Lautstärke-Pumpen z. B. ist mir relativ spät aufgefallen. Man hört es halt nicht bei jedem Stück so deutlich. Aber es stört mich, da es mir halt auffällt. Auch die zu deutlichen Mitten bei eingeschaltetem ANC stören mich, aber sie sind nicht zu extrem.

Wären mir diese Probleme schnell aufgefallen, hätte ich das Ding wohl zurückgeschickt. Aber zum einen macht sich das erst nach einer Weile des Hörens bemerkbar, und zum anderen fallen manche Dinge erst bei bestimmten Titeln auf. Daher habe ich mir jetzt eine Test-Playlist erstellt, die ein evtl. neuer Kopfhörer bestehen müsste.

Noch behalte ich den Backbeat Pro, aber irgendwann wird mich das wohl zu sehr nerven, so dass ich mir wahrscheinlich dann doch recht plötzlich einen neuen Kopfhörer kaufen werde. So was kann bei mir durchaus schnell gehen, wenn mich das Teil zu sehr annervt. Wirklich rundum glücklich bin ich damit jedenfalls nicht.

Fehlerhafter iTunes-Kauf und hilfloser Apple Support

Ja, endlich! Neue Folgen vom Gruselkabinett! Sturm auf iTunes und heruntergeladen, die Folgen! Tja, das dachte ich mir auch nur so, denn iTunes hatte vor, seinen Spaß mit mir zu haben…

Freitags ist Hörspielfreitag, außer für John Sinclair, der will lieber Donnerstags gekauft werden… 🙂 Also las ich, dass am 15.07. die Folgen 110 und 111 des Gruselkabinetts rauskommen. Und weil das ja so schön schnell und bequem geht, kaufe ich meine Hörspiele, so es denn geht, bei iTunes. Es gibt aber auch welche, die kriege ich darüber nicht, aber das soll mal jetzt nicht das Thema sein.

Ich gehe also über die Suche bei iTunes und gebe „Gruselkabinett“ ein. Die Folgen kosten jeweils 5,99 €, was ich für einen absolut guten Preis halte. Ich kaufe also Folge 110 und wundere mich schon, warum der Dreiklang so schnell kommt. Klar, ich habe eine 50-MBit-Leitung, aber das war dann doch etwas zu schnell. OK, denke ich, gucke ich später nach, jetzt erst mal noch Folge 111 gekauft. Und hier dauerte es dann tatsächlich gewohnt lange, bis der Dreiklang kam.

Als ich dann nachgesehen hatte, fand ich heraus, dass Folge 111 mit 13 Tracks tatsächlich vollständig geladen wurde. Aber Folge 110 war unvollständig. Hier wurden nur die Tracks 3, 4, 12 und 13 geladen, die restlichen Tracks fehlten. Auch diese Folge besteht normal aus 13 Tracks.

Naja, dachte ich, wird wohl beim Download was schiefgegangen sein, wird schon nicht so schlimm sein. Also löschte ich die Folge aus der iTunes-Mediathek, um sie aus der Cloud erneut zu laden. Und was sehe ich da? Auch in der Cloud sind nur diese 4 Tracks.

Aber ich gerate immer noch nicht in Panik, denn es gibt ja noch die Möglichkeit, über den Menüpunkt „Käufe“ zu gehen. Also lösche ich das Album erneut aus der Mediathek, und gehe in den Bereich getätigter Käufe. Dort finde ich das Album und betätige die Schaltfläche „Laden“. Auch jetzt, der Ton für den Dreiklang kommt viel zu früh, und als ich nachsehe, finde ich wieder nur diese 4 Tracks.

So langsam werde ich dann doch ungehalten und suche auf der Webseite von Apple nach einer Supportmöglichkeit. Ich finde auch eine und schildere mein Problem per Mail. Ich mache so was lieber per Mail, weil ich so die Möglichkeit habe, alles genau auszuformulieren und zu schildern. Besonders die Dinge zu schildern, die ich schon unternommen habe, damit der Support mich diese Dinge nicht erneut durchführen lässt. Nun, bis Montag kam vom Apple Support keine Antwort.

Am Montag war ich dann schon leicht angesäuert, also rief ich dann doch über die Rückruffunktion den Apple Support für iTunes an. Ein völlig enthusiastischer Support-Mitarbeiter, nennen wir ihn mal Captain Obvious, warum, seht ihr gleich noch, jodelte mir sogleich fröhlich ins Ohr.

Ich sagte also:

Also ich habe da ein Problem mit einem gekauften Album.

Worauf Captain Obvious antwortet:

Ah, sie haben also ein Problem mit einem gekauften Album! Welches Album denn?

Ich nenne ihm den Namen:

Das ist das Gruselkabinett Folge 110, Der Drachenspiegel.

Worauf Captain Obvious fröhlich jodelt:

Aha, es handelt sich also um das Hörspiel Gruselkabinett Folge 110, Der Drachenspiegel.

So, und jetzt wisst ihr auch, warum ich ihn Captain Obvious genannt habe. Ich verzichte dann also weiterhin, die teils dämlichen Dialoge vollständig wiederzugeben.

Zunächst einmal gelang es mir nicht, ihm die Sache zu schildern. Er kam immer, wie eine falsch programmierte Schleife, auf die gleichen Punkte zurück, Cloud laden, Käufe suchen… Bis es mir dann zu bunt wurde und ich dann auch tatsächlich etwas lauter wurde. Ganz plötzlich kam ihm die Idee, er könne ja mal in meine Daten gucken. Wahnsinn, dachte ich, Captain Obvious ist wieder im Dienst!

Da wird ihm tatsächlich klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmen kann. Denn auch er sieht, dass zwar alle 13 Tracks als gekauft gekennzeichnet sind, aber tatsächlich nur diese 4 Tracks meiner Apple ID zugeordnet sind. Also sagt er:

Ich bin ja auch jemand, der haben will, wofür er gezahlt hat, genau wie Sie auch, also kontaktiere ich mal meinen Vorgesetzten!

Mir lag echt auf der Zunge, zu sagen, „Wahnsinn! Sie sind tatsächlich auch einer von denen, die eine Gegenleistung für Ihr Geld haben wollen? Boa, ich dachte schon, Sie wären nicht so einer!“. Aber ich konnte mich gerade noch so zurückhalten und habe einfach nur „Mhm“ gesagt…

Nun wartete ich so um die 8 Minuten und hörte mir eine ätzend schröggelige Warteschleifenmusik an. Dann kam er wieder, und seine Vorgesetzte war ebenfalls mit in der Leitung. Nun hat die Frau sich sichtlich Mühe gegeben, das Problem zu verstehen, aber dank ihrem nicht wirklich vorhandenen Deutsch gelang es mir eigentlich kaum, sie zu verstehen…

Jedenfalls äußerte die Dame den Verdacht, der Distributor könnte die Folge evtl. fehlerhaft hochgeladen haben. Sie wollte sich also schnell drum kümmern und sich an mich wenden.

Nun ist es Donnerstag, und ich habe immer noch nichts gehört. Also habe ich wieder über die Rückruffunktion angerufen und wurde vertröstet, es würde sich drum gekümmert. Aber ganz ehrlich, ich hatte nicht den Eindruck. Und eigentlich war ich des Affentheaters auch Leid!

Kurz nach dem Telefonat habe ich über die Funktion „Ein Problem melden“ aus der Rechnungs-Mail den Kauf storniert. Kurz drauf erhielt ich auch schon die Gutschriftsbestätigung.

Als Ergebnis muss ich sagen, dass mein Vertrauen in den Kauf digitaler Medien nachhaltig zerstört ist. Klar, Fehler passieren. Ein Datenbankzugriff im falschen Moment, ein Speicherfehler, ein Programmabsturz, und etwas gerät durcheinander. Alles kein Thema. Aber die Qualität zeigt sich dann, wenn es darum geht, mit dem Fehler umzugehen. Und hier hat Apple keinen guten Job gemacht.

Ich bin mir sicher, dass solche Fehler äußerst selten vorkommen, wenn überhaupt. Aber wenn es dann dazu kommt, erwarte ich, für mein gezahltes Geld auch das gezahlte Produkt zu bekommen. Ich hätte also erwartet, dass man dem auf den Grund geht, was da schiefgelaufen sein könnte. Denn der Fehler war ja auch für die Apple-Mitarbeiter nachvollziehbar. Stattdessen werde ich knapp eine Woche hingehalten.

Ich weiß noch nicht, ob ich jemals wieder ohne Misstrauen bei iTunes einkaufen kann. Wahrscheinlich eher nicht. Wahrscheinlich ist eher, dass ich den Kauf sofort storniere, wenn es auch nur den klitzekleinsten Schluckauf gibt, weil ich diese Support-Odyssee ganz sicher nicht noch einmal mitmachen werde. Aber was immer die da in ihren Kaffee tun, um so enthusiastisch zu sein, ich hätte gern auch ein oder zwei Säckchen davon!

Und Apple will Zahlungsdienstleister werden?! Auf absolut gar keinem Fall mit mir! Nicht, bevor Apple bezüglich der Sicherheit und evtl. auftretender Fehler ganz deutliche und unmissverständliche Garantien macht! Wie gesagt, mein Vertrauen ist nachhaltig zerstört. Bis ich das wieder entwickeln kann, muss Apple einiges vorlegen!

Nochmal: Vielleicht bin ich der einzige, dem so was passiert ist. Vielleicht passiert es auch nie wieder, weil die Umstände an dem Tag vielleicht einfach Mist waren. Aber so lange Apple das nicht sagt und klar macht, was da schiefgelaufen ist, traue ich dem Braten einfach nicht. Denn solange ich das Gefühl habe, dass Apple gar nicht verstehen will, wo das Problem hier lag, um es zukünftig zu vermeiden, muss man immer wieder damit rechnen.

Dies ist meine persönliche Erfahrung mit dem iTunes Store und dem Apple Support. Andere mögen andere Erfahrungen gemacht haben. Daher betrachtet das auch bitte als meine persönliche Meinung und keine generelle Darstellung.

Update vom 25.07.

Heute bekam ich dann eine Mail vom iTunes Support, ich könne den Artikel nun laden, die Techniker hätten das Problem behoben. Dann fiel der Dame doch noch auf, dass ich den Artikel ja storniert hätte.

Auf meine Ausführungen, dass ich jetzt seit 10 Tagen auf eine Lösung warte und keine Nachricht bekomme, ob und wie der Stand ist, bekam ich nur die Antwort, man müsse ja auf den Distributor warten. Er müsse ja die Dateien liefern. Sie versteift sich weiter darauf, dass der Hersteller die Dateien nicht vollständig hochgeladen hat.

Und hier zweifele ich wirklich an den Fähigkeiten des Supports. Ich habe eben vor dem Editieren dieses Artikels mal gegoogled, ob es noch Andere gibt, die das Problem haben. Kann das sein? Kann es wirklich sein, dass ich der Einzige bin, der das Gruselkabinett 110 per iTunes gekauft hat? Denn wenn wirklich der Distributor Schuld gewesen wäre, hätten alle Käufer das Problem gehabt, und dann wäre das Netz voll von Beschwerden! Daher zweifele ich diese Version der Geschichte stark an.

Dies ist für mich noch ein Beweis, dass mein Vertrauen in Apple und iTunes fehl am Platze war. Und auch als Zahlungsdienstleister mit Apple Pay, wie soll das denn laufen? Ist bei einer Abbuchung von 500 € statt 50 € dann der Hersteller des Kassenterminals schuld? Auch dann, wenn der Betrag bei mir auf dem Display und bei dem Kassierer richtig angezeigt wurde, aber die Datenbank einen Schluckauf hatte? Nein, mein Vertrauen ist erst mal futsch! So viel Geld habe ich nicht, dass ich das riskieren könnte.

In Zukunft werde ich halt gar nicht mehr bei iTunes kaufen, sofern es geht. Ist ja nicht so, als gäbe es keine Alternativen. Sollte ich es später doch noch mal mit iTunes probieren, werde ich extrem misstrauisch sein. Sollte beim Download etwas schiefgehen, und das Laden aus der Cloud bringt keine Abhilfe, wird sofort storniert.

Traurig, aber vom Apple Support hätte ich schon etwas mehr erwartet. Selbst ein ehrliches „Keine Ahnung“ hätte ich problemlos akzeptiert. Aber dieses aus der Luft Greifen ist doch etwas hinterhältig. Denn, so habe ich das jedenfalls empfunden, sollte mein Zorn von Apple weg auf Titania Medien gelenkt werden. Und das ist beim besten Willen nicht die feine Englische.

Telekom VDSL-Anschluss Langsam? Eine mögliche Lösung

Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber mit der Zeit hat es mich wirklich geärgert!

Seit Januar habe ich einen VDSL-Anschluss bei der Telekom. Zwar laufen die Downloads schnell, bei mir kommen tatsächlich die ganzen 50 Mbits auch an, aber Webseiten bauen sich elend langsam auf. Selbst mit meiner 16000er Leitung früher bei Alice ging das oft schneller. Zwar spukte für eine Sekunde der Begriff „DNS-Server“ durch meine Gedanken, war aber auch eben gedankenschnell wieder entschwunden.

Eine geraume Zeit habe ich es hingenommen. Jedoch wurde es immer lästiger. Zwar nicht schlimmer, aber es nervte mich jedes mal immer ein wenig mehr. Ich war schon drauf und dran die Störungsstelle anzurufen. Aber was melde ich denen denn für eine Störung? Es ist ja nix offensichtlich kaputt, es nervt nur, und das würde irgendwie nicht reichen, dachte ich, und habe es gelassen.

Beim unmotivierten Eintippen von Suchbegriffen in die Suchmaschine tauchten dann immer mehr Berichte darüber auf, dass es evtl. Probleme mit den DNS-Servern der Telekom geben könnte. Nun, vor ein paar Monaten geisterte der Begriff schon mal durch meine Gedanken, habe ihn aber nicht weiter verfolgt. Diesmal jedoch wollte ich es genauer wissen und habe das Thema ausführlicher durchgelesen.

Ich wollte nun also wissen, ob die Telekom-DNS-Server langsam sind, und wenn ja, welche schneller sein könnten. Ich habe ein Programm benutzt, namebench, welches die DNS-Server einzeln anfragt und deren Antwortzeiten misst. Ich verlinke das Programm absichtlich nicht. Zum Einen wird es nicht mehr weiterentwickelt, zum Anderen sind die Ergebnisse mehrerer Durchläufe inkonsistent und schwer zu interpretieren. Daher habe ich es gelassen, mich auf die Ergebnisse dieses Programms zu verlassen. Wer es ausprobieren will, die Suchmaschine eures Vertrauens spuckt sicher Download-Links aus…

Einfach mal zum Testen, und weil mir auch gerade keine anderen öffentlichen DNS-Server bekannt waren, habe ich den DNS-Server in meiner Fritz!Box auf die Adressen von Google geändert. Nach dem Trennen und Neuaufbau der Verbindung kam dann der große Aha-Effekt! Die Seiten bauten sich plötzlich rasend schnell auf, AppStore-Downloads starteten nicht erst in 10 sondern schon nach 3 Sekunden, und insgesamt fühlt sich das Surfen nun wesentlich schneller und flüssiger an. Gerade Seiten, die viele externe Elemente nachladen müssen, sind viel schneller mit Laden fertig!

Gut, vielleicht sind die DNS-Server von Google nicht gerade die klügste Wahl. Aber besser als die der Telekom sind sie alle mal. Was mich wundert, denn ich wäre ja mal davon ausgegangen, dass die Telekom DNS-Server hat, die etwas performanter reagieren. Aber so kann man sich irren… 🙂 Später probiere ich es evtl. mit anderen, datenschutzmäßig weniger problematischeren Servern. Man weiß ja nie, ob Google die Abfragen irgendwo speichert…

Ändern der DNS-Server in der Fritz!Box

Damit die Änderungen sich auf alle Geräte im Haus bemerkbar machen, und man nicht jedes Gerät einzeln konfigurieren muss, bietet es sich an, diese Änderung im Router zu machen. Wie das in den Routern anderer Modelle funktioniert, kann ich nicht sagen. Ich habe eine Fritz!Box 7490, und für die kann ich den Weg beschreiben.

Öffnet die Fritz!Box-Oberfläche in eurem Browser, indem ihr in der Adresszeile die Adresse http://fritz.box eingebt.

Wählt aus dem Menü den Bereich „Internet“, und dort den Unterpunkt „Zugangsdaten“ aus. Nun sucht ihr den Menüpunkt „DNS-Server“, und wählt ihn aus.

Hier könnt ihr für IPv4 und IPv6 getrennt die Adressen der DNS-Server eintragen. Achtet bitte darauf, dass bei der Eingabe der IPv4-Adressen jeder Block ein eigenes Eingabefeld hat. Da eine IP-Adresse aus 4 Blöcken besteht, gebt also die Blöcke, die mit einem Punkt getrennt sind, jeweils in sein eigenes Eingabefeld ein. Für die IPv6-Adressen gilt das nicht.

Wählt also bei DNSv4-Server den Punkt „Andere DNSv4-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv4-Server“ gebt ihr die IP-Adresse 8.8.8.8 ein. Bei „Alternativer DNSv4-Server“ gebt ihr die Adresse 8.8.4.4 ein.

Bei DNSv6-Server wählt ihr ebenfalls „Anderen DNSv6-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8888 ein. Bei „Alternativer DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8844 ein.

Bei den IPv6-Adressen empfiehlt es sich, statt sie abzutippen, sie in die Zwischenablage zu kopieren und von dort einzufügen. IPv6-Adressen haben eine Menge Vorteile, Merkbarkeit gehört definitiv nicht dazu… 🙁

Nun klickt ihr noch auf „Übernehmen“, und eure Einstellungen sind gespeichert. Ihr könnt das jeder Zeit rückgängig machen, indem ihr in dieses Fenster zurückkehrt und entweder andere IP-Adressen eintragt, oder wieder den Punkt „Von Internetanbieter zugewiesene DNSvx-Server verwenden“ aktiviert.

Nun solltet ihr die Box neu starten. Ich habe es mal damit probiert, einfach nur die Verbindung neu aufbauen zu lassen, aber dann hat er fast immer die IPv6-Server als Standard-Server ausgewählt, und das macht das Internet evtl. auch noch mal langsamer. Der Neustart hat dafür gesorgt, dass er den IPv4-Server als Standard nutzt. Das könnt ihr jederzeit überprüfen, indem ihr im Menü auf „Internet“ und dort auf „Online-Monitor“ klickt. Hier könnt ihr die IP-Adresse eures Anschlusses und auch die zugewiesenen DNS-Server sehen.

Fazit

Ich hätte echt nicht gedacht, dass die Telekom der Flaschenhals ist. Aber die DNS-Server der Telekom sind wohl entweder überlastet oder zu klein dimensioniert. Zwar habe ich bei den Google-Servern etwas Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, ob die Anfragen hier irgendwo gespeichert werden, aber wenn ich mich deshalb jetzt verrückt mache, sollte ich den Internetanschluss vielleicht ganz trennen. Daher nehme ich es mal etwas lockerer und freue mich über jetzt schneller aufbauende Seiten!

Probiert es mal aus, vielleicht bringt es bei euch ja auch was. Und falls ihr weitere Ideen für alternative DNS-Server habt, die ebenfalls schnell sind, schreibt es mir einfach in die Kommentare. 🙂

Podcast Nr. 85: Bücher ausleihen mit der App der DZB

Dieser Podcast wurde freundlicherweise von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zur Verfügung gestellt. Weitere Podcasts der DZB findet ihr hier.


In diesem Podcast stellt Sandra die App der DZB vor, mit der ihr Bücher online suchen, ausleihen, streamen oder für das Hören unterwegs ohne Netzverbindung herunterladen könnt. Die Informationen, wie ihr euch Zugangsdaten hierfür besorgen könnt, werden hier auch erwähnt.

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Kann ich auf mein MacBook verzichten?

Für einen Tag habe ich mal komplett auf mein MacBook verzichtet. Ich wollte sehen, ob ich die Dinge, für die mein Mac mittlerweile selbstverständlich geworden ist, auch mit anderen Mitteln durchführen kann.

Der Grund für dieses Experiment ist schnell erklärt. Mein MacBook ist ein MacBook Pro von Ende 2011 und wurde von mir im Februar 2012 gekauft. Da das Gerät also schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, und der Akku so langsam anfängt, Schwächen zu zeigen, kam die Überlegung auf, evtl. ein neues Gerät zu kaufen. Hierbei habe ich aber noch einige Optionen:

  • Ich könnte in einem Apple Store einfach den Akku tauschen lassen. Das MacBook selbst ist ja in Ordnung und könnte so noch einige Zeit laufen.
  • Ich könnte ein aktuelles MacBook kaufen, welches Modell, muss sich dann ergeben.
  • Ich nehme ein Windows-Notebook.

Die Entscheidung hat noch Zeit, und getroffen habe ich sie auch noch nicht. Also wurde es mal Zeit zu überprüfen, ob der Mac noch immer lohnenswert für mich ist. Und das Ergebnis war für mich selbst überraschend, obwohl ich damit hätte rechnen können… 🙂

Ich habe hier einen großen Windows-Tower, der auch noch rege genutzt wird. Das liegt einfach daran, dass er einen wesentlich stärkeren Prozessor hat. Für TV-Sendungen, die ich aufgezeichnet habe und behalten möchte, benötige ich diesen. Der PC wandelt dann die doch recht großen TS-Dateien in handlichere MKV-Dateien um. Genau so verfahre ich auch mit diversen Camcorder-Aufnahmen, die ich selbst mache oder von der Familie bekomme. Dies würde auf dem MacBook zu lange dauern und diesen unnötig ewig blockieren.

Also habe ich meine Vorgehensweise mit diversen Arbeiten mit Mac OS X 10.11.4 und Windows 7 X64 verglichen. Windows 8 oder höher habe ich nicht, daher kann ich nicht sagen, wie es damit gelaufen wäre.

Twitter

Auf dem Mac nutze ich Yorufukurou als Twitter-Client. Der offizielle Client von Twitter soll aber auch immer zugänglicher werden. Mal sehen, vielleicht probiere ich den später mal aus.

Mit VoiceOver ist Yorufukurou, oder auch Night Owl, sehr gut bedienbar. Er unterstützt mehrere Accounts, man kann leicht zwischen den Ansichten wechseln und die Tweets lesen.

Für das Experiment habe ich Twitterific auf dem iPhone genutzt. Am Windows-Rechner habe ich zur Zeit keinen Client, obwohl es dazu auch bedienbare Clients geben soll. Aber so einen habe ich nicht, und die Webseite wollte ich nicht nutzen.

Twitterific ist an sich gut nutzbar. Aber was mich halt stört ist das Schreiben auf der virtuellen Tastatur. Das dauert mir, ehrlich gesagt, zu lang. Mit einer externen Bluetooth-Tastatur sähe das wohl anders aus, aber so macht es nur wenig Spaß! Vielleicht besorge ich mir ja bald mal eine.

RSS-Feeds

Um einen Überblick über die Nachrichtenlage und der Blogs zu haben, nutze ich seit einer Ewigkeit RSS. Am Mac nutze ich hierfür den Vienna-RSS Reader. Dieser ist mit VoiceOver hervorragend bedienbar und ist ähnlich aufgebaut wie viele Mailprogramme. Was ich besonders gerne nutze sind virtuelle Ordner. Hier fasse ich Gruppen von Ordnern zusammen. Zum Beispiel habe ich so alle Blogs und RSS-Feeds zusammengefasst, die ihre vollständigen Artikel im Feed posten. So kann ich diese alle markieren und, ähnlich einer Zeitung, vorlesen lassen.

Am PC nutze ich für RSS-Feeds Thunderbird. Auch dieser ist mit diversen Screen Readern bedienbar. Auch dieser macht keine Probleme. Allerdings fand ich während meines Experiments, dass Vienna doch etwas komfortabler zu bedienen war. Will ich z. B. den vollständigen Artikel in einem Browser öffnen, muss ich umständlich mit dem Jaws-Cursor den Original-Link suchen und einen Klick ausführen. Das ist umständlich und zeitraubend. Bei Vienna brauche ich auf dem entsprechenden Artikel nur auf Enter hauen. 🙂

Mail

Das vorinstallierte Mailprogramm in OS X ist bedienbar. Allerdings hat es, meiner Ansicht nach, einige Probleme. So sehe ich z. B. nicht, welche Ordner zu welchen IMAP-Accounts gehören, es verhält sich beim Weiterleiten und Antworten etwas umständlich und ich finde generell, dass das Handling des Programms schwerfällig ist. Gut, es funktioniert und ist bedienbar. Aber komfortabel geht anders. Ich weiß von kostenpflichtigen Programmen, die hier wohl einen besseren Job machen, aber das habe ich noch nicht probiert. Vielleicht lade ich mir mal eine Demoversion. Allerdings scheue ich mich davor, all meine Accounts erneut einrichten zu müssen.

Am PC nutze ich Thunderbird für Mail. Hier muss ich sagen, läuft es, wie ich es von einem Mailprogramm erwarte. Die Ordnerstruktur ist klar, alle Felder sind erreichbar und das ganze Handling entspricht dem, was ich seit nunmehr Jahrzehnten gewohnt bin. Leider ist Thunderbird auf dem Mac nicht mit VoiceOver bedienbar, sonst würde ich es auch dort nutzen.

Office

Nun, es gibt sie, die Office-Apps für den Mac. Pages, Numbers und Keynote. Ich finde das Arbeiten damit aber sehr umständlich. Mich stört zum einen, dass sie immer standardmäßig in ihrem eigenen proprietären Format speichern wollen und das nicht anders konfigurierbar ist, und das Exportieren in andere Formate ist denkbar umständlich. Man mag in Pages vielleicht einen einfachen Geschäftsbrief hinbekommen, aber wenn es mal komplexer werden soll, komme ich mit VoiceOver nicht wirklich weit. Es geht, irgendwie, aber sehr umständlich.

Unter Windows nutze ich Microsoft Office. Klar, teuer, aber was soll ich sagen, es funzt einfach! Geschäftsbriefe, Dokumente mit Inhaltsverzeichnis und Index, und auch recht komplexe Formatierungen kriege ich damit problemlos hin. Auch Excel ist kein Problem, wogegen ich mit Numbers unter Mac irgendwie nicht warm werde.

Es wurde mir schon gesagt, dass Office 2016 bereits mit VoiceOver kompatibel sei. Ich höre aber auch, dass dies noch nicht in dem Maße funktioniert, wie ich das unter Windows gewohnt bin. Vielleicht probiere ich es mal aus, wenn die Unterstützung von VoiceOver fortschritte macht.

Homebanking

Unter OS X nutze ich schon von Anfang an Bank X. Das Stück Software kann einfach alles, was ich von einer Banking-Software erwarte, inklusive Reports, die mir schnell und unkompliziert einen Überblick geben. Auch diese Software ist gut mit VoiceOver bedienbar. Das war am Anfang nicht so, aber mittlerweile hat sich da vieles sehr zum Guten gewandelt.

Unter Windows habe ich früher noch mit einer alten Version von Quicken gearbeitet. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist mir kein Programm bekannt, welches meinen Ansprüchen genügt. Es gibt da wohl Banking For W, oder wie das Teil jetzt heißt, aber auch hier, es muss kostenpflichtig ein Jaws-Script gekauft werden, damit es funktioniert. Kurz gesagt, wird an der Homebanking-Software was geändert, darf man evtl. noch die Scripte kostenpflichtig updaten. Das wäre mir dann doch zu viel Abhängigkeit.

Natürlich besteht diese Gefahr auch bei Bank X. Wenn die ihre Oberfläche ändern, könnte es auch mit VoiceOver zu Problemen kommen. Aber da der Support hier sogar in den jeweils neuen Versionen gut auf die Bedürfnisse von VO-Nutzern eingegangen ist, sehe ich diese Gefahr eher als klein an.

Blogs

Unter Windows schreibe ich in Blogs, indem ich mich in die Administrationsoberfläche der Blogs einlogge und dort einen neuen Artikel erstelle. Das geht, ist sogar recht komfortabel, dauert aber. Man muss hier zu den jeweiligen Formularelementen springen, Einstellungen vornehmen und der Editor ist simpel.

Am Mac mache ich das mit MarsEdit. Hier habe ich beide Blogs eingestellt, die ich betreibe. Nun kann ich ganz einfach ein neues Dokument, ähnlich einer neuen Mail, erstellen, schreiben und mit einem Tastendruck veröffentlichen. Das geht auch mit eingebetteten Bildern, HTML-Tags oder, wie ich das gerade mache, geschrieben in Markdown. Auch dieser Artikel wird gerade mit MarsEdit geschrieben.

Auch für Windows gibt es solche Software. Ich habe auch so das Eine oder Andere davon genutzt. Ob es Browser-Plugins waren, oder eigenständige Programme. Bedienbar waren sie alle mehr oder weniger schlecht. MarsEdit hingegen ist vollständig bedienbar und sehr komfortabel. Nur das Schreiben von Artikeln über die Webseite des Blogs wäre hier für mich eine Alternative, aber auch nur, wenn ich meinen Mac gerade nicht zur Hand habe. 🙂

SSH

Ich administriere meinen Homeserver per SSH. Die Blogartikel hierüber kann man auch hier auf TuKSuB finden. Aber dies tue ich ausschließlich über Windows. Hier nutze ich Cygwin. Dies lässt sich zumindest mal mit Braillezeile hervorragend bedienen. Allein auf Sprache würde ich mich hier nicht verlassen wollen.

Am Mac hingegen ist SSH im Terminal eher was für Notfälle. Editieren von Konfigurationsdateien, generell die Steuerung mit VoiceOver, finde ich eher subobtimal. Hier ist der Mac also definitiv keine Alternative, jedenfalls noch nicht. Es könnte sein, dass es irgendwann mal eine App gibt, die das besser löst.

Fazit

Das soll mal nur ein Überblick sein. Und an einem einzelnen Tag kann man auch nicht alles testen. Zum Beispiel habe ich meinen Mac noch nie zum Scannen und für die Texterkennung genutzt. Das habe ich schon immer mit dem Windows PC gemacht, weswegen hier auch nicht verglichen werden kann.

Grundsätzlich ist zu sagen, würde ich auf etwas Komfort verzichten, könnte ich auch ohne Mac. Aber der Mensch ist halt bequem. 🙂 Daher wird der Mac auch bleiben. Nichts desto trotz werde ich vieles weiter auf Windows tun. Mail und Office erledige ich vorzugsweise auf Windows, Homebanking sowieso nur auf Mac und der Rest? Nun, Mal so, mal so. Windows läuft hier in einer virtuellen Maschine gut genug, um diese Aufgaben auch am MacBook durchzuführen.

Sollte also irgendwann in naher Zukunft die Entscheidung anstehen, ein neues Notebook zu kaufen, wird es höchstwahrscheinlich ein Mac oder vielleicht sogar nur ein Akkuaustausch.

Überraschend war für mich, obwohl ich fast alles auch auf Windows machen kann, wie unersetzlich der Mac doch geworden ist. Besonders beim Homebanking fällt das auf. Ich hätte erwartet, auch auf Windows das eine oder andere bedienbare Programm zu finden, aber dass es da eigentlich kaum was gibt, hat mich dann doch überrascht. Auch beim Thema Steuererklärungen. Im Mac AppStore gibt es eine App, die mit VoiceOver bedienbar ist, am PC suche ich noch verzweifelt nach einer Software, mit der ich Steuererklärungen machen könnte.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja mal in die Kommentare schreiben, ob ihr von Windows auf Mac umgestiegen seid, welche Erfahrungen ihr dabei gemacht habt und ob ihr dabei bleiben wollt. Auch der umgekehrte Weg würde mich interessieren, seid ihr evtl. von einem Mac auf Windows um- oder zurückumgestiegen?

Homeserver 34: Die Fritz!Box an die USV anschließen

Nun, da die USV durchaus noch Kapazitäten frei hat, würde ich sie nun auch dafür nutzen wollen, meine Fritz!Box noch eine Weile zu betreiben. Fällt nur der Strom in unserem Haus, oder nur in der unmittelbaren Straße aus, so habe ich immer noch DSL, und kann also auch noch Mails verschicken. Die Fritz!Box noch eine Weile betreiben zu können ist insofern wichtig, da ich nur noch einen AllIP-VDSL-Anschluss habe. Bei einem Stromausfall könnte ich also nicht einmal mehr telefonieren.

Nennt mich ruhig nostalgisch, aber ich sehne mich schon irgendwie nach ISDN-Zeiten zurück. Das ISDN-Netz bekam seinen Strom durch das Telefonnetz selbst. Fiel also mal der Strom aus, so war zwar eine Telefonanlage ausgefallen, aber man konnte ein Tischtelefon direkt am ISDN-Anschluss für Notfälle betreiben. Somit waren also auch evtl. nötige Notrufe noch möglich. Fällt aber bei einem AllIP-Anschluss der Strom aus, ist Ende im Gelände! Da mag ein Schnurlostelefon noch so voll geladene Akkus haben, Telefonieren is nich! 🙁 Nicht nur, weil die Basisstation des Schnurlostelefons keinen Saft mehr hat, sondern das ganze Netz nicht mehr! 🙁 VoIP mag ja sonst eine Menge Vorteile haben, dies ist definitiv keiner davon!

Mit der USV kann ich aber meine Fritz!Box noch eine Weile betreiben. Zumindest reicht es aus, dass der Server seine Status-Mails los wird, mein WLAN noch für eine Weile steht und mein MacBook z. B. sein Backup abschließen kann und evtl. ich noch eine Weile telefonieren kann. Mein Schnurlostelefon ist nämlich an der Basis der Fritz!Box angemeldet.

Das mit den Backups ist wichtig, da es sonst dazu führen kann, dass so ein TimeMachine-Backup unbrauchbar werden könnte. Und da diese Backups meist nur zwischen 2 und 5 Minuten dauern, reicht auch der Strom der USV dafür noch aus. Selbst wenn der Backup-Vorgang länger dauern sollte, so hat man genug Zeit, den Vorgang über das Menü sauber abzubrechen. Somit verbleibt das TimeMachine-Backup in einem benutzbaren Zustand.

Ist der Stromausfall aber großflächig, also so etwas wie der Stromausfall für einen ganzen Stadtteil, und ist der graue Kasten, an dem man mit seiner VDSL-Leitung angeschlossen ist, nicht mit Notstrom ausgestattet, nutzt das natürlich nichts. Aber man kann sich auch nicht für alle Eventualitäten wappnen. Für den Fall eines Stromausfalls in der eigenen Wohnung, dem Haus oder nur eines Teils der Straße jedoch ist diese Absicherung mehr als ausreichend.

Was brauche ich?

Ich habe mich für die APC Back-UPS BX700UI entschieden, was im Nachhinein vielleicht ein Fehler war. Diese hat nur 4 Kaltgerätestecker. Falls ihr noch keine USV angeschafft habt, nehmt die Varianten mit Schuko-Stecker, das sind die normalen Steckdosen. Diese Modelle sind zwar 8 bis 10 € teurer, aber dafür müsst ihr euch keine Adapter kaufen.

Ich benötige also, um die Fritz!Box anschließen zu können, einen Adapter von Kaltgeräteanschluss auf Schuko-Stecker. An der USV sind 4 Kaltgerätebuchsen, weiblich, also benötige ich einen Kaltgerätestecker männlich auf Schuko-Buchse weiblich. Solche Adapter gibt es eine Menge, ich habe einen von Inline für 5,58 € gekauft.

Anschluss

Das ist denkbar einfach. Man schließt einfach den Kaltgerätestecker an eine der freien Buchsen an der USV an. Am anderen Ende des Kabels baumelt eine normale große Steckdose. Hier steckt man das Netzkabel der Fritz!Box ein, fertig. Man muss die USV oder sonst etwas, was an der USV angeschlossen ist, nicht extra ausschalten dafür.

Der Rest ist selbsterklärend: Einige Zeit später ist die Fritz!Box hochgefahren und hat sich mit der DSL-Vermittlungsstelle synchronisiert. Fällt nun der Strom aus, die Vermittlungsstelle aber arbeitet weiter, so bleibt die DSL-Verbindung bestehen und man kann noch telefonieren, bis der USV der Saft ausgeht. Zwar wird sich der Server irgendwann zwischen 15 und 10 % Kapazität der USV abschalten, die Fritz!Box jedoch wird noch eine Weile weiter mit Strom versorgt werden.

Status der USV mit angeschlossener Fritz!Box

Der Server verbraucht für sich etwa 17 % der Kapazität der USV und kann, laut Statusanzeige, bis zu 32,3 Minuten betrieben werden. Dafür, dass der Server im Leerlauf ist, ist das schon eine ganze Menge. Jeden ersten Sonntag im Monat macht MDADM einen Integritäts-Check des RAIDs. Neugierig, wie ich bin, habe ich mal geguckt, was der Status hierzu zu sagen hatte. Die Last war dann bei 23 % und der Server hätte etwa 21 Minuten betrieben werden können. Das habe ich jetzt aus dem Kopf wiedergegeben, weil ich nicht dran gedacht hatte, die Werte aufzuschreiben. Könnte also sein, dass ich mich etwas in der Laufzeit vertue. Trotzdem, immer noch über 20 Minuten, und auch das ist beachtlich.

Gehen wir aber mal vom Normalfall aus, also 17 % Last auf der USV bei Leerlauf des Servers. Naja, ganz im Leerlauf ist er ja nicht, ein paar Dienste laufen schon noch im Hintergrund. Aber die sind nicht so energiehungrig.

Wenn ich nun die Status-Webseite aufrufe, so sehe ich für die Auslastung der USV einen Wert von 19 % und eine voraussichtliche Batterielaufzeit von 28,7 Minuten. Das heißt, die Fritz!Box belastet die USV mit gerade mal um die 2 %. Wenn der Server also heruntergefahren wird, ist die Fritz!Box noch eine geraume Zeit online!

Fazit

Ob man sich jetzt die USV mit Kaltgerätesteckern und Adaptern für Schuko-Stecker kauft, oder ob man gleich die USV mit Schuko-Steckern kauft, preislich macht es keinen Unterschied. Aber falls ihr noch keine USV gekauft habt, würde ich aus Bequemlichkeit die Variante mit Schuko-Steckern kaufen.

Immer noch ist Luft nach Oben. Aber man muss die USV auch nicht bis zum Zusammenbruch auslasten. Trotzdem, beruhigend, dass der Server beim nächsten Stromausfall nicht einfach ausgeht und die Daten in einem Chaos zurücklässt.

Homeserver 33: Unterbrechungsfreie Stromversorgung

So, jetzt reicht’s mir! Das war jetzt der dritte Stromausfall innerhalb der letzten paar Monate. Und jedes Mal muss ich den Server überprüfen, ob das Dateisystem Schaden genommen hat, ob das RAID noch funktioniert, ob Daten verloren sind… All das steht in absolut keinem Verhältnis zu einer 60 € USV. Zwar dauern diese Stromausfälle nie lange, meistens zwischen 1 und 5 Minuten, aber das ist ja letztlich auch egal. Der Server ist dennoch ausgegangen, und zwar ohne seine Daten korrekt abzulegen. Jedenfalls im schlimmsten Fall.

Hinzu kommt, dass ich hier öfter mal Spannungsschwankungen habe. Die sind auch nicht wirklich schlimm, können aber zur Folge haben, dass eine Festplatte sich aus dem RAID abmeldet, wieder eingetragen werden muss und Stunden braucht, bis das RAID wieder synchronisiert ist und fehlerfrei läuft.

Also finde ich, ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung anzuschaffen. Die soll gar nicht so sehr den Server im Betrieb halten. Wenn aber der Netzstrom ausfällt, soll der Server kontrolliert und vernünftig heruntergefahren werden. Und am besten wäre das, wenn dies auch noch automatisch gehen würde! Und diese USV soll, nach Möglichkeit, Spannungsschwankungen ausgleichen und auch als Überspannungsschutz dienen.

Diese Wünsche klingen echt teuer, oder? Habe ich auch gedacht, aber ist es zum Glück nicht. Ich habe mich selbst gewundert, aber man kann all dies tatsächlich schon für weit unter 100 € haben. Und zwar bietet APC ein paar USVs an, die für diesen Zweck geradezu ideal sind.

Ich habe mich für eine APC Backups BX700UI entschieden. Zum Zeitpunkt des Kaufs kostete sie 62,99 € bei Amazon. Die hat 390 Watt Ausgangsleistung und soll bei halber Last 9 Minuten überbrücken können. Für meine Zwecke reicht das Dicke, weil mein Server niemals so viel braucht. Selbst wenn, reicht die Zeit locker, um sauber herunterzufahren.

So eine USV hat durchaus Vor-, aber auch Nachteile. Daher werde ich mal ein Paar davon aufzählen.

Vorteile

Diese dürften auf der Hand liegen:

  • Bei Stromausfall sauberes Runterfahren
  • Automatische Spannungsregulierung und Überspannungsschutz
  • Bis zu 4 Geräte können hier angeschlossen werden
  • Gerät ist per PC steuerbar, geht mit Linux genau so gut wie mit Windows

Nachteile

Ja, so ein Teil hat leider auch Nachteile. Aber man muss halt abwägen, ob man sich damit zufrieden geben kann, oder ob die Nachteile die Vorteile überwiegen. Ich persönlich kann mit den Nachteilen leben.

  • Alle Geräte kleiner als 700VA sind nicht steuerbar. Das Modell BX500UI hätte mir auch gereicht, ist aber halt nicht von Linux steuerbar und kann nicht den PC runterfahren.
  • Ich habe das Modell mit 4 Kaltgeräteanschlüssen gewählt. Es gibt das ganze auch mit 4 Schuko-Steckern, das ist aber teurer.
  • Die USV verbraucht selbst ebenfalls Strom. In den Rezensionen gehen die Meinungen aber auseinander, wie hoch der Verbrauch tatsächlich ist, auch wenn die Akkus voll sind.
  • Akkus sind nicht durch den Anwender austauschbar. Das muss der Service tun. Die Kosten für das Hin- und Herschicken, Akku, Arbeit, … So ein Akku soll zwischen 3 und 5 Jahren halten. Wäre zu überlegen, ob eine neue USV dann nicht evtl. billiger ist.
  • USB-Kabel nicht im Lieferumfang. OK, kein Beinbruch, aber wissen sollte man das schon. 🙂 Falls man also kein USB A-B-Kabel hat, sollte man sich noch eines besorgen.

Vorbereitungen

OK, dann mal los! Ein etwas gewichtiges Paket ist bei mir eingetroffen. Ich habe aber, um schon mal vorbereitet zu sein, das PDF-Handbuch zu dem BX700UI gelesen. Danach ist es sogar ziemlich einfach, das Gerät in Betrieb zu nehmen, weil es so viel gar nicht dran einzustellen gibt.

Lediglich 2 Punkte in der Anleitung stören mich: Die Signaltöne und LED-Signale sind in einer Tabelle in der PDF beschrieben, die nur schwer zu lesen ist. Eine andere Tabelle beschreibt die Möglichkeiten, das Verhalten der USV bei Stromschwankungen und dergleichen einzustellen. Auch diese ist mit Jaws nicht gut zu lesen. Da muss ich mir mal helfen lassen, aber abgesehen davon sehe ich keine Probleme.

Der Inhalt des Kartons ist relativ unspektakulär. Ein Handbuch, ein Kaltgerätekabel zum Verbinden der USV mit einem PC, und die USV selbst. Puh, das Teil müffelt! 🙁 Hoffentlich geht das bald weg!

An der Front der USV ist nur der Power-Knopf. An der Rückseite gibt es 4 Kaltgeräteanschlüsse, ein Netzanschluss, eine Unterbrechertaste – so etwas wie eine Sicherung, RJ-11-Anschlüsse zum durchschleifen und den Batteriekonnektor. Und natürlich ist dort auch der USB-Anschluss für die Steuerung.

Die Batterie ist zwar fest eingebaut, aber noch nicht angeschlossen. Hat also keinen physischen Kontakt zum Gerät. Hierfür gibt es hinten eine Art Griff, genau befindet der sich hinten oben. Dieser muss rausgezogen, nach unten geklappt und in das Gerät reingeschoben und fest reingedrückt werden. Sollte man, warum auch immer, die USV länger mal wegpacken wollen, kann man mit einem Schlitzschraubendreher den Griff wieder rausziehen, um die Batterie wieder vom Gerät zu trennen.

Das wär’s eigentlich schon, die USV ist bereits einsatzbereit.

Installation

Die Installation geht in 2 Schritten. Zunächst muss die USV angeschlossen und mit dem Server verbunden werden. Das betrifft die Stromversorgung, aber auch ein USB-Kabel für das Monitoring. Als nächstes muss auf dem Server das Paket für das Strom-Management installiert und konfiguriert werden.

Hardware-Installation

Zunächst fahre ich den Server herunter und trenne ihn vom Strom. Das Netzkabel, welches von der Wandsteckdose in den Server ging, wird jetzt in die USV gesteckt. Sobald die USV Strom aus der Wand bekommt, beginnt sie bereits, ihre Batterien aufzuladen.

Das Kaltgerätekabel wird in einen der 4 hinteren Anschlüsse an der USV eingesteckt, das andere Ende kommt in das Netzteil des Servers.

Und zu guter Letzt kommt ein USB-Kabel an die USV, das andere Ende natürlich in den Server, damit wir die USV steuern, bzw. die USV den Server herunterfahren kann. Ich sagte ja bereits, dass kein USB-Kabel im Lieferumfang der USV war. Nun, in meiner PC-Grabbelkiste findet sich derlei Zeugs zu Hauf. Wer keines hat, sollte beim Kauf der USV dran denken. Ihr braucht eines mit einem A-Stecker an dem einen, und einem B-Stecker am anderen Ende.

Natürlich fährt nicht die USV den Server runter. Das tut die Software, die ich nachher installiere. Die USV meldet über das USB-Kabel nur ihren Zustand, also wie viel Strom noch auf der Batterie ist, ob Strom aus der Wand kommt und mit welcher Spannung usw. Die Software, die auf dem Server läuft entscheidet dann anhand dieser Angaben, ob und was sie dann tut.

Damit der Server aber jetzt hochgefahren werden kann, muss die USV mit dem Power-Knopf an der Front eingeschaltet werden. Es ertönt ein kurzer Ton, man kann noch ein paar mal das Knacken von Relais hören, dann ist das Gerät an. Nun kann man den Server einschalten und hochfahren.

Software-Installation

Nun muss noch die Software installiert werden, damit der Server mit der USV überhaupt etwas anfangen kann. Hierzu logge ich mich wieder über eine SSH-Verbindung auf meinem Server ein.

Um zu sehen, ob die unterbrechungsfreie Stromversorgung überhaupt vom Server erkannt wurde, gebe ich ein mal den Befehl lsusb ein. Nun wird mir eine Liste der USB-Geräte angezeigt, welche auf meinem Server vorhanden sind. Die interessante Zeile ist die hier:

Bus 003 Device 002: ID 051d:0002 American Power Conversion Uninterruptible Power Supply

Das zeigt mir, dass die USV erkannt wurde und wir damit auch was anfangen können.

Nun muss das Software-Paket installiert werden, mit dem man die USV steuert:

sudo apt-get install apcupsd

Hiermit wird das Programm und dessen Dokumentation installiert.

Nun muss der Dienst aber noch konfiguriert und gestartet werden. Dazu muss zunächst die Datei /etc/apcupsd/apcupsd.conf editiert werden:

sudo nano /etc/apcupsd/apcupsd.conf

Folgende Werte habe ich geändert. Alle nicht erwähnten Felder sind so, wie sie standardmäßig waren.

  • UPSCABLE: Standardmäßig steht hier „smart“, ich habe es zu „usb“ geändert.
  • UPSTYPE: Standardmäßig steht hier „apcsmart“, ich ändere das auf „usb“.
  • DEVICE: Diese Zeile muss auskommentiert werden, also ein Nummernzeichen „#“ muss vor die Zeile gesetzt werden.
  • POLLTIME: Gibt den Wert in Sekunden an, nach denen die USV nach ihrem Status befragt wird. Die Zeile ist auskommentiert und auf 60 Sekunden eingestellt. Hier das Nummernzeichen entfernen und den Wert auf 15 setzen. Ich erkläre später, warum.

Diese Werte sind wichtig, da die USV sonst vom Dienst nicht erkannt wird. Natürlich werden die Werte ohne Anführungsstriche eingegeben.

Nun muss noch konfiguriert werden, wann der Server heruntergefahren wird. Hier bedurfte es einiger Experimente, weil ich nicht wusste, wie schnell der Server die Akkus der USV verbraucht.

  • BATTERYLEVEL: Wenn dieser Wert in Prozent erreicht ist, wird der Server heruntergefahren. Er steht auf 5 %, das ändere ich auf 15.
  • MINUTES: Wenn die Batterielaufzeit in Minuten diesen Wert erreicht, wird der Server heruntergefahren. Hier ist bereits eingestellt, dass der Server abgeschaltet wird, wenn nur noch 3 Minuten Restlaufzeit auf der Batterie verfügbar sind.
  • NISIP: Hier ist 127.0.0.1 voreingestellt, ändert das auf 0.0.0.0. Sonst funktioniert einiges nicht richtig. Zum Beispiel funktioniert dann die Statusabfrage in einer SSH-Sitzung nicht mehr.

Bei voller Akkuladung kann die USV meinen Server etwa 30 Minuten betreiben. Das ist schon eine Menge, finde ich. Damit aber der Server rechtzeitig heruntergefahren werden kann, muss der Befehl zum Runterfahren kommen, wenn noch Genug Kapazität auf dem Akku ist. Rein rechnerisch würde also 1 Minute Laufzeit etwas um die 3 % Akkukapazität verbrauchen. Um also eine Reserve zu haben, falls die Last doch mal höher ist, habe ich die Schwelle, bei der der Befehl kommt, auf 15 % gesetzt, oder wenn der Akku früher durch hohe CPU-Last nur noch 3 Minuten Laufzeit hat.

Nun kommt noch die Polltime dazu. Die voreingestellten 60 Sekunden sind viel zu viel! Im schlimmsten Fall könnte der Befehl zu spät kommen, und der Saft ist alle, bevor alle Prozesse ordentlich beendet sind. Also stelle ich die Polltime auf 15 Sekunden ein, so dass alle 15 Sekunden der Status der USV-Akkus abgefragt wird. So stelle ich sicher, dass der Befehl kommt, wenn noch 4 bis 5 Minuten Leistung auf dem Akku sind, und nicht erst, wenn nur noch 2 Minuten Restlaufzeit da sind. Das ist mir nämlich in den ersten Tests so passiert.

Das war es für diese Datei, mit Ctrl+X speichern, fertig.

Der Dienst kann aber noch nicht gestartet werden, da er sich erst starten lässt, nachdem er konfiguriert wurde. Also müssen wir dem Dienst noch erklären, dass er nun konfiguriert ist… 🙂 Ich weiß, kompliziert, aber ist halt so. Also müssen wir noch folgende Datei editieren:

sudo nano /etc/default/apcupsd

Hier gibt es ganz unten einen Wert „ISCONFIGURED=no“. Diesen Wert müssen wir auf „yes“ setzen, so dass die Zeile so aussieht:

ISCONFIGURED=yes

Nun wieder mit Ctrl+X speichern, auch hier, fertig!

Der Dienst wird jetzt mit folgendem Befehl gestartet:

sudo service apcupsd start

Benutzung

Viel kann man jetzt gar nicht mehr machen. Der Dienst wird jetzt im Hintergrund arbeiten und schauen, was die USV meldet. Meldet sie, dass sie auf Batterie läuft, wird der Dienst das erkennen. Meldet die USV, dass nur noch 15 % oder nur noch 3 Minuten Restlaufzeit auf der Batterie sind, wird der Server heruntergefahren.

Man kann jetzt aber mal den Status abfragen. Die Ausgabe ist echt umfangreich, daher beschreibe ich mal die wichtigsten Parameter. Man ruft den Status mit:

sudo apcaccess

auf. Die Ausgabe ist, wie ich sagte, umfangreich. Daher hier mal die wichtigsten Werte. Ganz oben kommen ein paar generelle Infos über den Rechner, die Softwareversion und die Konfigurationseinstellungen, die wir früher schon gemacht haben.

  • MODEL: Back-UPS XS 700U: Nun, sagt ja schon, was es ist.
  • STATUS: ONLINE: OK, ist auch recht aussagekräftig.
  • LINEV: 238.0 Volts: Das zeigt die derzeit tatsächliche Spannung an. Das stand vorhin mal bei 232.
  • LOADPCT: 18.0 Percent: Das ist die Auslastung der USV. Da geht noch was… 🙂
  • BCHARGE: 100.0 Percent: OK, die Batterien sind voll!
  • TIMELEFT: 31.1 Minutes: So lange könnte die USV den Server betreiben.

Dann kommen viele Angaben über Firmware, Batteriedatum, Seriennummer usw. Aber das sind die paar wirklich interessanten Infos.

Benachrichtigung per Mail

Man mag sich fragen, wie die Mail gesendet werden soll, wenn doch der Strom ausgefallen ist? Tja, da mag was dran sein. 🙂 Aber für die Zukunft plane ich, auch die Fritz!Box an die USV zu hängen. Dann hätte sich dieses Problem erledigt. 🙂

Aber warum will ich überhaupt eine Mail? Naja, das ist eigentlich ganz einfach: Die USV kann den Server bei Stromausfall kontrolliert herunterfahren. Sie kann ihn aber nicht wieder starten. Wenn ich also eine Mail bekomme, vorausgesetzt, ich kriege das hin, dass die Mail auch noch rausgeht, dann weiß ich wenigstens, dass der Server runtergefahren ist. Nun kann ich später mal versuchen, mich per VPN mit meinem Heimnetz zu verbinden und per Wake on LAN den Server wieder aufzuwecken.

Der Dienst für die USV kann über 5 Zustände eine Meldung verschicken. Dies wird in 5 Skripten eingestellt, demzufolge müssen auch 5 Skripte editiert werden. Ihr könnt zwar auch den versendeten Text anpassen, wenn ihr aber mit dem Standardtext zufrieden seid wie ich, so sind es nur 2 kleine Änderungen in den Skripten, damit die Mailbenachrichtigungen funktionieren.

  • changeme: Dieses Skript informiert darüber, dass die Akkus erledigt sind und gewechselt werden möchten.
  • commfailure: Dieses Skript informiert darüber, dass die USV nicht mehr ansprechbar ist. Vielleicht ist das USB-Kabel defekt, rausgerutscht oder an der USV selbst stimmt was nicht. Das kann man dann prüfen.
  • commok: Das Skript meldet, wenn wieder alles in Ordnung mit der Kommunikation zwischen USV und Server ist. Das USB-Kabel könnte wieder eingesteckt sein? 🙂
  • onbattery und offbattery: Diese Skripte informieren darüber, wenn die USV auf Batteriebetrieb schaltet, und wenn der Strom wieder da ist, bevor die Batterie leer war.

Diese Skripte befinden sich alle in /etc/apcupsd, und können dort editiert werden. Beispielsweise könnte so ein Befehl so aussehen:

sudo nano /etc/apcupsd/onbattery

Diese Skripte sind alle gleich aufgebaut, so dass die Änderungen an allen 5 Skripten gleich sind.

Ganz oben kommen ein paar auskommentierte Zeilen. Die erste aktive Zeile ist:

HOSTNAME=`hostname`

Darunter müsst ihr die Variable SYSADMIN definieren, damit dem Skript eure Mailadresse bekannt ist.

SYSADMIN=mailadresse@beispiel.de

Die vorletzte Zeile im Skript lautet:

) | $APCUPSD_MAIL -s "$MSG" $SYSADMIN

Ändert diese Zeile, und zwar ersetzt $APCUPSD_MAIL durch mail, so dass die Zeile so aussieht:

) | mail -s "$MSG" $SYSADMIN

Fertig! Macht das mit allen 5 Skripten, und die Mailbenachrichtigungen funktionieren.

Abfrage des USV-Status per Webbrowser

Nun, wenn man nicht zu Hause ist, ist es schwierig, zu gucken, was die USV gerade macht. Ich kann sowieso viele Statusmeldungen des Servers per Webbrowser sehen, warum also nicht auch noch die der USV? Und das ist einfacher, als ich dachte!

Man braucht eigentlich nur das Paket apcupsd-cgi zu installieren.

sudo apt-get install apcupsd-cgi

Und schon kann man per Webbrowser drauf zugreifen. In meinem Falle lautet die Adresse:

https://server01/cgi-bin/apcupsd/multimon.cgi

Das funktioniert natürlich nur aus dem lokalen Netz. Zwar ist mein Webzugriff passwortgesichert, aber sicher ist sicher, die öffentliche Adresse behalte ich mal für mich… 🙂

Ich habe mir ja eine index.html-Datei in mein WWW-Verzeichnis gelegt, wo ich diese einzelnen Programme verlinke. So brauche ich mir diese Adressen nicht alle merken. Und hier trage ich natürlich auch den Link zu dieser Applikation ein.

Zum Beispiel würde das so aussehen:

<p><a href="/cgi-bin/apcupsd/multimon.cgi">Unterbrechungsfreie Stromversorgung</a></p>

Nun kann ich diese Seite über meine Index-Seite aus aufrufen.

Hier gibt es einen Überblick über die USV. Man könnte, wenn man denn hätte, auch mehrere USVs damit überwachen, aber ich habe ja mal nur eine. In einer Tabelle sind die Geräte nun mit ihren grundlegenden Parametern aufgelistet.

Will ich jetzt also alles über die USV wissen, die an „Local Host“ angeschlossen ist, klicke ich den Link und bekomme alle Daten, die ich auch mit apcaccess bekommen würde, und noch die paar letzten Ereignisse die die USV betreffen angezeigt.

Zumindest mal mit Jaws ist das alles ziemlich gut bedienbar!

Kleiner Test

So, wollen wir mal sehen, ob das Teil auch funktioniert? Ich ziehe jetzt einfach mal den Stecker der USV aus der Wand. Damit simuliere ich einen Stromausfall!

Die USV gibt jetzt in regelmäßigen Abständen 4 Pieptöne von sich. Der Server läuft noch, aber eben auf Akku. Die USV hat dabei ein leichtes Brummen.

Nun kann ich mit apcaccess immer wieder schauen, wie der Status ist. Momentan ist der Status „ONBATT“, also auf Akku, BCharge ist bei um die 80 % und angeblich kann der Server noch 28 Minuten laufen. Nun, warten wir mal ab… 🙂

Irgendwann beginnt die USV damit, ständig kurze Pieptöne von sich zu geben, ich kann hören, dass Linux die Festplatten des RAID einzeln abschaltet und der Server geht aus.

Das ist mir bei Linux schon früher aufgefallen, dass die Festplatten nicht einfach alle gleichzeitig abgeschaltet werden, wenn die Prozesse runtergefahren sind, Linux schaltet die Platten einzeln und nacheinander ab. Daran höre ich aber, dass das Herunterfahren einwandfrei geklappt hat.

Nachdem ich den Stecker zurück in die Wand gesteckt und den Server wieder hochgefahren habe, prüfe ich den Status der USV. Da wären noch 9 % Akkukapazität übrig gewesen, also genug Luft, auch wenn das Runterfahren mal länger gedauert hätte. So etwas passiert leider gelegentlich.

Fazit

Puh, das Teil müffelt immer noch! Mit was für einer Chemikalie hat APC das Teil denn eingenebelt? Aber das geht in den nächsten Tagen hoffentlich wieder weg.

Abgesehen vom etwas strengen Geruch finde ich, tut das Teil absolut, was es soll. Überspannungsschutz, geordnetes Herunterfahren und das bitteschön ohne mein Zutun. Nur um das Wiederaufwecken muss ich mich dann kümmern. Aber das ist OK, Hauptsache es sind erst mal keine Datenverluste passiert.

Später will ich noch die Fritz!Box an die USV hängen, damit der Server im Notfall wenigstens Mails schicken kann. Vorausgesetzt natürlich, dass die Vermittlungsstelle, an der mein DSL-Anschluss hängt, nicht auch vom Stromausfall betroffen ist… 🙁 In den letzten paar Fällen war es aber immer ein hausinterner Stromausfall, wahrscheinlich wird am Stromnetz gearbeitet, ich weiß es nicht. Es war jedenfalls kein Stromausfall vom Versorger.

Für diesen doch guten Preis finde ich, sollte man sich so ein Teil gönnen, wenn man einen Server betreibt. Der Aufwand der Dateisystemreparatur, Datenintegritätsprüfung und Backupwiederherstellung steht jedenfalls in keinem Verhältnis zu einer einmaligen Ausgabe von knapp 60 €.

Hama MCE Remote in Kodi auf dem Raspberry Pi 2 einbinden

Ein Mediacenter nutzt ja erst mal nicht sehr viel, wenn man ihn nicht auch bedienen kann. Und da, wie ich finde, eine Tastatur, sei sie nun per Kabel oder drahtlos angeschlossen, nicht so toll ins Wohnzimmerbild passt, kommt natürlich nur eine Fernbedienung in Frage.

Ich habe mich für eine Hama MCE Remote entschieden, die es bei Amazon für 28,65 € gibt. Zugegeben, als ich die gekauft habe, war sie bedeutend billiger.

Es gibt zwar eine Menge Fernbedienungen, die unseren Zweck erfüllen, diese werden aber unterschiedlich eingerichtet und konfiguriert. Und die Hama MCE Remote hat durchaus einige Besonderheiten, weswegen ich diesen Text schreibe.

Hinweise

Die Anleitung gilt nur für Linux und auf Linux basierende Installationen. Diese Anleitung funktioniert bei mir mit einem Mediacenter PC mit Ubuntu und auch mit dem Raspberry Pi 2.

Auch wenn die Einrichtung erst mal sehr kompliziert erscheint, so muss man dies jedoch nur ein Mal machen. Danach hat man seine Ruhe. Und da die Fernbedienung tadellos funktioniert, würde ich diese Zeit durchaus investieren. Folgt also der Anleitung, und eure Fernbedienung sollte, wenn es zu keinen Problemen kommt, gut funktionieren.

Um euch den Einstieg leicht zu machen, findet ihr hier den Inhalt der Konfigurationsdateien komplett. Es ist zwar nicht garantiert, dass es bei euch mit genau dieser Konfiguration auch läuft, aber so habt ihr einen Einstiegspunkt, von dem aus ihr eurem persönlichen Geschmack oder euren Systemvoraussetzungen entsprechend arbeiten könnt.

In dieser Anleitung findet ihr die Beispielkonfigurationen für einen Raspberry Pi 2 mit XBIAN. Wie ihr das installieren und konfigurieren könnt, erfahrt ihr in den Podcasts 80 bis 84.

Vorbereitungen

Fahrt euren Raspberry Pi herunter und zieht das Netzkabel. Vermutlich ist das zwar nicht nötig, aber ich möchte die Anleitung gerne an einem fest definierten Startpunkt beginnen.

Schließt den USB-IR-Empfänger der Fernbedienung an den Raspberry Pi an. Merkt euch, an welche USB-Schnittstelle ihr den Empfänger anschließt. Solltet ihr den Empfänger später mal an eine andere USB-Schnittstelle des Raspberry Pi anschließen, könnte es gut sein, dass ihr die UDEV-Regel neu konfigurieren müsst, dazu aber später. Ihr erspart euch das, wenn ihr den Empfänger immer an der gleichen USB-Schnittstelle anschließt. Ich habe hierzu die untere USB-Buchse direkt neben dem Netzwerkanschluss gewählt.

Nun könnt ihr das Netzteil des Raspberry Pi wieder anschließen. Wartet nun, bis das System voll hochgefahren ist.

Software-Installation

Wenn Kodi hochgefahren ist, und ihr Tasten an der Fernbedienung drückt, passiert was. Warum also noch konfigurieren, könntet ihr Fragen? Ja, Basisfunktionen der Fernbedienung funktionieren. Manch einem mag das sogar reichen. Aber es funktionieren längst nicht alle Tasten und man möchte vielleicht manche Sonderfunktionen auf bestimmte Tasten legen. Und hier wird es erforderlich, etwas Hand anzulegen. 🙂

Übrigens, hier kommt die Anleitung her, nach der ich die Fernbedienung konfiguriert habe. Sollte euch meine kurze Beschreibung nicht reichen, so findet ihr das Ganze auch im Detail dort.

Damit die Fernbedienung nun also so läuft, wie wir das wollen, braucht’s ein Software-Paket. Das Paket lirc für Fernbedienungen ist ja schon installiert, wir brauchen aber zusätzlich noch inputlirc. Öffnet also eine Sitzung mit einem SSH-Client und meldet euch am Raspberry Pi an. Nun gebt ihr folgende Befehle ein:

sudo apt-get update
sudo apt-get install inputlirc

Lasst das Fenster ruhig offen, das brauchen wir noch einige Male zum editieren von Konfigurationsdateien.

UDEV-Regel erstellen

Damit die Fernbedienung auch immer gefunden wird, bedarf es einer UDEV-Regel. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch einfacher geht, aber bei mir haben diverse Abkürzungen nur kurzfristig funktioniert, daher erwähne ich die gleich nicht. Dieser Weg mag komplizierter sein, er hat aber den unschlagbaren Vorteil, dass er funktioniert… 🙂

Bei einem PC, wie z. B. meinem Mediacenter-PC, mag der Vorgang umfangreicher sein, aber da wir beim Raspberry Pi doch eine sehr überschaubare Hardware haben, können wir uns diverse Schritte auch schenken. Aber wir sollten doch mal eben etwas kontrollieren.

Lasst euch doch mal den Inhalt des Verzeichnisses /dev/input anzeigen:

ls /dev/input

Hier müssten jetzt 4 Verzeichnisse sein, event0, event1, event2 und evtl. mouse0. Interessant sind für uns die drei eventx-Verzeichnisse.

Eine der Besonderheiten der Hama MCE Remote ist, dass sie tatsächlich als 2 Geräte vorhanden ist. Sie ist nämlich nicht nur Fernbedienung, sondern auch Maus. Daher verteilen sich die Tasten auf mehrere Geräte. Um nun herauszufinden, welches Gerät mit welchem event-Verzeichnis verknüpft ist, gebt ihr folgenden Befehl ein:

cat /proc/bus/input/devices

Ihr bekommt dann eine Ausgabe, die in Etwa so aussehen könnte:

I: Bus=0003 Vendor=05a4 Product=9881 Version=0110
N: Name="HID 05a4:9881"
P: Phys=usb-0000:00:06.0-1/input0
S: Sysfs=/devices/pci0000:00/0000:00:06.0/usb4/4-1/4-1:1.0/input/input0
U: Uniq=
H: Handlers=kbd event0
B: EV=120013
B: KEY=e080ffdf01cfffff fffffffffffffffe
B: MSC=10
B: LED=7

I: Bus=0003 Vendor=05a4 Product=9881 Version=0110
N: Name="HID 05a4:9881"
P: Phys=usb-0000:00:06.0-1/input1
S: Sysfs=/devices/pci0000:00/0000:00:06.0/usb4/4-1/4-1:1.1/input/input5
U: Uniq=
H: Handlers=kbd mouse1 event1
B: EV=17
B: KEY=1f0000 2020000 3878d801d001 1e000000000000 0
B: REL=103
B: MSC=10

Das ist nur eine Beispielanzeige, die ich aus der oben genannten Anleitung rauskopiert und geringfügig angepasst habe. Der Raspberry Pi ist zur Zeit verliehen und steht mir gerade nicht zur Verfügung, weswegen ich etwas triksen musste… 🙂 Viel wichtiger ist, dass wir bei beiden Geräten in der Zeile „h: Handlers=“ sehen können, an welchen Verzeichnissen sie hängen.

Bei meinem Raspberry Pi ist das event0 und eventt1. Das Verzeichnis event2 ist mit lirc verknüpft.

Nun benötigen wir noch die Minor- und Major-Nummern beider Geräte. Das ist später für die Regeldatei nötig. Diese bekommen wir so heraus:

udevadm info -q all -n /dev/input/event0
udevadm info -q all -n /dev/input/event1

Die ganze Anzeige ist völlig belanglos, nur ganz unten findet ihr die beiden Zeilen „Major“ und „Minor“. Diese Zahlen notiert ihr euch bitte, für beide Geräte, da sie gleich für die Regeln nötig werden. In meinem Fall waren es übrigens Major 13 und Minor 64 und 65.

Nun schreiben wir eine UDEV-Regeldatei.

sudo nano /etc/udev/rules.d/10-irremote.rules

Und in diese leere Datei fügen wir folgenden Inhalt ein:

SUBSYSTEM=="input",ATTRS{idVendor}=="05a4",ATTRS{idProduct}=="9881",ATTR{dev}=="13:64",SYMLINK="input/irremote0"
SUBSYSTEM=="input",ATTRS{idVendor}=="05a4",ATTRS{idProduct}=="9881",ATTR{dev}=="13:65",SYMLINK="input/irremote1"

Vergesst nicht, die Minor-Zahl zu ändern, die hier bei 64 und 65 steht, falls dies bei euch andere Werte hat. Sonst funktioniert es nicht. Speichert die Datei nun mit Ctrl+X, so dass ihr wieder auf der Eingabeaufforderung steht.

Man könnte UDEV einfach neu starten, aber das hat bei mir nicht funktioniert, keine Ahnung, warum. Daher habe ich den Raspberry Pi komplett neu gestartet mit dem Befehl „sudo reboot“. Das dauert zwar, aber naja…

Wenn der Raspberry Pi wieder hochgefahren ist und ihr mit SSH wieder verbunden seid, lasst euch doch nochmal das Verzeichnis /dev/input anzeigen. Wenn die Regel nämlich geklappt hat, sind da jetzt zwei neue Verzeichnisse, eigentlich sind das symbolische Links: irremote0 und irremote1. Falls nicht, hat was nicht geklappt.

Editieren von Konfigurationsdateien

Ab jetzt wird es einfacher, denn nun könnt ihr getrost die Beispiele verwenden, die ich hier reinstelle. Anpassen müsst ihr da nichts mehr.

inputlirc

Zunächst muss die Datei /etc/default/inputlirc editiert werden.

sudo nano /etc/default/inputlirc

Am besten, ihr löscht den Inhalt der Datei und fügt folgenden Inhalt ein:

# Options to be passed to inputlirc.
EVENTS="/dev/input/irremote0 /dev/input/irremote1"
OPTIONS="-g -m 0 -c -r 280"

Nun noch mit Ctrl+X speichern.

lircd.conf

Damit imputlirc funktionieren kann, muss lirc umgangen werden. Öffnet also:

sudo nano /etc/lirc/lircd.conf

Hier stehen bereits einige Zeilen drin. Kommentiert diese aus. Stellt vor jede Zeile ein Nummernzeichen, #, voran. Anschließend mit Ctrl+X speichern, fertig.

custom.conf

Nun muss die Hardware für lirc konfiguriert werden:

sudo nano /etc/lirc/hardware/custom.conf

Löscht auch hier den Inhalt und fügt folgenden Inhalt ein:

# /etc/lirc/hardware/custom.conf
#
# Arguments which will be used when launching lircd
#LIRCD_ARGS=""

#Enable lircd
START_LIRCD="false"

#Don't start lircmd even if there seems to be a good config file
#START_LIRCMD=false

#Don't start irexec, even if a good config file seems to exist.
#START_IREXEC=false

#Try to load appropriate kernel modules
LOAD_MODULES=false

# Run "lircd --driver=help" for a list of supported drivers.
#DRIVER=""
# usually /dev/lirc0 is the correct setting for systems using udev
#DEVICE=""
#MODULES=""

# Default configuration files for your hardware if any
LIRCD_CONF=""
#LIRCMD_CONF=""

Auch dies noch mit Ctrl+X speichern, fertig. Der Raspberry Pi muss mit „sudo reboot“ neu gestartet werden.

Konfiguration von Kodi

Hier gibt es zwei Dateien, die das Verhalten der Fernbedienung beeinflussen. Zum Einen haben wir eine keymap.xml und eine Lircmap.xml. Beide Dateien sorgen im Zusammenspiel dafür, dass die Fernbedienung letztlich tut, was wir von ihr wollen.

Verbindet euch nach dem Neustart des Raspberry Pi also wieder per SSH und wechselt in das Kodi-Verzeichnis, und dort in das Verzeichnis für die eigenen Einstellungen:

cd .kodi/userdata

remote.xml

Die Fernbedienung kann bestimmte Funktionen in bestimmten Fenstern unterschiedlich behandeln. So habe ich es z. B. eingestellt, dass die Taste, mit der ich das Kontextmenü öffne, im Hauptfenster die Favoritenliste öffnet. Auch eine Löschtaste, falls man mal alte TV-Aufnahmen löschen will, habe ich hinzugefügt. Damit dies aber funktioniert, braucht es eben eine keymap.

Wir stehen ja jetzt im userdata-Verzeichnis. Also müssen wir eben noch ins keymaps-Verzeichnis:

cd keymaps

Hier erstellen wir die Datei remote.xml:

nano remote.xml

Das sudo ist hier nicht nötig, weil wir jetzt ja nicht mit Admin-Rechten, sondern unseren eigenen Rechten arbeiten.

In die nun offene leere Datei fügt ihr folgenden Inhalt ein:

<keymap>
    <global>
        <remote>
            <start>ActivateWindow(shutdownmenu)</start>
            <teletext>XBMC.RunScript(service.xbmc.tts,key.ITEM_EXTRA)</teletext>
            <record>screenshot</record>
        </remote>
        <universalremote>
            <obc1>XBMC.RunScript(service.xbmc.tts,key.REPEAT)</obc1>
            <obc2>XBMC.RunScript(special://home/addons/service.xbmc.tts/enabler.py)</obc2>
            <obc3>XBMC.RunScript(service.xbmc.tts,key.STOP)</obc3>
        </universalremote>
    </global>
    <MyVideoFiles>
        <remote>
            <clear>Delete</clear>
        </remote>
    </MyVideoFiles>
    <MyMusicFiles>
        <remote>
            <clear>Delete</clear>
        </remote>
    </MyMusicFiles>
    <Home>
        <remote>
            <title>ActivateWindow(favourites)</title>
        </remote>
    </Home>
</keymap>

Nun noch mit Ctrl+X speichern und mit cd .. zurück ins userdata-Verzeichnis gehen.

Lircmap.xml

Jeder Tastendruck auf eurer Fernbedienung sendet einen Code an den Rechner. Und in der Datei Lircmap.xml legt ihr fest, welche Taste welchen Code hat. Und danach weiß Kodi, was es damit zu tun hat.

Wenn ihr auf der Eingabeaufforderung nun den Befehl irw eingebt, so seid ihr in einem Fenster, in dem ihr die Codes sehen könnt. Drückt mal z. B. auf die Play-Taste, die Ausgabe sieht dann wahrscheinlich so aus:

a4 0 KEY_PLAYPAUSE /dev/input/irremote1

Ihr wisst jetzt also, dass der Code KEY_PLAYPAUSE die Play-Taste auf dem Gerät /dev/input/irremote1 ist.

Das könntet ihr jetzt für jede einzelne Taste wiederholen, um sie in die Lircmap.xml einzutragen, aber ihr könnt auch meine Lircmap nehmen. Die ist, so finde ich, schon recht brauchbar belegt… 🙂 Übrigens, das irw-Programm beendet ihr mit Ctrl+c.

Ihr seid ja jetzt im userdata-Verzeichnis, also öffnet ihr:

nano Lircmap.xml

Und in die leere Datei fügt ihr folgenden Inhalt ein:

<lircmap>
    <remote device="/dev/input/irremote1">
        <power>KEY_SLEEP</power>
        <play>KEY_PLAYPAUSE</play>
        <stop>KEY_STOPCD</stop>
        <menu>BTN_MOUSE</menu>
        <title>BTN_RIGHT</title>
        <skipplus>KEY_NEXTSONG</skipplus>
        <skipminus>KEY_PREVIOUSSONG</skipminus>
        <start>KEY_HOMEPAGE</start>
        <volumeplus>KEY_VOLUMEUP</volumeplus>
        <volumeminus>KEY_VOLUMEDOWN</volumeminus>
        <mute>KEY_MUTE</mute>
    </remote>
    <remote device="/dev/input/irremote0">  
        <record>CTRL_KEY_R</record>
        <reverse>CTRL_SHIFT_KEY_B</reverse>
        <forward>CTRL_SHIFT_KEY_F</forward>
        <left>KEY_LEFT</left>
        <right>KEY_RIGHT</right>
        <up>KEY_UP</up>
        <down>KEY_DOWN</down>
        <select>KEY_ENTER</select>
        <pageplus>KEY_PAGEUP</pageplus>
        <pageminus>KEY_PAGEDOWN</pageminus>
        <back>KEY_BACKSPACE</back>
        <info>ALT_META_KEY_ENTER</info>
        <display>KEY_ESC</display>
        <myvideo>CTRL_KEY_E</myvideo>
        <mymusic>CTRL_KEY_M</mymusic>
        <mypictures>CTRL_KEY_I</mypictures>
        <mytv>CTRL_SHIFT_KEY_T</mytv>
        <one>KEY_KP1</one>
        <two>KEY_KP2</two>
        <three>KEY_KP3</three>
        <four>KEY_KP4</four>
        <five>KEY_KP5</five>
        <six>KEY_KP6</six>
        <seven>KEY_KP7</seven>
        <eight>KEY_KP8</eight>
        <nine>KEY_KP9</nine>
        <zero>KEY_KP0</zero>
        <star>KEY_KPASTERISK</star>
        <hash>ALT_KEY_KP5</hash>
        <clear>CTRL_KEY_O</clear>
        <teletext>CTRL_KEY_G</teletext>
        <obc1>CTRL_KEY_T</obc1>
        <obc3>CTRL_SHIFT_KEY_M</obc3>
        <obc2>ALT_KEY_F4</obc2>
    </remote>
</lircmap>

Nun noch mit Ctrl+X speichern und den Raspberry Pi ein letztes Mal mit „sudo reboot“ neu starten.

Besonderheiten der Tastenbelegung

Die Fernbedienung ist korrekt belegt, mit ein paar Besonderheiten, auf die ich mal ganz kurz eingehen möchte, da sie sich vielleicht nicht von selbst erschließen. Ich werde jetzt nicht auf die ganze Fernbedienung eingehen, nur auf die Besonderheiten, die sich durch meine Tastenbelegung ergeben.

Ganz oben sind ja zwei einsame Tasten. Die rechte davon ist Power, und schaltet den Raspberry Pi ab, bzw. fährt ihn runter. Die linke taste öffnet ein Abschaltmenü, wo man auch einen Neustart auswählen kann.

Darunter kommen die Farbtasten, von links nach rechts: TV, Audio, Bilder, Video. So kann man schnell in die jeweiligen Bereiche springen.

Darunter kommt eine Reihe, die so belegt ist, dass man von der Beschriftung der Tasten nicht auf deren Funktion schließen kann. Auch wieder von links nach rechts:

  • Löschen: Löscht Aufnahmen im TV-Bereich oder auch Dateien in Videos oder Audios.
  • Extras vorlesen: Wenn ihr auf einem Film steht, der in eurer Datenbank ist, so liest dieser Tastendruck die Filmbeschreibung vor. Im EPG liest es die EPG-Daten vor.
  • Fenster vorlesen: Liest Fenstertitel und evtl. wie viele Elemente in diesem Fenster sind.
  • Ruhe: Unterbricht die Sprachausgabe.

Das Cursor-Kreuz ist ja klar, aber hier mal kurz die Beschreibung der 4 Tasten um das Kreuz herum:

  • Linke obere ecke: Eine ebene Zurück, um z. B. in das darüberliegende Verzeichnis zu wechseln. Bei Texteingaben ist das auch die Rücktaste.
  • Linke untere Ecke: Schließt die Texteingabe ohne zu bestätigen, wechselt ins Hauptmenü oder beendet die Ansicht für Videos oder Audios oder dergleichen. Bei laufender Wiedergabe bringt diese Taste euch in das OSD-Menü.
  • Beide Tasten rechts vom Cursor-Kreuz: Öffnen überall das Kontextmenü, außer im Hauptmenü, dort öffnet es die Favoritenansicht.

Die beiden rechten Tasten senden den gleichen Code, daher konnte ich sie nicht unterschiedlich belegen.

Unter dem Cursor-Kreuz kommt so ein rundes Pad, das ist die Maussteuerung und ist nutzlos, weil auch nicht konfiguriert. Aber darunter wird es noch mal interessant:

Links sind zwei Tasten übereinander, das ist oben laut und unten leise. In der Mitte ist eine kleine Taste, das ist Stumm, und darunter eine querliegende längliche dicke Taste, das ist die Info-Taste. Damit zeigt ihr z. B. die Datenbank-Infos an oder könnt bei laufenden Sendungen oder Audios Details zum gerade abgespielten Track anzeigen. Rechts sind wieder zwei Tasten übereinander, das ist Page up und Page down.

Darunter kommt die Zifferntastatur, damit gibt man auch im SMS-Stil Text ein. In Listen kann man so auch per Anfangsbuchstabe springen.

Ganz unten sind noch zwei Tasten, die von Bedeutung sind: Ganz links unten schaltet den Kodi Screen Reader aus und ein. Die mittlere Taste blendet bei laufendem Video die Benutzeroberfläche ein und aus. Und ganz rechts ist eine zweite Enter-Taste, die sendet auch den gleichen Code wie die OK-Taste in der Mitte des Cursor-Kreuzes.

Fazit

Ich kann und will nicht garantieren, dass meine Konfigurationsbeispiele so bei euch funktionieren oder euren Geschmack treffen. Vor allem ist wirklich viel Aufmerksamkeit bei der Ermittlung der Minor- und Major-Nummern gefragt. Wenn UDEV die Fernbedienung nicht finden kann, funktioniert keines meiner Konfigurationsbeispiele.

Wenn es denn aber mal läuft, braucht ihr euch darum nicht mehr zu kümmern. Bislang laufen drei Kodi-Installationen, die ich mit dieser Fernbedienung eingerichtet habe, seit mehr als 2 Jahren problemlos. Vor allem, wenn man sich an die Belegung mal gewöhnt hat, ist es sehr bequem, alles in einer Hand steuern zu können. Auch wenn die Einrichtung kompliziert ist, es hat sich definitiv gelohnt!

Technik und Kommunikation für Sehbehinderte und Blinde