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Telekom VDSL-Anschluss Langsam? Eine mögliche Lösung

Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber mit der Zeit hat es mich wirklich geärgert!

Seit Januar habe ich einen VDSL-Anschluss bei der Telekom. Zwar laufen die Downloads schnell, bei mir kommen tatsächlich die ganzen 50 Mbits auch an, aber Webseiten bauen sich elend langsam auf. Selbst mit meiner 16000er Leitung früher bei Alice ging das oft schneller. Zwar spukte für eine Sekunde der Begriff „DNS-Server“ durch meine Gedanken, war aber auch eben gedankenschnell wieder entschwunden.

Eine geraume Zeit habe ich es hingenommen. Jedoch wurde es immer lästiger. Zwar nicht schlimmer, aber es nervte mich jedes mal immer ein wenig mehr. Ich war schon drauf und dran die Störungsstelle anzurufen. Aber was melde ich denen denn für eine Störung? Es ist ja nix offensichtlich kaputt, es nervt nur, und das würde irgendwie nicht reichen, dachte ich, und habe es gelassen.

Beim unmotivierten Eintippen von Suchbegriffen in die Suchmaschine tauchten dann immer mehr Berichte darüber auf, dass es evtl. Probleme mit den DNS-Servern der Telekom geben könnte. Nun, vor ein paar Monaten geisterte der Begriff schon mal durch meine Gedanken, habe ihn aber nicht weiter verfolgt. Diesmal jedoch wollte ich es genauer wissen und habe das Thema ausführlicher durchgelesen.

Ich wollte nun also wissen, ob die Telekom-DNS-Server langsam sind, und wenn ja, welche schneller sein könnten. Ich habe ein Programm benutzt, namebench, welches die DNS-Server einzeln anfragt und deren Antwortzeiten misst. Ich verlinke das Programm absichtlich nicht. Zum Einen wird es nicht mehr weiterentwickelt, zum Anderen sind die Ergebnisse mehrerer Durchläufe inkonsistent und schwer zu interpretieren. Daher habe ich es gelassen, mich auf die Ergebnisse dieses Programms zu verlassen. Wer es ausprobieren will, die Suchmaschine eures Vertrauens spuckt sicher Download-Links aus…

Einfach mal zum Testen, und weil mir auch gerade keine anderen öffentlichen DNS-Server bekannt waren, habe ich den DNS-Server in meiner Fritz!Box auf die Adressen von Google geändert. Nach dem Trennen und Neuaufbau der Verbindung kam dann der große Aha-Effekt! Die Seiten bauten sich plötzlich rasend schnell auf, AppStore-Downloads starteten nicht erst in 10 sondern schon nach 3 Sekunden, und insgesamt fühlt sich das Surfen nun wesentlich schneller und flüssiger an. Gerade Seiten, die viele externe Elemente nachladen müssen, sind viel schneller mit Laden fertig!

Gut, vielleicht sind die DNS-Server von Google nicht gerade die klügste Wahl. Aber besser als die der Telekom sind sie alle mal. Was mich wundert, denn ich wäre ja mal davon ausgegangen, dass die Telekom DNS-Server hat, die etwas performanter reagieren. Aber so kann man sich irren… 🙂 Später probiere ich es evtl. mit anderen, datenschutzmäßig weniger problematischeren Servern. Man weiß ja nie, ob Google die Abfragen irgendwo speichert…

Ändern der DNS-Server in der Fritz!Box

Damit die Änderungen sich auf alle Geräte im Haus bemerkbar machen, und man nicht jedes Gerät einzeln konfigurieren muss, bietet es sich an, diese Änderung im Router zu machen. Wie das in den Routern anderer Modelle funktioniert, kann ich nicht sagen. Ich habe eine Fritz!Box 7490, und für die kann ich den Weg beschreiben.

Öffnet die Fritz!Box-Oberfläche in eurem Browser, indem ihr in der Adresszeile die Adresse http://fritz.box eingebt.

Wählt aus dem Menü den Bereich „Internet“, und dort den Unterpunkt „Zugangsdaten“ aus. Nun sucht ihr den Menüpunkt „DNS-Server“, und wählt ihn aus.

Hier könnt ihr für IPv4 und IPv6 getrennt die Adressen der DNS-Server eintragen. Achtet bitte darauf, dass bei der Eingabe der IPv4-Adressen jeder Block ein eigenes Eingabefeld hat. Da eine IP-Adresse aus 4 Blöcken besteht, gebt also die Blöcke, die mit einem Punkt getrennt sind, jeweils in sein eigenes Eingabefeld ein. Für die IPv6-Adressen gilt das nicht.

Wählt also bei DNSv4-Server den Punkt „Andere DNSv4-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv4-Server“ gebt ihr die IP-Adresse 8.8.8.8 ein. Bei „Alternativer DNSv4-Server“ gebt ihr die Adresse 8.8.4.4 ein.

Bei DNSv6-Server wählt ihr ebenfalls „Anderen DNSv6-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8888 ein. Bei „Alternativer DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8844 ein.

Bei den IPv6-Adressen empfiehlt es sich, statt sie abzutippen, sie in die Zwischenablage zu kopieren und von dort einzufügen. IPv6-Adressen haben eine Menge Vorteile, Merkbarkeit gehört definitiv nicht dazu… 🙁

Nun klickt ihr noch auf „Übernehmen“, und eure Einstellungen sind gespeichert. Ihr könnt das jeder Zeit rückgängig machen, indem ihr in dieses Fenster zurückkehrt und entweder andere IP-Adressen eintragt, oder wieder den Punkt „Von Internetanbieter zugewiesene DNSvx-Server verwenden“ aktiviert.

Nun solltet ihr die Box neu starten. Ich habe es mal damit probiert, einfach nur die Verbindung neu aufbauen zu lassen, aber dann hat er fast immer die IPv6-Server als Standard-Server ausgewählt, und das macht das Internet evtl. auch noch mal langsamer. Der Neustart hat dafür gesorgt, dass er den IPv4-Server als Standard nutzt. Das könnt ihr jederzeit überprüfen, indem ihr im Menü auf „Internet“ und dort auf „Online-Monitor“ klickt. Hier könnt ihr die IP-Adresse eures Anschlusses und auch die zugewiesenen DNS-Server sehen.

Fazit

Ich hätte echt nicht gedacht, dass die Telekom der Flaschenhals ist. Aber die DNS-Server der Telekom sind wohl entweder überlastet oder zu klein dimensioniert. Zwar habe ich bei den Google-Servern etwas Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, ob die Anfragen hier irgendwo gespeichert werden, aber wenn ich mich deshalb jetzt verrückt mache, sollte ich den Internetanschluss vielleicht ganz trennen. Daher nehme ich es mal etwas lockerer und freue mich über jetzt schneller aufbauende Seiten!

Probiert es mal aus, vielleicht bringt es bei euch ja auch was. Und falls ihr weitere Ideen für alternative DNS-Server habt, die ebenfalls schnell sind, schreibt es mir einfach in die Kommentare. 🙂

Homeserver 34: Die Fritz!Box an die USV anschließen

Nun, da die USV durchaus noch Kapazitäten frei hat, würde ich sie nun auch dafür nutzen wollen, meine Fritz!Box noch eine Weile zu betreiben. Fällt nur der Strom in unserem Haus, oder nur in der unmittelbaren Straße aus, so habe ich immer noch DSL, und kann also auch noch Mails verschicken. Die Fritz!Box noch eine Weile betreiben zu können ist insofern wichtig, da ich nur noch einen AllIP-VDSL-Anschluss habe. Bei einem Stromausfall könnte ich also nicht einmal mehr telefonieren.

Nennt mich ruhig nostalgisch, aber ich sehne mich schon irgendwie nach ISDN-Zeiten zurück. Das ISDN-Netz bekam seinen Strom durch das Telefonnetz selbst. Fiel also mal der Strom aus, so war zwar eine Telefonanlage ausgefallen, aber man konnte ein Tischtelefon direkt am ISDN-Anschluss für Notfälle betreiben. Somit waren also auch evtl. nötige Notrufe noch möglich. Fällt aber bei einem AllIP-Anschluss der Strom aus, ist Ende im Gelände! Da mag ein Schnurlostelefon noch so voll geladene Akkus haben, Telefonieren is nich! 🙁 Nicht nur, weil die Basisstation des Schnurlostelefons keinen Saft mehr hat, sondern das ganze Netz nicht mehr! 🙁 VoIP mag ja sonst eine Menge Vorteile haben, dies ist definitiv keiner davon!

Mit der USV kann ich aber meine Fritz!Box noch eine Weile betreiben. Zumindest reicht es aus, dass der Server seine Status-Mails los wird, mein WLAN noch für eine Weile steht und mein MacBook z. B. sein Backup abschließen kann und evtl. ich noch eine Weile telefonieren kann. Mein Schnurlostelefon ist nämlich an der Basis der Fritz!Box angemeldet.

Das mit den Backups ist wichtig, da es sonst dazu führen kann, dass so ein TimeMachine-Backup unbrauchbar werden könnte. Und da diese Backups meist nur zwischen 2 und 5 Minuten dauern, reicht auch der Strom der USV dafür noch aus. Selbst wenn der Backup-Vorgang länger dauern sollte, so hat man genug Zeit, den Vorgang über das Menü sauber abzubrechen. Somit verbleibt das TimeMachine-Backup in einem benutzbaren Zustand.

Ist der Stromausfall aber großflächig, also so etwas wie der Stromausfall für einen ganzen Stadtteil, und ist der graue Kasten, an dem man mit seiner VDSL-Leitung angeschlossen ist, nicht mit Notstrom ausgestattet, nutzt das natürlich nichts. Aber man kann sich auch nicht für alle Eventualitäten wappnen. Für den Fall eines Stromausfalls in der eigenen Wohnung, dem Haus oder nur eines Teils der Straße jedoch ist diese Absicherung mehr als ausreichend.

Was brauche ich?

Ich habe mich für die APC Back-UPS BX700UI entschieden, was im Nachhinein vielleicht ein Fehler war. Diese hat nur 4 Kaltgerätestecker. Falls ihr noch keine USV angeschafft habt, nehmt die Varianten mit Schuko-Stecker, das sind die normalen Steckdosen. Diese Modelle sind zwar 8 bis 10 € teurer, aber dafür müsst ihr euch keine Adapter kaufen.

Ich benötige also, um die Fritz!Box anschließen zu können, einen Adapter von Kaltgeräteanschluss auf Schuko-Stecker. An der USV sind 4 Kaltgerätebuchsen, weiblich, also benötige ich einen Kaltgerätestecker männlich auf Schuko-Buchse weiblich. Solche Adapter gibt es eine Menge, ich habe einen von Inline für 5,58 € gekauft.

Anschluss

Das ist denkbar einfach. Man schließt einfach den Kaltgerätestecker an eine der freien Buchsen an der USV an. Am anderen Ende des Kabels baumelt eine normale große Steckdose. Hier steckt man das Netzkabel der Fritz!Box ein, fertig. Man muss die USV oder sonst etwas, was an der USV angeschlossen ist, nicht extra ausschalten dafür.

Der Rest ist selbsterklärend: Einige Zeit später ist die Fritz!Box hochgefahren und hat sich mit der DSL-Vermittlungsstelle synchronisiert. Fällt nun der Strom aus, die Vermittlungsstelle aber arbeitet weiter, so bleibt die DSL-Verbindung bestehen und man kann noch telefonieren, bis der USV der Saft ausgeht. Zwar wird sich der Server irgendwann zwischen 15 und 10 % Kapazität der USV abschalten, die Fritz!Box jedoch wird noch eine Weile weiter mit Strom versorgt werden.

Status der USV mit angeschlossener Fritz!Box

Der Server verbraucht für sich etwa 17 % der Kapazität der USV und kann, laut Statusanzeige, bis zu 32,3 Minuten betrieben werden. Dafür, dass der Server im Leerlauf ist, ist das schon eine ganze Menge. Jeden ersten Sonntag im Monat macht MDADM einen Integritäts-Check des RAIDs. Neugierig, wie ich bin, habe ich mal geguckt, was der Status hierzu zu sagen hatte. Die Last war dann bei 23 % und der Server hätte etwa 21 Minuten betrieben werden können. Das habe ich jetzt aus dem Kopf wiedergegeben, weil ich nicht dran gedacht hatte, die Werte aufzuschreiben. Könnte also sein, dass ich mich etwas in der Laufzeit vertue. Trotzdem, immer noch über 20 Minuten, und auch das ist beachtlich.

Gehen wir aber mal vom Normalfall aus, also 17 % Last auf der USV bei Leerlauf des Servers. Naja, ganz im Leerlauf ist er ja nicht, ein paar Dienste laufen schon noch im Hintergrund. Aber die sind nicht so energiehungrig.

Wenn ich nun die Status-Webseite aufrufe, so sehe ich für die Auslastung der USV einen Wert von 19 % und eine voraussichtliche Batterielaufzeit von 28,7 Minuten. Das heißt, die Fritz!Box belastet die USV mit gerade mal um die 2 %. Wenn der Server also heruntergefahren wird, ist die Fritz!Box noch eine geraume Zeit online!

Fazit

Ob man sich jetzt die USV mit Kaltgerätesteckern und Adaptern für Schuko-Stecker kauft, oder ob man gleich die USV mit Schuko-Steckern kauft, preislich macht es keinen Unterschied. Aber falls ihr noch keine USV gekauft habt, würde ich aus Bequemlichkeit die Variante mit Schuko-Steckern kaufen.

Immer noch ist Luft nach Oben. Aber man muss die USV auch nicht bis zum Zusammenbruch auslasten. Trotzdem, beruhigend, dass der Server beim nächsten Stromausfall nicht einfach ausgeht und die Daten in einem Chaos zurücklässt.