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Telekom VDSL-Anschluss Langsam? Eine mögliche Lösung

Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber mit der Zeit hat es mich wirklich geärgert!

Seit Januar habe ich einen VDSL-Anschluss bei der Telekom. Zwar laufen die Downloads schnell, bei mir kommen tatsächlich die ganzen 50 Mbits auch an, aber Webseiten bauen sich elend langsam auf. Selbst mit meiner 16000er Leitung früher bei Alice ging das oft schneller. Zwar spukte für eine Sekunde der Begriff „DNS-Server“ durch meine Gedanken, war aber auch eben gedankenschnell wieder entschwunden.

Eine geraume Zeit habe ich es hingenommen. Jedoch wurde es immer lästiger. Zwar nicht schlimmer, aber es nervte mich jedes mal immer ein wenig mehr. Ich war schon drauf und dran die Störungsstelle anzurufen. Aber was melde ich denen denn für eine Störung? Es ist ja nix offensichtlich kaputt, es nervt nur, und das würde irgendwie nicht reichen, dachte ich, und habe es gelassen.

Beim unmotivierten Eintippen von Suchbegriffen in die Suchmaschine tauchten dann immer mehr Berichte darüber auf, dass es evtl. Probleme mit den DNS-Servern der Telekom geben könnte. Nun, vor ein paar Monaten geisterte der Begriff schon mal durch meine Gedanken, habe ihn aber nicht weiter verfolgt. Diesmal jedoch wollte ich es genauer wissen und habe das Thema ausführlicher durchgelesen.

Ich wollte nun also wissen, ob die Telekom-DNS-Server langsam sind, und wenn ja, welche schneller sein könnten. Ich habe ein Programm benutzt, namebench, welches die DNS-Server einzeln anfragt und deren Antwortzeiten misst. Ich verlinke das Programm absichtlich nicht. Zum Einen wird es nicht mehr weiterentwickelt, zum Anderen sind die Ergebnisse mehrerer Durchläufe inkonsistent und schwer zu interpretieren. Daher habe ich es gelassen, mich auf die Ergebnisse dieses Programms zu verlassen. Wer es ausprobieren will, die Suchmaschine eures Vertrauens spuckt sicher Download-Links aus…

Einfach mal zum Testen, und weil mir auch gerade keine anderen öffentlichen DNS-Server bekannt waren, habe ich den DNS-Server in meiner Fritz!Box auf die Adressen von Google geändert. Nach dem Trennen und Neuaufbau der Verbindung kam dann der große Aha-Effekt! Die Seiten bauten sich plötzlich rasend schnell auf, AppStore-Downloads starteten nicht erst in 10 sondern schon nach 3 Sekunden, und insgesamt fühlt sich das Surfen nun wesentlich schneller und flüssiger an. Gerade Seiten, die viele externe Elemente nachladen müssen, sind viel schneller mit Laden fertig!

Gut, vielleicht sind die DNS-Server von Google nicht gerade die klügste Wahl. Aber besser als die der Telekom sind sie alle mal. Was mich wundert, denn ich wäre ja mal davon ausgegangen, dass die Telekom DNS-Server hat, die etwas performanter reagieren. Aber so kann man sich irren… 🙂 Später probiere ich es evtl. mit anderen, datenschutzmäßig weniger problematischeren Servern. Man weiß ja nie, ob Google die Abfragen irgendwo speichert…

Ändern der DNS-Server in der Fritz!Box

Damit die Änderungen sich auf alle Geräte im Haus bemerkbar machen, und man nicht jedes Gerät einzeln konfigurieren muss, bietet es sich an, diese Änderung im Router zu machen. Wie das in den Routern anderer Modelle funktioniert, kann ich nicht sagen. Ich habe eine Fritz!Box 7490, und für die kann ich den Weg beschreiben.

Öffnet die Fritz!Box-Oberfläche in eurem Browser, indem ihr in der Adresszeile die Adresse http://fritz.box eingebt.

Wählt aus dem Menü den Bereich „Internet“, und dort den Unterpunkt „Zugangsdaten“ aus. Nun sucht ihr den Menüpunkt „DNS-Server“, und wählt ihn aus.

Hier könnt ihr für IPv4 und IPv6 getrennt die Adressen der DNS-Server eintragen. Achtet bitte darauf, dass bei der Eingabe der IPv4-Adressen jeder Block ein eigenes Eingabefeld hat. Da eine IP-Adresse aus 4 Blöcken besteht, gebt also die Blöcke, die mit einem Punkt getrennt sind, jeweils in sein eigenes Eingabefeld ein. Für die IPv6-Adressen gilt das nicht.

Wählt also bei DNSv4-Server den Punkt „Andere DNSv4-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv4-Server“ gebt ihr die IP-Adresse 8.8.8.8 ein. Bei „Alternativer DNSv4-Server“ gebt ihr die Adresse 8.8.4.4 ein.

Bei DNSv6-Server wählt ihr ebenfalls „Anderen DNSv6-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8888 ein. Bei „Alternativer DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8844 ein.

Bei den IPv6-Adressen empfiehlt es sich, statt sie abzutippen, sie in die Zwischenablage zu kopieren und von dort einzufügen. IPv6-Adressen haben eine Menge Vorteile, Merkbarkeit gehört definitiv nicht dazu… 🙁

Nun klickt ihr noch auf „Übernehmen“, und eure Einstellungen sind gespeichert. Ihr könnt das jeder Zeit rückgängig machen, indem ihr in dieses Fenster zurückkehrt und entweder andere IP-Adressen eintragt, oder wieder den Punkt „Von Internetanbieter zugewiesene DNSvx-Server verwenden“ aktiviert.

Nun solltet ihr die Box neu starten. Ich habe es mal damit probiert, einfach nur die Verbindung neu aufbauen zu lassen, aber dann hat er fast immer die IPv6-Server als Standard-Server ausgewählt, und das macht das Internet evtl. auch noch mal langsamer. Der Neustart hat dafür gesorgt, dass er den IPv4-Server als Standard nutzt. Das könnt ihr jederzeit überprüfen, indem ihr im Menü auf „Internet“ und dort auf „Online-Monitor“ klickt. Hier könnt ihr die IP-Adresse eures Anschlusses und auch die zugewiesenen DNS-Server sehen.

Fazit

Ich hätte echt nicht gedacht, dass die Telekom der Flaschenhals ist. Aber die DNS-Server der Telekom sind wohl entweder überlastet oder zu klein dimensioniert. Zwar habe ich bei den Google-Servern etwas Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, ob die Anfragen hier irgendwo gespeichert werden, aber wenn ich mich deshalb jetzt verrückt mache, sollte ich den Internetanschluss vielleicht ganz trennen. Daher nehme ich es mal etwas lockerer und freue mich über jetzt schneller aufbauende Seiten!

Probiert es mal aus, vielleicht bringt es bei euch ja auch was. Und falls ihr weitere Ideen für alternative DNS-Server habt, die ebenfalls schnell sind, schreibt es mir einfach in die Kommentare. 🙂

Hama MCE Remote in Kodi auf dem Raspberry Pi 2 einbinden

Ein Mediacenter nutzt ja erst mal nicht sehr viel, wenn man ihn nicht auch bedienen kann. Und da, wie ich finde, eine Tastatur, sei sie nun per Kabel oder drahtlos angeschlossen, nicht so toll ins Wohnzimmerbild passt, kommt natürlich nur eine Fernbedienung in Frage.

Ich habe mich für eine Hama MCE Remote entschieden, die es bei Amazon für 28,65 € gibt. Zugegeben, als ich die gekauft habe, war sie bedeutend billiger.

Es gibt zwar eine Menge Fernbedienungen, die unseren Zweck erfüllen, diese werden aber unterschiedlich eingerichtet und konfiguriert. Und die Hama MCE Remote hat durchaus einige Besonderheiten, weswegen ich diesen Text schreibe.

Hinweise

Die Anleitung gilt nur für Linux und auf Linux basierende Installationen. Diese Anleitung funktioniert bei mir mit einem Mediacenter PC mit Ubuntu und auch mit dem Raspberry Pi 2.

Auch wenn die Einrichtung erst mal sehr kompliziert erscheint, so muss man dies jedoch nur ein Mal machen. Danach hat man seine Ruhe. Und da die Fernbedienung tadellos funktioniert, würde ich diese Zeit durchaus investieren. Folgt also der Anleitung, und eure Fernbedienung sollte, wenn es zu keinen Problemen kommt, gut funktionieren.

Um euch den Einstieg leicht zu machen, findet ihr hier den Inhalt der Konfigurationsdateien komplett. Es ist zwar nicht garantiert, dass es bei euch mit genau dieser Konfiguration auch läuft, aber so habt ihr einen Einstiegspunkt, von dem aus ihr eurem persönlichen Geschmack oder euren Systemvoraussetzungen entsprechend arbeiten könnt.

In dieser Anleitung findet ihr die Beispielkonfigurationen für einen Raspberry Pi 2 mit XBIAN. Wie ihr das installieren und konfigurieren könnt, erfahrt ihr in den Podcasts 80 bis 84.

Vorbereitungen

Fahrt euren Raspberry Pi herunter und zieht das Netzkabel. Vermutlich ist das zwar nicht nötig, aber ich möchte die Anleitung gerne an einem fest definierten Startpunkt beginnen.

Schließt den USB-IR-Empfänger der Fernbedienung an den Raspberry Pi an. Merkt euch, an welche USB-Schnittstelle ihr den Empfänger anschließt. Solltet ihr den Empfänger später mal an eine andere USB-Schnittstelle des Raspberry Pi anschließen, könnte es gut sein, dass ihr die UDEV-Regel neu konfigurieren müsst, dazu aber später. Ihr erspart euch das, wenn ihr den Empfänger immer an der gleichen USB-Schnittstelle anschließt. Ich habe hierzu die untere USB-Buchse direkt neben dem Netzwerkanschluss gewählt.

Nun könnt ihr das Netzteil des Raspberry Pi wieder anschließen. Wartet nun, bis das System voll hochgefahren ist.

Software-Installation

Wenn Kodi hochgefahren ist, und ihr Tasten an der Fernbedienung drückt, passiert was. Warum also noch konfigurieren, könntet ihr Fragen? Ja, Basisfunktionen der Fernbedienung funktionieren. Manch einem mag das sogar reichen. Aber es funktionieren längst nicht alle Tasten und man möchte vielleicht manche Sonderfunktionen auf bestimmte Tasten legen. Und hier wird es erforderlich, etwas Hand anzulegen. 🙂

Übrigens, hier kommt die Anleitung her, nach der ich die Fernbedienung konfiguriert habe. Sollte euch meine kurze Beschreibung nicht reichen, so findet ihr das Ganze auch im Detail dort.

Damit die Fernbedienung nun also so läuft, wie wir das wollen, braucht’s ein Software-Paket. Das Paket lirc für Fernbedienungen ist ja schon installiert, wir brauchen aber zusätzlich noch inputlirc. Öffnet also eine Sitzung mit einem SSH-Client und meldet euch am Raspberry Pi an. Nun gebt ihr folgende Befehle ein:

sudo apt-get update
sudo apt-get install inputlirc

Lasst das Fenster ruhig offen, das brauchen wir noch einige Male zum editieren von Konfigurationsdateien.

UDEV-Regel erstellen

Damit die Fernbedienung auch immer gefunden wird, bedarf es einer UDEV-Regel. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch einfacher geht, aber bei mir haben diverse Abkürzungen nur kurzfristig funktioniert, daher erwähne ich die gleich nicht. Dieser Weg mag komplizierter sein, er hat aber den unschlagbaren Vorteil, dass er funktioniert… 🙂

Bei einem PC, wie z. B. meinem Mediacenter-PC, mag der Vorgang umfangreicher sein, aber da wir beim Raspberry Pi doch eine sehr überschaubare Hardware haben, können wir uns diverse Schritte auch schenken. Aber wir sollten doch mal eben etwas kontrollieren.

Lasst euch doch mal den Inhalt des Verzeichnisses /dev/input anzeigen:

ls /dev/input

Hier müssten jetzt 4 Verzeichnisse sein, event0, event1, event2 und evtl. mouse0. Interessant sind für uns die drei eventx-Verzeichnisse.

Eine der Besonderheiten der Hama MCE Remote ist, dass sie tatsächlich als 2 Geräte vorhanden ist. Sie ist nämlich nicht nur Fernbedienung, sondern auch Maus. Daher verteilen sich die Tasten auf mehrere Geräte. Um nun herauszufinden, welches Gerät mit welchem event-Verzeichnis verknüpft ist, gebt ihr folgenden Befehl ein:

cat /proc/bus/input/devices

Ihr bekommt dann eine Ausgabe, die in Etwa so aussehen könnte:

I: Bus=0003 Vendor=05a4 Product=9881 Version=0110
N: Name="HID 05a4:9881"
P: Phys=usb-0000:00:06.0-1/input0
S: Sysfs=/devices/pci0000:00/0000:00:06.0/usb4/4-1/4-1:1.0/input/input0
U: Uniq=
H: Handlers=kbd event0
B: EV=120013
B: KEY=e080ffdf01cfffff fffffffffffffffe
B: MSC=10
B: LED=7

I: Bus=0003 Vendor=05a4 Product=9881 Version=0110
N: Name="HID 05a4:9881"
P: Phys=usb-0000:00:06.0-1/input1
S: Sysfs=/devices/pci0000:00/0000:00:06.0/usb4/4-1/4-1:1.1/input/input5
U: Uniq=
H: Handlers=kbd mouse1 event1
B: EV=17
B: KEY=1f0000 2020000 3878d801d001 1e000000000000 0
B: REL=103
B: MSC=10

Das ist nur eine Beispielanzeige, die ich aus der oben genannten Anleitung rauskopiert und geringfügig angepasst habe. Der Raspberry Pi ist zur Zeit verliehen und steht mir gerade nicht zur Verfügung, weswegen ich etwas triksen musste… 🙂 Viel wichtiger ist, dass wir bei beiden Geräten in der Zeile „h: Handlers=“ sehen können, an welchen Verzeichnissen sie hängen.

Bei meinem Raspberry Pi ist das event0 und eventt1. Das Verzeichnis event2 ist mit lirc verknüpft.

Nun benötigen wir noch die Minor- und Major-Nummern beider Geräte. Das ist später für die Regeldatei nötig. Diese bekommen wir so heraus:

udevadm info -q all -n /dev/input/event0
udevadm info -q all -n /dev/input/event1

Die ganze Anzeige ist völlig belanglos, nur ganz unten findet ihr die beiden Zeilen „Major“ und „Minor“. Diese Zahlen notiert ihr euch bitte, für beide Geräte, da sie gleich für die Regeln nötig werden. In meinem Fall waren es übrigens Major 13 und Minor 64 und 65.

Nun schreiben wir eine UDEV-Regeldatei.

sudo nano /etc/udev/rules.d/10-irremote.rules

Und in diese leere Datei fügen wir folgenden Inhalt ein:

SUBSYSTEM=="input",ATTRS{idVendor}=="05a4",ATTRS{idProduct}=="9881",ATTR{dev}=="13:64",SYMLINK="input/irremote0"
SUBSYSTEM=="input",ATTRS{idVendor}=="05a4",ATTRS{idProduct}=="9881",ATTR{dev}=="13:65",SYMLINK="input/irremote1"

Vergesst nicht, die Minor-Zahl zu ändern, die hier bei 64 und 65 steht, falls dies bei euch andere Werte hat. Sonst funktioniert es nicht. Speichert die Datei nun mit Ctrl+X, so dass ihr wieder auf der Eingabeaufforderung steht.

Man könnte UDEV einfach neu starten, aber das hat bei mir nicht funktioniert, keine Ahnung, warum. Daher habe ich den Raspberry Pi komplett neu gestartet mit dem Befehl „sudo reboot“. Das dauert zwar, aber naja…

Wenn der Raspberry Pi wieder hochgefahren ist und ihr mit SSH wieder verbunden seid, lasst euch doch nochmal das Verzeichnis /dev/input anzeigen. Wenn die Regel nämlich geklappt hat, sind da jetzt zwei neue Verzeichnisse, eigentlich sind das symbolische Links: irremote0 und irremote1. Falls nicht, hat was nicht geklappt.

Editieren von Konfigurationsdateien

Ab jetzt wird es einfacher, denn nun könnt ihr getrost die Beispiele verwenden, die ich hier reinstelle. Anpassen müsst ihr da nichts mehr.

inputlirc

Zunächst muss die Datei /etc/default/inputlirc editiert werden.

sudo nano /etc/default/inputlirc

Am besten, ihr löscht den Inhalt der Datei und fügt folgenden Inhalt ein:

# Options to be passed to inputlirc.
EVENTS="/dev/input/irremote0 /dev/input/irremote1"
OPTIONS="-g -m 0 -c -r 280"

Nun noch mit Ctrl+X speichern.

lircd.conf

Damit imputlirc funktionieren kann, muss lirc umgangen werden. Öffnet also:

sudo nano /etc/lirc/lircd.conf

Hier stehen bereits einige Zeilen drin. Kommentiert diese aus. Stellt vor jede Zeile ein Nummernzeichen, #, voran. Anschließend mit Ctrl+X speichern, fertig.

custom.conf

Nun muss die Hardware für lirc konfiguriert werden:

sudo nano /etc/lirc/hardware/custom.conf

Löscht auch hier den Inhalt und fügt folgenden Inhalt ein:

# /etc/lirc/hardware/custom.conf
#
# Arguments which will be used when launching lircd
#LIRCD_ARGS=""

#Enable lircd
START_LIRCD="false"

#Don't start lircmd even if there seems to be a good config file
#START_LIRCMD=false

#Don't start irexec, even if a good config file seems to exist.
#START_IREXEC=false

#Try to load appropriate kernel modules
LOAD_MODULES=false

# Run "lircd --driver=help" for a list of supported drivers.
#DRIVER=""
# usually /dev/lirc0 is the correct setting for systems using udev
#DEVICE=""
#MODULES=""

# Default configuration files for your hardware if any
LIRCD_CONF=""
#LIRCMD_CONF=""

Auch dies noch mit Ctrl+X speichern, fertig. Der Raspberry Pi muss mit „sudo reboot“ neu gestartet werden.

Konfiguration von Kodi

Hier gibt es zwei Dateien, die das Verhalten der Fernbedienung beeinflussen. Zum Einen haben wir eine keymap.xml und eine Lircmap.xml. Beide Dateien sorgen im Zusammenspiel dafür, dass die Fernbedienung letztlich tut, was wir von ihr wollen.

Verbindet euch nach dem Neustart des Raspberry Pi also wieder per SSH und wechselt in das Kodi-Verzeichnis, und dort in das Verzeichnis für die eigenen Einstellungen:

cd .kodi/userdata

remote.xml

Die Fernbedienung kann bestimmte Funktionen in bestimmten Fenstern unterschiedlich behandeln. So habe ich es z. B. eingestellt, dass die Taste, mit der ich das Kontextmenü öffne, im Hauptfenster die Favoritenliste öffnet. Auch eine Löschtaste, falls man mal alte TV-Aufnahmen löschen will, habe ich hinzugefügt. Damit dies aber funktioniert, braucht es eben eine keymap.

Wir stehen ja jetzt im userdata-Verzeichnis. Also müssen wir eben noch ins keymaps-Verzeichnis:

cd keymaps

Hier erstellen wir die Datei remote.xml:

nano remote.xml

Das sudo ist hier nicht nötig, weil wir jetzt ja nicht mit Admin-Rechten, sondern unseren eigenen Rechten arbeiten.

In die nun offene leere Datei fügt ihr folgenden Inhalt ein:

<keymap>
    <global>
        <remote>
            <start>ActivateWindow(shutdownmenu)</start>
            <teletext>XBMC.RunScript(service.xbmc.tts,key.ITEM_EXTRA)</teletext>
            <record>screenshot</record>
        </remote>
        <universalremote>
            <obc1>XBMC.RunScript(service.xbmc.tts,key.REPEAT)</obc1>
            <obc2>XBMC.RunScript(special://home/addons/service.xbmc.tts/enabler.py)</obc2>
            <obc3>XBMC.RunScript(service.xbmc.tts,key.STOP)</obc3>
        </universalremote>
    </global>
    <MyVideoFiles>
        <remote>
            <clear>Delete</clear>
        </remote>
    </MyVideoFiles>
    <MyMusicFiles>
        <remote>
            <clear>Delete</clear>
        </remote>
    </MyMusicFiles>
    <Home>
        <remote>
            <title>ActivateWindow(favourites)</title>
        </remote>
    </Home>
</keymap>

Nun noch mit Ctrl+X speichern und mit cd .. zurück ins userdata-Verzeichnis gehen.

Lircmap.xml

Jeder Tastendruck auf eurer Fernbedienung sendet einen Code an den Rechner. Und in der Datei Lircmap.xml legt ihr fest, welche Taste welchen Code hat. Und danach weiß Kodi, was es damit zu tun hat.

Wenn ihr auf der Eingabeaufforderung nun den Befehl irw eingebt, so seid ihr in einem Fenster, in dem ihr die Codes sehen könnt. Drückt mal z. B. auf die Play-Taste, die Ausgabe sieht dann wahrscheinlich so aus:

a4 0 KEY_PLAYPAUSE /dev/input/irremote1

Ihr wisst jetzt also, dass der Code KEY_PLAYPAUSE die Play-Taste auf dem Gerät /dev/input/irremote1 ist.

Das könntet ihr jetzt für jede einzelne Taste wiederholen, um sie in die Lircmap.xml einzutragen, aber ihr könnt auch meine Lircmap nehmen. Die ist, so finde ich, schon recht brauchbar belegt… 🙂 Übrigens, das irw-Programm beendet ihr mit Ctrl+c.

Ihr seid ja jetzt im userdata-Verzeichnis, also öffnet ihr:

nano Lircmap.xml

Und in die leere Datei fügt ihr folgenden Inhalt ein:

<lircmap>
    <remote device="/dev/input/irremote1">
        <power>KEY_SLEEP</power>
        <play>KEY_PLAYPAUSE</play>
        <stop>KEY_STOPCD</stop>
        <menu>BTN_MOUSE</menu>
        <title>BTN_RIGHT</title>
        <skipplus>KEY_NEXTSONG</skipplus>
        <skipminus>KEY_PREVIOUSSONG</skipminus>
        <start>KEY_HOMEPAGE</start>
        <volumeplus>KEY_VOLUMEUP</volumeplus>
        <volumeminus>KEY_VOLUMEDOWN</volumeminus>
        <mute>KEY_MUTE</mute>
    </remote>
    <remote device="/dev/input/irremote0">  
        <record>CTRL_KEY_R</record>
        <reverse>CTRL_SHIFT_KEY_B</reverse>
        <forward>CTRL_SHIFT_KEY_F</forward>
        <left>KEY_LEFT</left>
        <right>KEY_RIGHT</right>
        <up>KEY_UP</up>
        <down>KEY_DOWN</down>
        <select>KEY_ENTER</select>
        <pageplus>KEY_PAGEUP</pageplus>
        <pageminus>KEY_PAGEDOWN</pageminus>
        <back>KEY_BACKSPACE</back>
        <info>ALT_META_KEY_ENTER</info>
        <display>KEY_ESC</display>
        <myvideo>CTRL_KEY_E</myvideo>
        <mymusic>CTRL_KEY_M</mymusic>
        <mypictures>CTRL_KEY_I</mypictures>
        <mytv>CTRL_SHIFT_KEY_T</mytv>
        <one>KEY_KP1</one>
        <two>KEY_KP2</two>
        <three>KEY_KP3</three>
        <four>KEY_KP4</four>
        <five>KEY_KP5</five>
        <six>KEY_KP6</six>
        <seven>KEY_KP7</seven>
        <eight>KEY_KP8</eight>
        <nine>KEY_KP9</nine>
        <zero>KEY_KP0</zero>
        <star>KEY_KPASTERISK</star>
        <hash>ALT_KEY_KP5</hash>
        <clear>CTRL_KEY_O</clear>
        <teletext>CTRL_KEY_G</teletext>
        <obc1>CTRL_KEY_T</obc1>
        <obc3>CTRL_SHIFT_KEY_M</obc3>
        <obc2>ALT_KEY_F4</obc2>
    </remote>
</lircmap>

Nun noch mit Ctrl+X speichern und den Raspberry Pi ein letztes Mal mit „sudo reboot“ neu starten.

Besonderheiten der Tastenbelegung

Die Fernbedienung ist korrekt belegt, mit ein paar Besonderheiten, auf die ich mal ganz kurz eingehen möchte, da sie sich vielleicht nicht von selbst erschließen. Ich werde jetzt nicht auf die ganze Fernbedienung eingehen, nur auf die Besonderheiten, die sich durch meine Tastenbelegung ergeben.

Ganz oben sind ja zwei einsame Tasten. Die rechte davon ist Power, und schaltet den Raspberry Pi ab, bzw. fährt ihn runter. Die linke taste öffnet ein Abschaltmenü, wo man auch einen Neustart auswählen kann.

Darunter kommen die Farbtasten, von links nach rechts: TV, Audio, Bilder, Video. So kann man schnell in die jeweiligen Bereiche springen.

Darunter kommt eine Reihe, die so belegt ist, dass man von der Beschriftung der Tasten nicht auf deren Funktion schließen kann. Auch wieder von links nach rechts:

  • Löschen: Löscht Aufnahmen im TV-Bereich oder auch Dateien in Videos oder Audios.
  • Extras vorlesen: Wenn ihr auf einem Film steht, der in eurer Datenbank ist, so liest dieser Tastendruck die Filmbeschreibung vor. Im EPG liest es die EPG-Daten vor.
  • Fenster vorlesen: Liest Fenstertitel und evtl. wie viele Elemente in diesem Fenster sind.
  • Ruhe: Unterbricht die Sprachausgabe.

Das Cursor-Kreuz ist ja klar, aber hier mal kurz die Beschreibung der 4 Tasten um das Kreuz herum:

  • Linke obere ecke: Eine ebene Zurück, um z. B. in das darüberliegende Verzeichnis zu wechseln. Bei Texteingaben ist das auch die Rücktaste.
  • Linke untere Ecke: Schließt die Texteingabe ohne zu bestätigen, wechselt ins Hauptmenü oder beendet die Ansicht für Videos oder Audios oder dergleichen. Bei laufender Wiedergabe bringt diese Taste euch in das OSD-Menü.
  • Beide Tasten rechts vom Cursor-Kreuz: Öffnen überall das Kontextmenü, außer im Hauptmenü, dort öffnet es die Favoritenansicht.

Die beiden rechten Tasten senden den gleichen Code, daher konnte ich sie nicht unterschiedlich belegen.

Unter dem Cursor-Kreuz kommt so ein rundes Pad, das ist die Maussteuerung und ist nutzlos, weil auch nicht konfiguriert. Aber darunter wird es noch mal interessant:

Links sind zwei Tasten übereinander, das ist oben laut und unten leise. In der Mitte ist eine kleine Taste, das ist Stumm, und darunter eine querliegende längliche dicke Taste, das ist die Info-Taste. Damit zeigt ihr z. B. die Datenbank-Infos an oder könnt bei laufenden Sendungen oder Audios Details zum gerade abgespielten Track anzeigen. Rechts sind wieder zwei Tasten übereinander, das ist Page up und Page down.

Darunter kommt die Zifferntastatur, damit gibt man auch im SMS-Stil Text ein. In Listen kann man so auch per Anfangsbuchstabe springen.

Ganz unten sind noch zwei Tasten, die von Bedeutung sind: Ganz links unten schaltet den Kodi Screen Reader aus und ein. Die mittlere Taste blendet bei laufendem Video die Benutzeroberfläche ein und aus. Und ganz rechts ist eine zweite Enter-Taste, die sendet auch den gleichen Code wie die OK-Taste in der Mitte des Cursor-Kreuzes.

Fazit

Ich kann und will nicht garantieren, dass meine Konfigurationsbeispiele so bei euch funktionieren oder euren Geschmack treffen. Vor allem ist wirklich viel Aufmerksamkeit bei der Ermittlung der Minor- und Major-Nummern gefragt. Wenn UDEV die Fernbedienung nicht finden kann, funktioniert keines meiner Konfigurationsbeispiele.

Wenn es denn aber mal läuft, braucht ihr euch darum nicht mehr zu kümmern. Bislang laufen drei Kodi-Installationen, die ich mit dieser Fernbedienung eingerichtet habe, seit mehr als 2 Jahren problemlos. Vor allem, wenn man sich an die Belegung mal gewöhnt hat, ist es sehr bequem, alles in einer Hand steuern zu können. Auch wenn die Einrichtung kompliziert ist, es hat sich definitiv gelohnt!

iCloud einfach erklärt

Dieser Beitrag erschien zunächst als E-Mail in der TuKSuB Mailingliste und wurde von Heiko Warnken verfasst. Ich habe ihn lediglich für das Blog etwas formatiert.


Bereits am 17.07.2013 habe ich diesen Text bis zum Punkt 7 veröffentlicht. Da aber mit IOS 8 Einiges hinzugekommen ist, habe ich mich dazu entschlossen, die Punkte 8 bis 12 hinzuzufügen und die Punkte 1 bis 7 zu überarbeiten.

1. iCloud, was bist Du?

Apple bietet Jeden, der ein Produkt aus der i-Reihe, also iPot, iPhone, iPad oder iMac, besitzt, die Möglichkeit, seine Daten wie Apps, Kontakte, Termine, Notizen, Aufgaben usw. zentral an einem Ort zu speichern, der von überall aus erreichbar ist. Dafür steht Jedem zunächst einmal ein Platz von 5 GB zur Verfügung. Der große Vorteil der iCloud ist seine ununterbrochene Verfügbarkeit, egal, wo Du Dich gerade befindest.

Weiterhin hat sich die iCloud mit Einführung von IOS 8 und OSX 10.10 zu einer richtigen kleinen Datenzentrale entwickelt, die sehr leistungsfähig geworden ist. Sie birgt aber auch die eine oder andere kleine Tücke in sich.

2. iCloud, wie funktionierst Du?

Die iCloud ist vom Prinzip her nichts anderes als eine Festplatte. Allerdings ist sie in ihrer Funktionsweise gegenüber einer herkömmlichen Festplatte eingeschränkt. In der iCloud können nur Daten gespeichert werden, die Apple dem User freischaltet. Zur Zeit sind dies Daten wie die gekauften Apps, Kalender, Termine, Notizen und Deine eMails. Mit den entsprechenden Apps wie z. B. der App Kontakte können Deine privaten Kontaktdaten von Dir selbst oder die Kontaktdaten Deiner Freunde usw. auf diese Festplatte, der iCloud gespeichert und jederzeit wieder abgerufen werden.

3. Organisatorisches in der iCloud

Um dies vernünftig organisiert zu bekommen, stellt die iCloud eine fest definierte Ordnerstruktur zur Verfügung. So befinden sich in der iCloud Ordner für

  • Deine Adress-Kontaktdaten (contacts)
  • Deine Termine (calendars)
  • Deine eMails (mail)
  • Deine Datensicherungen (backups)
  • sowie für Deine Notizen (notices)

Da Du mehrere Kalender anlegen kannst, befinden sich im Ordner für die Kalender (calendars) weitere Ordner für die verschiedenen Kalender. Hier hat Apple uns bereits einige Arbeit abgenommen und stellt 3 Kalender bereits zur Verfügung. Dies sind die Kalender

  • privat (calendars/home)
  • Arbeit (calendars/work) und
  • Geburtstage (calendars/birthday)

Außerdem kannst Du von Deinen verschiedenen Geräten mehrere Backups erstellen. Hierfür legt die iCloud im Ordner Backups ebenfalls weitere Ordner an. Diese Unterordner tragen den Namen Deines Mobilgerätes.

Hast Du Dein iPhone z. B. den Namen „iPhone von Silvio“ gegeben, befindet sich im Ordner Backups genau dieser Ordner mit dem Namen „iPhone von Silvio“. Und in diesem Ordner „iPhone von Silvio“ befinden sich die Backups bzw. Datensicherungen des besagten Mobilgerätes. In meinem persönlichen Fall befinden sich diese Ordner für Backups in der iCloud:

  • mein iPhone (backups/iPhone von Heiko)
  • mein iPad (backups/iPad von Heiko)

Außerdem können einige Apps, die auf dem Mobilgerät installiert sind, selbständig weitere Ordner anlegen und darin ihre Daten ablegen. So kann Navigon z. B. seine Favoriten in der iCloud ablegen, damit sie auf allen angeschlossenen Geräten identisch sind.

4. iCloud mit iPhone, iPad und Mac

Die iCloud unterstützt bis zu 5 unterschiedliche Geräte. Dies können 5 iPhones sein, aber auch 5 Geräte unterschiedlicher Bauart. Bei mir sind es zzt. 4 Geräte:

  1. mein iPhone 5S
  2. mein iPad 2
  3. mein MacBook pro und
  4. mein Windowsrechner (iTunes)

Ich könnte also noch ein weiteres Gerät mit meiner persönlichen iCloud verknüpfen. Benötige ich mehr als 5 Geräte, gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Du löscht aus der Liste  der verknüpften Geräte ein Gerät oder
  2. Du kaufst Dir weitere 5 GB iCloudspeicher, zu dem Du bis zu 5 weitere Geräte an Deine iCloud hängen kannst.

Letztere Möglichkeit solltest Du aber nur dann verwenden, wenn es beim besten Willen nicht anders geht, da die Zusammenarbeit der mit der iCloud verknüpften Geräte mit steigender Anzahl zunehmend langsamer wird.

5. Daten auf allen Geräten gleich halten (synchronisieren)

Die Möglichkeit, all Deine Daten auf allen Geräten zu synchronisieren, ist die Hauptaufgabe der iCloud. Hierzu muss nur jedes Gerät mit deiner Apple-ID und Deinem Kennwort in der iCloud angemeldet werden. Ist die Anmeldung erfolgreich, dauert es nur wenige Sekunden, bis die Daten der iCloud auf dem angemeldeten Gerät zu sehen ist. Bei Apps kann dies aufgrund der größeren Datenmenge etwas länger dauern. Besitzt Du schon länger ein iPhone und möchtest Dir jetzt Dein iPad einrichten, genügt es, auf dem iPad Deine Apple-ID und das passende Kennwort einzugeben, damit die Daten wie Termine, Kontakte, Apps usw. direkt auf Dein iPad kopiert werden. Bei den Apps gibt es eine kleine Einschränkung. Es werden nämlich nur Apps kopiert, die auch für das iPad geeignet sind. Apps, die ausschließlich für das iPhone entwickelt wurden, wirst Du auf Deinem iPad nicht finden. Ebenso verhält es sich mit Apps, die speziell für das iPad entwickelt wurden. Diese wirst Du auf keinem iPhone finden. So können schon mal gerade bei den Apps Unterschiede in Erscheinung treten.

Jetzt stellt sich aber die Frage, warum die iCloud nicht so schnell voll ist, wie man erwarten müsste. Schließlich habe ich doch rund 30 Apps mit einer Gesamtkapazität von 11 GB Speicherplatzbedarf. Die iCloud müsste also sehr schnell voll sein. Normalerweise ist das richtig. Allerdings werden für die Apps nicht die Apps selbst gespeichert, sondern lediglich der Speicherort im Appstore, und das sind dann nur noch wenige Bytes (Zeichen). Das hat aber einen kleinen Nachteil. Solltest Du nämlich Apps gesichert haben, die es beim Zurückspielen Deines Backups nicht mehr im AppStore gibt, werden diese Apps natürlich auch nicht mehr auf Deinem Geräte gespeichert.

Gibst Du nun auf dem iPhone z. B. einen neuen Termin ein, wird dieser in der iCloud gespeichert und erscheint nur wenige Sekunden später auch auf allen anderen Geräten, die in der iCloud Deiner Apple-ID zugeordnet sind. Dies betrifft auch das Löschen oder Ändern eines Termines, eines Kontaktes oder all anderer Daten in Deiner iCloud.

Wenn diese Synchronisation von Gerät zu Gerät nicht funktioniert, solltest Du Dir die Einstellungen des Gerätes ansehen, auf dem die Synchronisation nicht funktioniert. Gehe hierzu in die App Einstellungen und doppeltippe hier auf iCloud. Hier aktiviere alle Daten, die Du synchronisiert haben möchtest. Danach schließt Du das Einstellungsfenster. Nach maximal 1 Minute sollten Deine Daten auf diesem Gerät ebenfalls zu finden sein. Tipp: Die Synchronisation erfolgt sofort, nachdem das Gerät in einem WLAN eingeloggt und ans Netzkabel angeschlossen ist.

6. Datensicherungen in der iCloud

Die Datensicherung, also das Speichern sämtlicher Einstellungen des iPhones, iPad oder iPot, ist eine sehr nützliche Sache. Doch ich warne davor, die Datensicherung ausschließlich in der iCloud zu erledigen. Ich rate Jedem, wenigstens einmal nach der vollständigen Einrichtung des Mobilgerätes, eine Datensicherung auf der Festplatte Deines Rechners mit Hilfe von iTunes durchzuführen. Warum? Frage: Wie kommst Du an Deine Datensicherung, wenn Du das Kennwort zu Deiner Apple-ID vergessen hast oder noch schlimmer, Du hast Deine Apple-ID vergessen? Richtig. Gar nicht. Deshalb ist es sinnvoll, eine Datensicherung auf der eigenen häuslichen Festplatte zu haben, damit Du sie im Notfall auf Dein iPhone zurückspielen kannst. Und schon hast Du Deine Apple-ID wieder. Wenn Du Dein Kennwort vergessen hast, kannst Du Dir auf apple.com jederzeit ein neues Kennwort zuschicken lassen oder selbst festlegen.

Die Datensicherung in der iCloud erfolgt normalerweise automatisch, wenn das iPhone in ein Wlan eingeloggt und an Netzstrom angeschlossen ist. Davon bekommt man normalerweise gar nichts mit, da Du Dein iPhone ganz normal weiternutzen kannst. Solltest Du das iPhone während eines Backups vom Netzstecker ziehen, wird der Backupvorgang davon nur dann berührt, wenn Dein Handyakku unter 20 % liegt, denn in diesem Fall erhälst Du nicht nur eine Meldung, dass der Akku schwach ist, sondern danach auch die Frage, ob das laufende Backup gestoppt werden soll. Dann einfach Netzkabel wieder einstecken und auf „nein“ tippen und einfach mal warten, bis der Akku wieder voll ist.

7. Neueinrichtung eines IOS-Gerätes mit der iCloud

Wenn Du ein neues Gerät einrichtest, wird während der Ersteinrichtung nach Deiner Apple-ID und dem dazu passenden Kennwort gefragt. Konnte sich das neue Gerät in der iCloud erfolgreich anmelden, bietet es Dir die Möglichkeit an, ein Backup aus der iCloud auf das neue Gerät zu spielen. An dieser Stelle möchte nicht nur Apple, sondern auch ich, dringend davor warnen, ein iPhone4 Backup auf z. B. einem iPad Mini zu spielen. Die Chance, dass das neue Gerät nicht wie gewünscht oder wie erwartet funktioniert, liegt immerhin bei 50 zu 50. Darum bitte ein jungfräuliches Neugerät prinzipiell komplett durchkonfigurieren und danach eine Datensicherung machen. Wenn Du aber Dein iPhone auf Werkseinstellungen zurücksetzen musstest, dann ist das Rückspielen des Backups aus der iCloud möglicherweise sogar sehr sinnvoll. Dann achte aber darauf, dass Du ein Backup zurückspielst, in dem evtl. vorhandene Probleme nicht existierten.

Mit IOS 8.0 hat Apple die funktionalität der iCloud erweitert. In den nachfolgenden Kapiteln 8 bis 12 gehe ich näher auf diese Änderungen ein.

8. Das iDrive

Das iDrive ist eine kleine externe Festplatte. Auf Ihr können alle möglichen Daten gespeichert werden, auf die du mit Deinem iPhone, iPot, iPad oder iMac Zugriff hast. So kannst Du z. B. in Pages einen Text schreiben und diesen in der iCloud speichern. Die Speicherung erfolgt bei Bedarf auch auf dem iDrive. Alle Geräte, die Deiner APPLE-ID zugeordnet sind und Zugriff auf das iDrive haben, können nun auf die Daten auf dem iDrive zugreifen. Dies betrifft sämtliche Geräte aus der i-Serie von Apple. Ich habe es nicht geschafft, mit meinem Windows-Rechner einen Zugriff auf das iDrive zu erhalten. Ob die im April 2015 erhältliche AppleWatch auf das iDrive zugreifen kann, bleibt abzuwarten. Du kannst auf dem iDrive beliebig Ordner und Dateien erstellen, kopieren, umbenennen oder löschen. Eben genauso, wie auf der Festplatte Deines Rechners zu Hause.

Leider ist das iDrive mit 2 oder 5 GB etwas klein geraten, so dass es sich kaum lohnen dürfte, das iDrive ausgiebig zu nutzen.

9. Familienfreigabe

Die Familienfreigabe ist eine sehr schöne und meiner Meinung nach nützliche Erweiterung der iCloud. Du kannst jedes beliebige Familienmitglied, einen Freund oder eine fremde Person in Deine Familie aufnehmen. Du musst nur die Apple-ID des aufzunehmenden Mitgliedes kennen. Da Du in Deine Familie jedes Dir bekannte oder unbekannte Mitglied aufnehmen kannst, ist der Begriff „Familie“ eigentlich etwas falsch gewählt. Meiner Meinung nach wäre die Bezeichnung „Gruppe“ statt „Familie“ sinnvoller gewählt.

Voraussetzung zur Einrichtung einer Familie ist, dass das „Familienoberhaupt“ eine Kreditkarte besitzt. Alle Familienmitglieder können dann Einkäufe von dieser Kreditkarte tätigen. Hat ein hinzugefügtes Familienmitglied noch ein iTunes-Guthaben, so wird das zuerst verbraucht, bevor die Kreditkarte belastet wird. Das Familienoberhaupt kann festlegen, ob ein Kauf von ihm noch genehmigt werden muss, oder eben nicht.

Eine App, ein Musiktitel oder ein Video, welches von einem Mitglied der Familie gekauft wurde, kann von allen anderen Familienmitgliedern ebenfalls genutzt werden. Einzige Voraussetzung hierfür ist nur, dass der Entwickler der App die Familienfreigabe für seine App aktiviert hat.

Wenn von einem Mitglied ein Kauf getätigt wurde, erhält zunächst das betreffende Mitglied einen Kaufbeleg. Das Familienoberhaupt erhält den selben Kaufbeleg etwas zeitverzögert. So kann es vorkommen, dass das Familienoberhaupt, also der User mit der Kreditkarte, diesen Kaufbeleg evtl. erst 1 oder 2 Tage später erhält.

Ein Familienmitglied kann von einem IOS-Gerät oder an einem Mac der Familie hinzugefügt oder entfernt werden. Auf einem IOS-Gerät öffnest Du dazu die Einstellungen und öffnest dann den Punkt „iCloud“. Hier findest Du die Einstellungen für die Familienmitglieder und kannst jemanden hinzufügen oder löschen.

10. HandsOff

Ein Dokument an einem Gerät beginnen und nahtlos an einem anderen Gerät fortsetzen? Mit HandsOff ist das gar kein Problem. Voraussetzung ist hier, dass auf allen Geräten, die HandsOff nutzen sollen, die entsprechende Einstellung aktiviert ist. Stell Dir vor, Du sitzt im Zug und bist gerade dabei, dich zu langweilen. Dann fällt Dir ein, Du könntest Doch an Deinem Text, den Du gestern zu Hause an Deinem MacBook begonnen hast, weiterarbeiten. Gar kein Problem. Einfach Dein iPhone aus der Tasche holen, das iDrive öffnen und direkt weiterschreiben. So, wenn sich nun Dein iPhone und MacBook im selben WLAN befinden, kannst Du jede Änderung Deines Dokumentes, die Du an Deinem iPhone machst, direkt an Deinem Mac verfolgen. Umgekehrt funktioniert das übrigens auch. Voraussetzung für HandsOff ist, dass sich alle Geräte, die HandsOff nutzen, im selben WLAN befinden. Für alle anderen Fälle stellt das iDrive den erforderlichen Speicherplatz zur Verfügung.

11. Hilfe! Mein Mac klingelt

Mit Einführung von IOS 8 und OSX 10.10 hat Apple eine weitere Neuerung eingeführt: das Weiterleiten des Klingelns bei einem eingehenden Anruf.

Du hast Dein iPhone an der Garderobe in der Jackentasche und es klingelt? Entweder rennst Du jetzt ganz schnell zu Deinem Telefon oder Du nimmst das Gespräch einfach an Deinem Mac an, an dem Du sowieso gerade sitzt und arbeitest. Schön bequem, was? Voraussetzung: Alle Geräte müssen mit der selben Apple-ID an der iCloud angemeldet sein.

Wenn Du nun einen Anruf auf Deinem iPhone bekommst, beginnt nach dem 2. Klingelzeichen auch, Dein Mac zu klingeln. Auf dem Mac wird Facetime gestartet und lässt das Klingelzeichen ertönen. Du kannst das eingehende Gespräch nun am Mac mit Facetime annehmen oder ablehnen. Eine sehr schöne Sache. Aber diese Funktion hat einen kleinen Haken:

Es kommt leider immer wieder vor, dass die Geräte, an denen Du das Gespräch nicht angenommen hast, noch sehr lange klingeln, obwohl Du das Gespräch z. B. am Mac angenommen hast. Ein weiterer kleiner unschöner Punkt ist, dass alle Geräte von Apple gleichzeitig klingeln. Bei mir wären das zzt. 3 Geräte, iPhone, iPad und MacBook. Das fällt weiter nicht auf, wenn alle Geräte in unterschiedlichen Räumen liegen. Aber es kann ganz schön nervig sein, wenn Du am Mac bereits telefonierst und iPhone und iPad klingeln noch 3 Minuten munter vor sich hin. Es ist bei mir auch schon vorgekommen, dass die IOS-Geräte solange geklingelt haben, bis ich das Gespräch am Mac beendet habe. Wirklich lästig. Aber ich denke, da wird sich Apple noch etwas einfallen lassen. Eigentlich sollte es so sein, dass alle Geräte aufhören, zu klingeln, sobald das Gespräch an einem Gerät angenommen wurde.

Diese Funktion hat nur am Rande mit der iCloud zu tun, denn die iCloud wird dafür eigentlich gar nicht benötigt. Nur die Apple-ID ist vonnöten. Ruft Dich jemand auf dem iPhone an, erkennt das das iPhone und leitet das Gespräch automatisch an seine Apple-ID weiter. Dies wiederum erkennen alle Geräte mit der selben Apple-ID und beginnen, zu klingeln.

Facetime

Ruft mich jemand via Facetime an und gibt dabei als Empfänger meine Apple-ID an, klingeln natürlich auch mal iPad und iPhone. Aber sobald ich das Gespräch am Mac angenommen habe, klingeln iPad und iPhone noch 2 mal und verstummen dann.

Möchtest Du nicht, dass alle Deine Geräte wie in einem Konzert klingeln, rattern und brüllen, wenn Du angerufen wirst, musst Du das in Facetime auf allen Geräten abschalten.

Anmerkung von mir

Mich hat dieses Feature wirklich genervt, weil eben mein Mac munter weiterdudelte, obwohl ich am iPhone schon am Telefonieren war. Daher hier mal der Weg, wie Ihr das abschalten könnt:

Geht am iPhone in die Einstellungen und dort in Facetime. Hier könnt Ihr weiter unten einstellen, von welchen E-Mail-Adressen aus Ihr für Facetime erreichbar sein möchtet. Wichtig ist hier der Punkt „iPhone Mobilanrufe“. Diesen Punkt müsst Ihr abschalten.

Geht nun in die Facetime-App am Mac, diese befindet sich im Programme-Ordner. Hier kommt Ihr leicht mit Befehl+Umschalt+A hin. Öffnet mit Befehl+, die Einstellungen und deaktiviert auch hier „Iphone Mobilanrufe“.

Wenn Ihr beide Einstellungen gemacht habt, werden nur beide Geräte zusammen klingeln, wenn Ihr über Facetime angerufen werdet. Bei normalen Telefonanrufen wird jetzt nur noch das iPhone klingeln.

Diese Einstellung hat aber einen kleinen, meiner Ansicht nach aber vernachlässigbaren, Nachteil. Wenn auf beiden Geräten „iPhone Mobilanrufe“ aktiviert sind, so könnt Ihr auch vom Mac aus über Euer iPhone telefonieren. Hierbei baut der Mac die Verbindung über das Mobilfunknetz auf, indem es über Euer iPhone den Anruf tätigt. Telefonieren werdet Ihr weiterhin am Mac, aber das iPhone muss dazu eingeschaltet und geladen sein. Wenn Ihr diese Funktion nutzen möchtet, werdet Ihr mit dem gemeinsamen Dudeln beider Geräte leben müssen… 🙁

12. Endlich SMS und iMessage am Mac schreiben

Seit OSX 10.10 hast Du die Möglichkeit, eine iMessage oder eine SMS am Mac zu schreiben und über Dein iPhone zu versenden. Auf dem iPhone muss dafür IOS 8 installiert sein und beide Geräte müssen sich im selben WLAN befinden. Es ist mit OSX 10.10 in Verbindung mit IOS 8 auch möglich, eine empfangene SMS oder iMessage am MAC zu lesen und zu beantworten, die auf Deinem iPhone angekommen ist. Ist auf einem Gerät nicht die erwähnte Betriebssystemversion installiert, funktioniert das leider nicht mehr. Also schön darauf achten, dass IOS8 auf iPhone oder iPad und OSX 10.10 auf dem Mac installiert ist.

So, ich hoffe, ich konnte Euch das Verständnis zur iCloud etwas Näher bringen. Wie ich eingangs schrieb, habe ich versucht, es mit einfachen Worten und so verständlich wie möglich zu erklären. Ich gebe zu, dass diese Darstellung einen vereinfachten Einblick in die iCloud gibt. Dennoch bin ich sicher, dass das Prinzip der iCloud verstanden wurde.

Wer zur iCloud noch Fragen oder Anmerkungen zu meinen Ausführungen hat, darf dies gern in dieser Liste tun.


Diskutiert werden kann natürlich nicht nur in der Mailingliste, sondern auch im Forum oder hier in den Kommentaren. Entweder wird diese Text dann aktualisiert, oder einzelne Fragen und Antworten kommen dann in die FAQ-Sektion.

Mac: Installationsmedium für Yosemite erstellen

Dies ist ein Gastbeitrag. Diese Anleitung erschien als Mail in der TuKSuB-Mailingliste und wurde von Heiko W. verfasst.


Nachdem der Ruf nach einer einfachen Anleitung, einen bootfähigen Installationsstick für OSX Yosemite zu erstellen, laut wurde, möchte ich Euch so einfach und verständlich wie möglich erklären, wie das geht.

Was brauchen wir?

Zunächst brauchen wir die Yosemite Installationsdatei, die ungefähr 5,7 GB groß ist. Sie ist im Appstore herunterzuladen. Sucht im Appstore nach „Yosemite“ und klickt dann auf „laden“ bzw. „Update“, wenn Ihr noch OSX 10.8 oder 10.9 auf Eurem Rechner habt. Nach dem Herunterladen wird die Installation von Yosemite sofort gestartet. Bereits im ersten Bildschirm klickt Ihr dann auf die Schaltfläche „Abbrechen“, um die  Installation abzubrechen. Nun befindet sich im Ordner „Programme“ eine Datei mit dem Namen „OS X Yosemite Installation.app“.

Dann benötigen wir noch einen USB-Stick mit mindestens 8 GB Kapazität oder eine externe Festplatte, am USB- oder Thunderbold-Anschluss des Mac.

Hinweis: Lasst Euch nicht vom Dateinamen täuschen, den Ihr im Programme-Ordner findet: OS X Yosemite Installation.app. Dieser Dateiname, den Ihr im Ordner findet, stellt lediglich die deutsche Übersetzung des originalen Dateinamens dar. Und wie heißt der Originaldateiname? Diese Frage kann sich jeder selbst beantworten. Markiert die Datei „OS X Yosemite Installation.app“ und drückt dann CMD+I, um die Dateiinformationen angezeigt zu bekommen. Weiter unten in diesem Fenster findet Ihr den Punkt „Weitere Informationen“. Dieser Punkt lässt sich mit VO+# erweitern.  Dann findet Ihr den Punkt „Name und Suffix“. Diesen Punkt erweitert Ihr ebenfalls mit VO+#. Geht Ihr nun 2 Schritte weiter (mit VO+Pfeil-rechts), findet Ihr den Originaldateinamen. Dieser sollte sein: „Install OS X Yosemite.app“. Und genau diesen Originaldateinamen benötigen wir später noch. Übrigens: Auch der Ordnername „Programme“ ist lediglich die deutsche Übersetzung des Originalnamens. Der Originalname ist „Applications“. Somit lautet der vollständige Pfad zur Installationsdatei im Original: /Applications/Install OS X Yosemite.app.

Die Möglichkeit, aus der Installationsdatei ein bootfähiges Installationsmedium zu erstellen, gibt es seit OSX 10.8. Speziell für diesen Zweck befindet sich im Installationspaket eine ausführbare Linuxdatei mit dem Namen „createinstallmedia“. Diese Datei befindet sich innerhalb der Installationsdatei im Ordner /Contents/Resources. Auch diesen Ordner werden wir noch brauchen.

Vorbereitungen

Bevor wir beginnen können, einen USB-Stick als Installationsmedium zu nutzen, müssen wir den USB-Stick vollständig löschen und eine neue Partition im Format Macintosh Journaled formatieren. Hierzu öffnen wir das Festplattendienstprogramm, das wir im Ordner „Dienstprogramme“ finden. Dieser Ordner wird mit CMD+Umschalt+U geöffnet (U für Utilities).

Nun stecken wir den USB-Stick in den USB-Port des Rechners und starten das Festplattendienstprogramm. Dies kann möglicherweise einige Sekunden dauern.

Wir wählen im Festplattendienstprogramm nun den USB-Stick aus und öffnen den Karteireiter „Löschen“. Hier wählen wir als neues Format „Mac OS X Extended journaled“ aus und geben dem Stick einen einfachen neuen Namen.  Nimm hier einen einfachen kurzen Namen, denn diesen werden wir später noch brauchen. Ich nehme als Partitionsnamen den Namen „stick“. Danach gehst Du auf die Schaltfläche „Löschen“ und wartest, bis der Löschvorgang auf dem USB-Stick beendet ist. Beende danach das Festplattendienstprogramm.

Jetzt haben wir alle Angaben, die wir benötigen.

  1. den Originalpfad- und -dateinamen der Yosemite Installationsdatei: /Applications/Install OS X Yosemite.app
  2. Den Pfad zum Linuxprogramm zur Erstellung eines Bootmediums innerhalb der Installationsdatei: /Contents/Resources/createinstallmedia
    und
  3. den Namen der Partition auf dem USB-Stick: stick

Es ist für alle nachfolgenden Anweisungen sehr wichtig, dass auf die exakte Schreibweise der Dateinamen geachtet wird. Dies schließt auch die Groß-/Kleinschreibung ein.

Vorgehen

Nachdem wir nun alle benötigten Angaben haben, können wir dazu übergehen, unseren Installationsstick zu erstellen. Wir kennen nun den genauen und vollständigen Pfad des Linuxprogrammes zur Erstellung eines Installationsmediums innerhalb der Installationsdatei. Der vollständige Pfad lautet: /Applications/Install OS X Yosemite.app/Contents/Resources/createinstallmedia.

Wir kommen hier an eine Besonderheit, an die sich insbesondere Windowsuser gewöhnen müssen. Unser vollständiger Pfad enthält Leerzeichen. Unter Windows würden wir nun den vollständigen Pfad in Anführungszeichen setzen. In OSX funktioniert das aber nicht. Wenn unter OSX ein Dateiname Leerzeichen enthält, müssen wir dem System mitteilen, dass das nachfolgende Zeichen zum Dateinamen dazugehört, in unserem Fall also das Leerzeichen. OSX kennt dafür den Befehl „\“ (Backslash bzw. umgekehrter Schrägstrich). Dieser Befehl teilt dem Terminal mit, dass das nächste Zeichen zum Dateinamen gehört. Den Backslash bzw. den umgekehrten Schrägstrich erreichen wir auf unserer Mac-Tastatur mit der Tastenkombination Alt+Y. Die ALT-Taste befindet sich links neben der linken CMD-Taste.

Nun öffnen wir ein Terminalfenster. Das Terminal befindet sich im Ordner „Dienstprogramme“. Nachdem das Terminal geöffnet ist, geben wir folgenden Befehl ein:

sudo /Applications/Install\ OS\ X\ Yosemite.app/Contents/Resources/createinstallmedia --volume /Volumes/stick --applicationpath /Applications/Install\ OS\ X\ Yosemite.app/ --nointeraction

In Linux und somit auch in OSX werden Parameter zu einem Programm immer mit 2 Bindestrichen eingeleitet.

Nachdem wir den obigen sudo-Befehl korrekt eingegeben haben, drücken wir die Eingabetaste. OSX fragt nun nach dem Administratorkennwort. Dieses müssen wir nun eingeben und mit der Eingabetaste bestätigen. Während das Kennwort des Administrators eingegeben wird, erhalten wir keine Rückmeldung von OSX. Es werden weder Sterne, noch die getippten Buchstaben angesagt. Danach erhalten wir eine Meldung, dass der USB-Stick gelöscht wird und danach der Kopiervorgang beginnt. Es kann je nach Rechnergeschwindigkeit bis zu 20 Minuten dauern, bis der USB-Stick fertig ist und wir im Terminal die Meldung „Done“ erhalten.

Nachdem die Erstellung des USB-Sticks beendet ist, können wir das Terminal mit CMD-Q schließen. Auf dem Schreibtisch befindet sich ein neues Icon mit der Bezeichnung „Install OS X Yosemite“. Wenn wir dieses Volumen öffnen, finden wir auf dem USB-Stick lediglich eine Datei, dessen Namen wir bereits kennen: OS X Yosemite Installation.app.

Um nun von diesem USB-Stick booten zu können, muss der Rechner mit gedrückter ALT-Taste gestartet werden. Nach ein paar Sekunden erhalten wir eine Auswahl der startfähigen Laufwerke. Leider ist diese Auswahl mit VO nicht zu benutzen. Haben wir den USB-Stick ausgewählt, wird Yosemite ohne weitere Benutzerangaben auf dem Mac installiert.

Die Recoverypartition

Es kommt vor, dass wir in unserem Mac eine neue Festplatte einbauen lassen mussten. In diesem Fall befindet sich auf der neuen Festplatte logischerweise auch keine Rettungspartition (Recoverypartition). Wenn wir Yosemite jedoch vom USB-Stick installieren, wird automatisch eine neue Recoverypartition erstellt, so dass wir in der Lage sind, beim booten des Rechners CMD+R zu drücken und die Wiederherstellungsprogramme zu bekommen. Sofern sich auf der Installationsplatte eine Recoverypartition befindet, wird diese mit der Yosemiteinstallation aktualisiert.

Zukünftige OSX-Versionen

Wenn wir in einem Jahr OSX 10.11 installieren wollen, können wir genauso vorgehen, wie mit OSX 10.10. Einzige Voraussetzung ist, dass sich im Installationspaket wieder die Linuxdatei „createinstallmedia“ befindet.

Mac: Konvertierung von Mediendateien

Dies ist ein Gastbeitrag. Dieser Text wurde von Heiko geschrieben und erschien zuerst als Mail in der TuKSuB-Mailingliste.


Wer sich bereits das neue iTunes 12 angesehen hat, der wird ersteinmal verwirrt sein. Es sieht völlig anders aus und einige Funktionen lassen sich nun an anderen Stellen finden. Und wer öfter mal Dateien, die auf seinem Rechner liegen, in ein anderes Format wandeln möchte, um Speicherplatz zu sparen, der wird sich spätestens mit iTunes 12 eine einfachere und bequemere Möglichkeit der Dateikonvertierung wünschen.

Und tatsächlich, es gibt eine einfache und nützliche Möglichkeit zur Dateikonvertierung. Diese Möglichkeit werde ich später noch etwas genauer betrachten, doch vorweg ersteinmal ein paar grundlegende Dinge.

Die Möglichkeit der Dateikonvertierung, die ich vorstellen werde, wandelt Musik- und Videodateien in das Apple-Format um. Dies ist bei Audiodateien das M4A-Format und bei Videodateien das M4V-Format. Damit ist schon mal klar, welche Dateien wir später wiederfinden werden. Aber welche Dateien lassen sich denn nun in das Appleformat umwandeln? Dies sind die wichtigsten Dateiformate aus der Windows-Welt. Hierbei handelt es sich um Dateien mit der Endung AIF und WAV für Audiodateien und AVI, WMV und MOV für Videodateien.

Na? Aufgepasst? Eines dieser Formate stammt nicht aus der Windowswelt. Welches? Richtig, es ist das MOV-Format für Apple Quicktimevideos.

Wandeln wir z. B. eine 4-Minütige WAV-Datei in das Apple-Format M4A um, können wir eine Speichehrplatzersparnis von bis zu 50 % erreichen, manchmal sogar bis zu 75 %. Bei Videodateien erreichen wir Dateien, die nur etwa 3/4 so groß sind, wie das Original.

Und wie konvertieren wir nun eine Audiodatei?

Bevor wir eine Audio- oder Videodatei konvertieren können, müssen wir sicherstellen, dass sich die zu konvertierende Datei auf unserer Festplatte des Macs befindet oder zumindest auf einem am Mac angeschlossenen Datenträger wie einer USB-Festplatte oder einer Speicherkarte. Die Konvertierung von Dateien, die sich auf einem Netzwerklaufwerk befinden, funktioniert nicht. Hier wird der Menüpunkt zum Konvertieren gar nicht erst angeboten.

Also müssen wir zunächst die zu konvertierende Datei auf die Festplatte des Mac kopieren. Ich gehe hier nicht darauf ein, wie das gemacht wird, denn ich denke, es wird Jeder wissen, wie das geht. Ich habe dafür einen neuen Ordner auf dem Schreibtisch erstellt und diezu konvertierende Datei dort hineinkopiert.

Ich habe die Datei applaus.wav vom Windowsrechner nun in meinem Konvertierungsordner liegen. Nun markiere ich diese Datei und drücke VO+Umschalt+M, um das Kontextmenü aufzurufen. Nutzer ohne Voiceover bewegen den Mauszeiger auf die Datei applaus.wav und halten nun die CTRL-Taste gedrückt und führen einen Mausklick mit dem Trackpad oder der Maus aus.

Fast ganz unten in diesem Kontextmenü befindet sich der Eintrag „ausgewählte Audiodateien codieren“. Diesen wählen wir an und drücken die Eingabetaste.

Nach einigen Sekunden öffnet sich ein neues Fenster. Dieses Fenster sollte sich normalerweise direkt im Vordergrund befinden, jedoch kommt es öfter vor, dass sich dieses neue Fenster im Hintergrund befindet. In diesem Fall muss man es mit CMD+TAB in den Vordergrund holen. Das Fenster trägt den Titel „In MPEG Audio codieren von Automatorrunner“.

Der Focus des Cursors befindet sich normalerweise auf der Schaltfläche „Fortfahren“. Jetzt springen wir an den Anfang dieses Fensters. Voiceover sagt nun „Codierer“. Im Folgenden gehe ich jeden Punkt dieses Fensters durch und gebe ein paar Erklärungen dazu ab.

Qualität: Hier ist bereits der Punkt „hohe Qualität“ ausgewählt. Es handelt sich hier um ein Aufklappmenü, welches mit VO und Leertaste geöffnet wird. Ausgewählt kann hier:

  • iTunes Plus: Dies ist die Audioqualität, wie sie im iTunes-Stor zu bekommen ist (44,1 khz).
  • Apple Lostless: Die maximale Qualität bei geringem Platzverbrauch (48 khz).
  • Gesprochene Potcasts: gesprochene Audiodateien müssen nicht in höchster Qualität konvertiert werden. Mit dieser Einstellung werden Audiodateien mit 22 khz konvertiert.

Ziel: Hier kann das Ziel der kodierten Datei ausgewählt werden. Dieser Punkt ist normalerweise nicht aktiv und wird durch deaktivieren des nachfolgenden Punktes „Wie Originaldatei“ erst aktiv.

Originaldatei nach dem Verarbeiten löschen: Soll die Originaldatei nach der Konvertierung direkt gelöscht werden? Wenn ja, sei Dir darüber im Klaren, dass sie unwiderbringlich verloren ist, denn sie wird nicht in den Papierkorb verschoben. Dieser Punkt ist normalerweise nicht aktiviert. Aktiviere ihn nur, wenn Du Dir sicher bist, dass die Originaldatei wirklich unwiderruflich gelöscht werden soll. Das sollte sie aber nur, wenn noch eine Kopie der Originaldatei vorhanden ist.

Mit der Taste „Abbrechen“ brechen wir die Codierung ab und schließen das Fenster, ohne eine Aktion auszuführen.

Mit der Taste „Fortfahren“ wird das Fenster geschlossen und die Codierung der Datei läuft im Hintergrund ab. Dies kann je nach Größe der Originaldatei und Art der Kodierung einige Sekunden oder Minuten dauern. Bei einer 10-minütigen WAV-Datei dauert die Kodierung auf meinem MacBook aus Mitte 2012 etwa 12 Minuten, wenn ich die oben besprochenen Einstellungen auf ihren Standardwerten belasse.

Und nun kommen wir zu einem nicht ganz schönen Punkt. Wir erhalten nämlich keine Benachrichtigung, dass die Kodierung abgeschlossen ist. Das Ergebnis kann sich allerdings, was den Platzverbrauch betrifft, durchaus sehen lassen. In meinem Beispiel der Datei applaus.wav hat sich eine Platzersparnis von über 50 % ergeben, ohne dabei einen hörbaren Qualitätsverlust zu bemerken.

  • Größe der Originaldatei applaus.wav: 28 kb
  • Größe der kodierten Datei applaus.m4a: 12 kb

Auf diese Art und Weise lassen sich auch die eingangs erwähnten Videodateien kodieren. Hier sind allerdings weitere Einstellungen zu finden, die aber im Normalfall selbsterklärend sein dürften. Die Vorgehensweise ist die Gleiche, wie bei Audiodateien. Logischerweise dauert die Kodierung von Videodateien etwas länger. Ein 45-minütiger Film hat auf meinem MacBook etwa 75 Minuten benötigt. Die Dateigröße ist dabei ebenfalls um mehr als 50 % geschrumpft. Eine Kleinigkeit möchte ich in Bezug auf Videodateien allerdings nicht außer Acht lassen. Mit dieser Methode der Kodierung ist es nämlich möglich, aus einem Video lediglich die Audiospur zu kodieren und zu speichern. Dies könnte insbesondere für Blinde User nicht uninteressant sein.

Fazit: Wer schnell mal eine oder mehrere Dateien in das Apple-Audioformat M4A oder in das Apple-Videoformat M4V kodieren will oder muss, hat hier eine einfache und bequeme Möglichkeit an die Hand bekommen. Diese Möglichkeit der Dateikodierung besteht seit OSX 10.8 und wurde meiner Meinung nach seit dem optimiert. Ich habe nämlich den subjektiven Eindruck, dass die Kodierung von Dateien mit OSX 10.10 etwas schneller als unter 10.8 abläuft.

Vorteile:

  • Schnelle Erreichbarkeit
  • keine Zusatzprogramme erforderlich
  • einfache Bedienung
  • schnelle Codierung
  • zu 100 % VoiceOver-tauglich

Nachteile:

  • Seitens Apple nicht dokumentiert
  • Codierung nur ins appleeigene Format M4A oder M4V möglich
  • Codierung nur mit AIF, WAV, AVI, MOV und WMV möglich
  • Keine Kodierung von und nach MP3 möglich, auch nicht mit entsprechend installierten Codecs.

So, ich hoffe, ich habe Euch eine nützliche Funktion von OSX etwas näher gebracht. Eigentlich wollte ich hieraus einen Podcast machen, doch für diese wenigen Informationen hätte sich das nicht gelohnt.

Für Anregungen und Anmerkungen bin ich Euch dankbar. So, und nun viel Spaß beim Kodieren wünscht Euch

Euer Heiko