Alle Beiträge von Kamil Günay

Ich betreibe TuKSuB schon seit 2010. Ich interessiere mich für Computer, Kommunikation, Technik, Astronomie und vieles mehr.

Homeserver 38: Server als Videorecorder 3 – Die Benutzung

Das System ist fast fertig! Alle Plugins sind installiert und konfiguriert, die Senderliste wurde erstellt, die Kabel angeschlossen. Nun können wir eigentlich loslegen!

EPG aktualisieren

Der VDR hat im Augenblick kaum EPG-Daten, daher muss erstmalig ein Update angestoßen werden. Ich habe keine Lust darauf zu warten, bis er das selber macht, also lege ich mal Hand an.

Am einfachsten geht das über die Weboberfläche des VDRAdmin. Also gebe ich in die Adresszeile meines Browser folgendes ein:

server01:8001

Ich verwende die VDR Administrationsoberfläche, weil ich hier auch SVDRP-Befehle abschicken kann, ohne auf die Linux-Konsole zu müssen. Nun gebe ich noch Benutzernamen und Passwort ein und bin auf der Seite.

Hier wähle ich den Link „Befehle“ aus. In diesem Bereich kann ich so einiges machen. Mich interessiert das Eingabefeld, in das ich einen SVDRP-Befehl eingeben kann. Im Eingabefeld steht schon der Befehl „help“, den lösche ich und gebe dort „scan“ ein. Anschließend klicke ich auf „Ausführen“.

Ganz unten auf der Seite steht jetzt die Ausgabe „EPG scan triggered“, also EPG scan ausgelöst. Dies kann jetzt eine Weile dauern. Ich sehe leider den Fortschritt nicht, daher gehe ich mal davon aus, dass er so eine Stunde brauchen wird. Ich kann jetzt nichts anderes machen, weil er sonst den Scan abbrechen würde.

Suchtimer einrichten

Ich gucke eigentlich nicht viel fern. Aber es gibt ein paar Sendungen, die ich doch recht regelmäßig gucke. Natürlich will ich diese nicht verpassen. Bei der Dreambox war ich es gewohnt, diese in einen Autotimer einzutragen. Wann immer diese Sendung mit dem entsprechenden Suchkriterium im EPG auftauchte, hat die Dreambox die Sendung selbst eingetragen und aufgenommen.

Dies geht auch mit dem VDR und dem Plugin EPGSearch. Dieses Plugin kann dazu verwendet werden, das EPG sehr komfortabel zu durchsuchen. Diese Suchaufgaben können aber auch gleichzeitig einen Timer für das gefundene Ergebnis setzen. Ein Mal eingerichtet, braucht man sich also nicht mehr kümmern, ob man eine regelmäßig kommende Sendung verpasst.

Einrichten eines Suchtimers

Ich kann den Suchtimer über beide Weboberflächen programmieren. Weil ich aber gerade schon auf der vdradmin-Oberfläche bin, bleibe ich gleich da.

Hier wähle ich den Link „EPG Search“. Mit dem Schalter „Neue Suche“ richte ich eine neue Suche ein.

  • Im Feld „Suche:“ gebe ich den Begriff ein, nach dem gesucht werden soll. Hier ist es zum Beispiel „nano“, weil ich diese Sendung als Autotimer programmieren möchte.
  • Bei „Suchmodus:“ wähle ich „Ausdruck“. Dadurch wird die Sendung „nano“, aber auch die Sendung „nano Spezial“ gefunden.
  • Ich kann auch einstellen, dass auf Groß/Kleinschreibung geachtet wird. Dieses Kontrollkästchen lasse ich leer.
  • Im Bereich „Zu suchen in:“ kann ich die Bereiche auswählen, in denen nach dem Wort gesucht wird. Titel, Untertitel und Beschreibung können ausgewählt werden. In diesem Fall reicht ein Kontrollkästchen bei Titel.
  • Bei „Verwende Kanal:“ kann ich wählen, ob es auf „nein“ steht, wobei er dann alle Kanäle durchsucht, oder z. B. Bereich. Ich wähle Bereich, weil ich einen festen Kanal einstellen möchte. Bei den nächsten 2 Ausklapplisten kann ich den Bereich der Kanäle definieren, in denen gesucht wird. Ich wähle bei beiden Ausklapplisten „3Sat“. Somit sollte auch nur auf 3Sat gesucht werden. Hinzuweisen wäre noch auf die Option „Ohne PayTV“, weil man diese Sender so von der Suche ausschließen kann. Da ich keine PayTV-Sender abonniert habe, schließe ich diese bei den Suchtimern aus, die über alle Kanäle suchen sollen. Sonst muss ich diese Timer manuell löschen.
  • Verwende Uhrzeit schalte ich ein und definiere in den folgenden Feldern einen Zeitraum.
  • Start nach: Ist ein bisschen blöd ausgedrückt, meint aber, dass es nach einer bestimmten Uhrzeit startet. In diesem Falle startet nano ja immer so um 18:30 Uhr, also sage ich, es startet nach 18:00 Uhr.
  • Start vor: Ist auch blöde ausgedrückt, meint aber, dass es definitiv vor einer bestimmten Uhrzeit startet. Ich sage hier 20:00 Uhr. In diesem Falle wird also zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr nach nano gesucht.
  • Verwende Dauer: Hier könnte ich eine Dauer festlegen, die die Sendung haben soll. Das lasse ich aus.
  • Verwende Wochentag: Das markiere ich und setze dann einen Haken für die Tage, an denen nano läuft. Also nicht am Wochenende. 🙂
  • Verwende Ausschlusslisten: Das lasse ich auf „Nein“, da ich keine Ausschlusslisten habe.
  • Als Suchtimer verwenden: Hier wähle ich „Ja“ aus der Ausklappliste. In der darunterliegenden Ausklappliste kann ich wählen, was passieren soll, also ob aufgenommen wird, angekündigt wird oder nur umgeschaltet wird. Es steht schon auf „Aufnehmen“, und da belasse ich es auch.
  • Automatisch löschen: Das lasse ich auf „Nein“, ich lösche die Aufnahme selbst, wenn ich sie gesehen habe.
  • Hiernach kommen einige Felder für die Aufnahme. Die lasse ich alle unberührt.
  • VPS verwenden: Dies ist einer der letzten Punkte, den schalte ich ein. Wenn im EPG VPS-Zeiten hinterlegt sind, wird ein Timer basierend auf diesen Daten erstellt. Dies erspart mir die Vorlauf- und Nachlaufzeit und erzeugt auch kleinere Dateien. Sind keine VPS-Daten vorhanden, wird automatisch mit den vorgegebenen Vor- und Nachlaufzeiten ein Timer erstellt.

Ganz unten klicke ich noch auf den Schalter „Speichern. Hiermit ist der Suchtimer erstellt. Nun bin ich in der Liste der eingestellten Suchtimer. Hinter jedem Suchtimer gibt es eine Reihe von Schaltern. Ich aktiviere den Schalter „Find“, damit er die Suche auslöst. So sehe ich, ob meine Einstellungen die Sendungen finden, die ich aufgenommen haben will. Um das Update der Timer muss ich mich nicht kümmern. Ich habe über das VDR-OSD die Einstellung gewählt, dass die Suchtimer alle 60 Minuten aktualisiert werden.

Nun gebe ich über diese Funktion alle Suchtimer ein, die ich aufgenommen haben möchte.

Plugin für Kodi installieren

Für die Dreambox habe ich das Plugin in Kodi bereits installiert. Hierüber kann ich aufgenommene Sendungen gucken oder auch das Live-TV. Timer und EPG sind etwas blöd dargestellt, weswegen ich dieses eigentlich immer über die dreaMote-App auf dem iPhone erledigt habe. Die Dreambox bleibt auch noch eine Weile in Betrieb. Sie nimmt zwar nichts mehr auf, alle Autotimer sind bereits im VDR hinterlegt, jedoch sind hier noch Sendungen drauf. Leider kann ich diese nicht einfach auf den Server kopieren um sie mit dem VDR zu gucken. Der nimmt die Aufnahmen der Dreambox nicht an. Macht aber nichts, sind ja nicht so viele.

Auch für den VDR gibt es ein Plugin. Ich habe ja das Plugin VNSIServer für VDR installiert. Und unter Kodi gibt es einen VDR VNSIClient. Dieser ist denkbar einfach zu installieren.

Ich gehe also in die Einstellungen von Kodi, suche hier die Sektion „Addons“ und wähle „Aus Repository installieren“. Ab hier kann es Unterschiede geben. Hat man Kodi unter Windows oder Ubuntu, könnte das Addon bereits mit installiert worden sein. Ich habe hier LibreELEC. Hier muss ich das Addon aus dem LibreELEC Repository nachinstallieren. Dieses Repository wähle ich nun an und gehe in die Sektion „PVR Clients“.

In dieser Rubrik gibt es die unterschiedlichsten Clients für die unterschiedlichsten TV-Systeme und Anwendungen. Relativ weit unten findet sich der VDR VNSIClient. Hier gehe ich hin und drücke auf der Fernbedienung OK. In diesem Fenster wähle ich „Installieren“. Es dauert nun eine Weile, bis das Addon heruntergeladen wurde.

Nun muss das Addon noch konfiguriert werden, was auch denkbar einfach ist. Ich stehe wieder in der Liste der Addons, wobei mir neben dem Namen des Addons nun auch gesagt wird, dass es aktiviert ist. Ich drücke hier noch mal OK und wähle aus den Optionen nun „Konfigurieren“ aus.

Viele Optionen gibt es hier ja nicht, aber die interessieren mich alle nicht. Die einzige Angabe, die ich hier ändere, ist die IP-Adresse zu meinem Server. Hier ist 127.0.0.1 vorgegeben. Das ist ja nur die Localhost-Adresse, was auch richtig wäre, würde VDR auf dem gleichen Gerät laufen. Hier drücke ich also OK und gebe die IP-Adresse des Servers ein. Anschließend wähle ich mit den Pfeiltasten die Schaltfläche OK und bestätige diese. Somit sind die Konfigurationen gemacht und das Plugin ist bereit. Kodi muss nun noch neu gestartet werden.

Anschließend ist alles genau so zu bedienen, wie es mit dem Dreambox-Plugin auch ging. Die Möglichkeiten sind hier zu umfangreich, um diese einzeln aufzuzählen. Ich kann meine Timer sehen, ich kann meine Aufnahmen sehen, wobei die Liste hier noch leer ist und ich kann die TV- und Radio-Kanäle ansteuern. Auch die Umschaltzeiten beim Live-TV sind erfreulich kurz, sogar Timeshift geht. 🙂

Falls nach der Aktivierung des Plugins und des Kodi Neustarts die Menüpunkte TV und Radio nicht zu sehen sind, muss man evtl. noch eine Datei auf dem VDR-Server editieren. Denn auch hier, das Plugin beschränkt den Netzwerkzugang, damit nicht jeder an dem Plugin Timer löschen oder Aufnahmen löschen kann. also öffnet man auf dem Server folgende Datei:

sudo nano /etc/vdr/plugins/vnsiserver/allowed_hosts.conf

Diese Datei sieht genau so aus wie die svdrphosts.conf, und genau den gleichen Effekt hat sie auch. Hier stehen natürlich wieder die obligatorischen Beispiele, die natürlich auch erst mal so in Ruhe gelassen werden. Ganz unten fügt ihr dann noch den Adressbereich für euer lokales Netz hinzu. Bei mir ist es, weil ich alles an einer Fritz!Box hängen habe, folgender Eintrag:

192.168.178.0/24

Nun muss Kodi erneut gestartet werden, damit sich das Plugin in Kodi mit dem Server verbinden kann. Jetzt findet ihr im Hauptmenü auch die Einträge TV und Radio.

Fazit

Ja, die Einrichtung des VDR war umfangreich. Und zunächst wirkte es alles auf mich auch etwas zu viel. Wenn man sich aber mal kurz zurücklehnt und eine Aufgabe nach der anderen erledigt, ohne ins Schwitzen zu kommen, weil man noch nicht dort ist, wo man gerne wäre, ist es halb so schlimm. Und die Konfigurationsdateien habe ich alle gesichert, so dass ich diese wiederherstellen kann, sollte es mal nötig sein.

An die Suchtimer muss ich mich noch gewöhnen, weil ich erst noch nach und nach herausfinden muss, wie die Optionen die Suche beeinflussen. Und auch die Einstellungen hierfür über den Webbrowser zu machen, ist zwar erst mal ungewohnt, geht aber mittlerweile gut. Ich verwende übrigens überwiegend VDRADMIN-AM, weil dieser sich erstaunlich gut bedienen lässt. Auch Timerkonflikte sind schnell ausgemacht und leicht korrigiert. Ich finde diese Oberfläche weit zugänglicher, als es die integrierte Live-Oberfläche ist.

Jetzt hat der VDR genau die Funktionalität, die ich bei der Dreambox bisher auch genutzt habe. Nur eine App für das iPhone habe ich noch nicht gefunden. Es gibt wohl eine, aber die ist nur zum Streamen gedacht. Das kann ich aber viel komfortabler über Kodi. Timer und Suchtimer bearbeite ich dann lieber über die recht aufgeräumte Weboberfläche. Die ist um vieles bedienbarer, als es die Oberfläche der Dreambox je war. Daher habe ich bei der Dreambox auch lieber die dreaMote-App genutzt.

Nun muss ich also nur noch die Sendungen auf der Dreambox weggucken, dann kann das Ding meinethalben den Geist aufgeben… 🙂

Homeserver 37: Server als Videorecorder 2 – Die Grundeinstellungen

Nun ist das Grundgerüst installiert, aber in diesem Zustand ist das alles noch nicht viel wert. Das Aufnahmeverzeichnis muss noch konfiguriert werden, Kanäle müssen noch gesucht und sortiert werden und einiges weitere.

Das Antennenkabel habe ich zwar schon von Kabeldose bis zum Server gezogen, aber noch nicht angeschlossen. Schließlich muss die Dreambox noch Aufnahmen tätigen. Aber bis es soweit ist, ist auch noch viel zu tun.

Aber bevor ich an der Konfiguration Änderungen vornehme, muss VDR erst mal gestoppt werden, falls es bereits läuft.

sudo service vdr stop

Nun kann ich mich um die Konfiguration kümmern.

Aufnahmeverzeichnis festlegen

Auf meinem Server ist ordentlich Platz, also gibt es damit schon mal keine Probleme. Ich verbinde mich also per SSH mit meinem Server und gebe dort folgende Befehle ein:

sudo mkdir /raid1/daten/Videos/TV

Damit ist zwar das Verzeichnis auf dem RAID angelegt, aber es gehört Root. Also muss die Eigentümerschaft und die Gruppe dieses Verzeichnisses geändert werden.

VDR startet unter seinem eigenen Benutzer. Man könnte das sicher auch ändern, aber diese Verrenkungen mit den damit einhergehenden Fehlersuchen erspare ich mir. Also muss dieses Verzeichnis dem Benutzer „vdr“ gehören, damit Aufnahmen hier auch geschrieben werden können.

sudo chown vdr:vdr /raid1/daten/Videos/TV

Das Verzeichnis ist jetzt zwar angelegt, aber irgendwer muss dem VDR noch Bescheid sagen! Sonst würde er in seinem Standardverzeichnis, /var/lib/video, aufnehmen. Das wäre blöd, weil das Verzeichnis auf der System-SSD liegt, und da reicht der Platz für so was nicht… 🙂

Hierzu editiere ich die Datei /etc/vdr/conf.d/00-vdr.conf. Hier werden alle Standardwerte festgelegt, unter denen VDR startet, wenn man keine Befehlszeilenparameter angibt. Und da ich VDR eigentlich immer mit seinen Standardwerten starten lasse, ist diese Datei die richtige.

sudo nano /etc/vdr/conf.d/00-vdr.conf

Ich lasse alles so stehen, wie es da steht. Das ist schon alles ganz OK. Nur die eine Zeile ändere ich. Standardmäßig steht da:

--video=/var/lib/video

Das ändere ich zu:

--video=/raid1/daten/Videos/TV

So, zumindest weiß VDR jetzt schon mal, wo die Aufnahmen hingehören!

Netzzugriffe konfigurieren

Man kann den Netzzugriff für SVDRP beschränken. Das ist, und ich habe das sicher nicht völlig verstanden, eine Schnittstelle für diverse Plugins, um auch über das Netz kommunizieren zu können. Wie auch immer, es ist sicher sinnvoll, hier eine Beschränkung einzubauen.

sudo nano /etc/vdr/svdrphosts.conf

In dieser Datei stehen einige Beispiele, wie so ein Eintrag aussehen könnte. Diese sind alle auskommentiert, außer natürlich der für den localhost, und der sollte auch bleiben. Will man einen Zugriff erlauben, der nur aus dem eigenen Netz kommt, trägt man am besten folgende Zeile am Ende ein:

192.168.0.0/24

Somit würde VDR und die SVDRP-Dienste nur noch Zugriffe aus dem eigenen Netz erlauben. Dieser Wert sollte an die eigenen Gegebenheiten angepasst werden. Hat man z. B. eine Fritz!Box als Router, müsste der Wert also so aussehen:

192.168.178.0/24

Mittels der SVDRP-Schnittstelle kann man vieles per Kommandozeile erledigen. Als Beispiel:

svdrpsend scan

Dieser Befehl startet einen EPG-Scan über alle Kanäle. Weitere Möglichkeiten kann man auf der SVDRP-Seite des VDR-Wikis nachlesen.

EPG Aktualisierung

Der obige Befehl startet ja eine EPG-Aktualisierung. Dies ist aber in der Regel nicht nötig. VDR kann so eingestellt werden, dass es bei einer bestimmten Inaktivität selbst nach den Daten sucht. Ein Plugin, wie das EPGRefresh-Plugin für die Dreambox, ist also nicht nötig. Standardmäßig aktualisiert VDR die EPG-Daten, wenn der Tuner für 5 Stunden inaktiv war. Man kann diese Zeit einstellen, dazu aber später.

Zugriff auf den VDR per Telnet

Ja, Telnet, ich weiß, böse böse! 🙂 In diesem Falle sollte es aber verschmerzt werden. 🙂

Ich möchte, wie ich im vorigen Beitrag schon schrieb, an die OSD-Einstellungen des VDR ran. Ich könnte auch alles über die Konfigurationsdatei /etc/vdr/setup.conf einstellen, aber dazu müsste ich genau wissen, was welcher Eintrag tut. Aber zum Glück gibt es die Möglichkeit, über TCP und einer Telnet-Verbindung, das OSD zu nutzen. Wie gut das mit Screen Readern geht, weiß ich noch nicht, sehen wir ja gleich… 🙂

Ich hatte ja bereits diverse Plugins installiert, um dieses zu ermöglichen. Nun müssen diese konfiguriert werden. Um genau zu sein, muss das Remote-Plugin konfiguriert werden. Die Konfigurationsdatei hierfür muss editiert werden:

sudo nano /etc/vdr/conf.d/50-remote.conf

Hier gibt es die Sektion [remote], in der bereits eine Zeile zu finden ist:

[remote]
-i autodetect

Die Zeile -i autodetect muss gelöscht werden.

folgendes muss nun in die Datei eingefügt werden:

-p tcp:3333

Das sorgt dafür, dass auf dem Port 3333 auf die Tastatur und die Bedienung des VDR gelauscht wird. Diese Datei nun speichern und zur nächsten Datei übergehen.

Nun müssen die Tastendrücke angegeben werden, auf die der VDR reagieren soll. Hierzu muss die Datei remote.conf editiert werden.

sudo nano /etc/vdr/remote.conf

In diese Datei muss folgender Inhalt kopiert werden:

remote-tcp:3333.Up         0000000000415B1B
remote-tcp:3333.Down       0000000000425B1B
remote-tcp:3333.Menu       000000000000006D
remote-tcp:3333.Ok         0000000000000A0D
remote-tcp:3333.Back       000000000000007F
remote-tcp:3333.Left       0000000000445B1B
remote-tcp:3333.Right      0000000000435B1B
remote-tcp:3333.Red        0000000000000072
remote-tcp:3333.Green      0000000000000067
remote-tcp:3333.Yellow     0000000000000079
remote-tcp:3333.Blue       0000000000000062
remote-tcp:3333.0          0000000000000030
remote-tcp:3333.1          0000000000000031
remote-tcp:3333.2          0000000000000032
remote-tcp:3333.3          0000000000000033
remote-tcp:3333.4          0000000000000034
remote-tcp:3333.5          0000000000000035
remote-tcp:3333.6          0000000000000036
remote-tcp:3333.7          0000000000000037
remote-tcp:3333.8          0000000000000038
remote-tcp:3333.9          0000000000000039
remote-tcp:3333.Info       0000000000000069
remote-tcp:3333.Play       0000000000000070
remote-tcp:3333.Pause      0000000000000020
remote-tcp:3333.Stop       000000007E345B1B
remote-tcp:3333.Record     00000000415B5B1B
remote-tcp:3333.FastFwd    00000000425B5B1B
remote-tcp:3333.FastRew    00000000435B5B1B
remote-tcp:3333.Next       00000000445B5B1B
remote-tcp:3333.Prev       00000000455B5B1B
remote-tcp:3333.Power      000000000000001B
remote-tcp:3333.Channel+   000000007E355B1B
remote-tcp:3333.Channel-   000000007E365B1B
remote-tcp:3333.PrevChannel 000000007E315B1
remote-tcp:3333.Volume+    000000000000002B
remote-tcp:3333.Volume-    0000000000000023
remote-tcp:3333.Audio      0000000000000061
remote-tcp:3333.Schedule   0000000000000073
remote-tcp:3333.Channels   0000000000000063
remote-tcp:3333.Timers     0000000000000074
remote-tcp:3333.Recordings 0000000000000075
remote-tcp:3333.Setup      0000000000000065

Somit sind alle Keycodes, also alle Tastenzuordnungen, im VDR eingetragen. Nun heißt es, mit PUTTY eine Telnet-Verbindung aufzubauen. vorher muss VDR aber wieder gestartet werden:

sudo service vdr start

PUTTY starten

Um nicht den Windows-eigenen Telnet-Client nutzen zu müssen, greife ich auf PUTTY zurück. Früher habe ich ihn auch für SSH benutzt, bin aber schon länger davon abgekommen. Jedenfalls kann man es auch sehr gut für Telnet und andere Protokolle nutzen. Ich habe es in einem Verzeichnis liegen, wo auch noch andere Tools liegen, daher habe ich in der Systemvariable „PATH“ einen Eintrag zu diesem Verzeichnis gelegt.

Ich gehe mit der Windowstaste+R in den Ausführen-Dialog und gebe dort einfach putty ein. Nun öffnet sich der Verbindungsassistent von PUTTY, in dem wir noch ein paar Einstellungen machen müssen.

  • Host name (or IP adress): Hier gebe ich die IP des Servers ein.
  • Port: Hier gebe ich den VDR-Port ein, also 3333.
  • Protokoll: Hier ist SSH voreingestellt, ich wähle Telnet aus.

Anschließend drücke ich einige Male Tab, um in die Strukturansicht an der Seite zu kommen, wo derzeit „Sessions“ ausgewählt ist. Ich muss nämlich noch das Tastaturverhalten einstellen. Also gehe ich mit den Pfeiltasten runter bis „Terminal“, darunter zum Eintrag „Keyboard“, mit Tab weiter, bis man „ESC[N~“ hört. Hier wählt man „Linux“ aus.

Ich gehe, weil ich diese Verbindung sicher noch öfter brauche, in der Seitenleiste wieder zurück zu „Session“. Hier kann ich die Settings speichern, die ich sinnvollerweise „VDR Telnet“ nenne und dann auf den Schalter „Safe“ gehe und Enter drücke.

Wenn ich nun mit „Open“ die Verbindung öffne, habe ich ein leeres PUTTY-Fenster. Eigentlich müssten die Tasten ja jetzt funktionieren. Das lässt sich am einfachsten mit der Taste „m“ testen, welche das OSD öffnen sollte.

Und tatsächlich, das OSD öffnet sich! Es ist mit der Braillezeile sogar lesbar, nur der Menübalken wird nicht mitverfolgt. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Heißt es also, mit den Pfeiltasten mitzählen. 🙁 Ich drücke also wieder „m“, um aus dem OSD rauszukommen.

Nun drücke ich die Taste „e“, um ins Setup zu gelangen.

Die einzelnen Punkte sind nummeriert, also könnte ich ja versuchen, durch Drücken der entsprechenden Zifferntaste zum Ziel zu gelangen.

Ich will jetzt auch nicht jede einzelne Einstellung beschreiben. Viele davon sind selbsterklärend und durchaus gut im Benutzerhandbuch des VDR-Wikis dokumentiert. Vieles ist ja auch Geschmackssache.

Einige Zeit später…

Ich habe jetzt die Grundkonfiguration von VDR gemacht. Wenn man mit der Taste „e“ das Setup-Menü öffnet, hat man die einzelnen Punkte, wie „OSD“, „EPG“ usw. Diese wählt man mit den Pfeiltasten hoch und runter aus und drückt Enter. Die Einstellungen, die sich dort präsentieren, wählt man mit Pfeil hoch und runter aus und ändert die Werte mit Pfeil links und rechts. Mit Enter bestätigt man alles und ist wieder im Setup-Hauptmenü.

Es funktioniert, ist aber anstrengend. Der Menübalken wird von der Braillezeile nicht verfolgt. Man muss die Braillezeile manuell nachführen. Dann allerdings geht es recht gut.

Viele Einstellungen habe ich auch nicht geändert, die meisten beziehen sich eh darauf, TV direkt auch mit dem VDR zu gucken. Ich habe nur ein paar Einstellungen im EPG-Bereich geändert, zum Beispiel, dass er nicht nach 5, sondern schon nach 3 Stunden ein EPG-Update machen soll. Und bei den Timer-Aufnahmen habe ich die Vorlauf- und die Nachlaufzeit geändert. Viel mehr habe ich auch nicht gemacht, nur hier und da ein paar Einstellungen, die, wie ich schon sagte, eher Geschmackssache sind.

Wenn man fertig ist, kann man das PUTTY-Fenster einfach schließen. Da es keine Möglichkeit gibt, die Telnet-Verbindung über einen Befehl zu schließen, ist das auch kein Problem.

Web-Interface

Ich habe ja 2 Web-Schnittstellen installiert. Beide haben so ihre Vor- und Nachteile, weswegen ich auch beide behalten werde. Beide Schnittstellen sind mit dem Firefox und Jaws gut zu bedienen, daher gehe ich jetzt nicht auf jeden Aspekt ein. Ich will nur kurz die Einrichtung und Nutzung erklären.

VDR-Live

Dies ist eine recht einfach gehaltene Weboberfläche, mit der man das aktuelle Programm, die Timer, die Aufnahmen und Senderlisten sehen kann. Aufnahmen oder das TV-Programm kann man hierüber auch streamen.

Um die Oberfläche aufzurufen, gibt man folgendes in die Adresszeile des Browsers ein, wobei man die IP-Adresse des Servers nehmen kann, aber auch den Servernamen.

server01:8008

Nun wird man nach einem Benutzernamen und Passwort gefragt. Standardmäßig ist der Benutzername „admin“ und das Passwort ist „live“. Anschließend ist man auf einer recht einfachen Weboberfläche.

Nun sollte man den Link „Setup“ aufrufen und die Oberfläche nach den eigenen Wünschen anpassen. Dabei würde ich auch den Benutzernamen und das Passwort ändern. Die restlichen Einstellungen sind Geschmackssache und selbsterklärend.

vdradmin-am

Diese Oberfläche unterscheidet sich in ihren Funktionen nicht sehr von der Live-Oberfläche, für meinen Geschmack ist sie aber schöner zu bedienen. Allerdings ist dies kein Plugin vom VDR, sondern scheint etwas externes zu sein. Dies ist z. B. eine der Tools, die über das SVDRP-Protokoll mit dem VDR kommuniziert. Diese Oberfläche muss also per Hand gestartet werden.

Um die Grundkonfiguration dieses Plugins durchzuführen, ruft man es also folgendermaßen auf:

vdradmind -c

Nun werden einige Fragen gestellt, wie Aufnahmeverzeichnis, Port, Benutzername, Passwort usw. Am Ende ist die Grundkonfiguration gemacht und der Service läuft.

Damit vdradmin-am auch immer beim Start des Servers mitgestartet wird, habe ich es in die Datei rc.local eingetragen.

sudo nano /etc/rc.local

Hier trägt man die Zeile mit dem Befehl „vdradmind“ direkt über der Zeile „exit“ ein.

Die Oberfläche hierzu ist ähnlich aufzurufen, wie die Live-Oberfläche. Gebt also in die Adresszeile des Browsers folgendes ein:

server01:8001

Alternativ könnt ihr an Stelle von „server01“ auch die IP-Adresse eingeben:

192.168.178.12:8001

Hier gebt ihr natürlich die IP-Adresse ein, die euer Server tatsächlich hat.

Nun gibt man noch die im Konfigurationsdialog erstellten Benutzernamen und Passwort ein, dann ist man schon auf der Oberfläche. Auch hier, erst mal in den Link „Configuration“ gehen und Anpassungen machen. Diese Oberfläche ist z. B. auch auf Deutsch umstellbar.

Welche nutzen?

Ich bin mir noch nicht wirklich sicher, welche der beiden Oberflächen ich nutzen will. Beide gefallen mir, aber die Zeit wird zeigen, welche mir dann doch besser gefällt. Die andere bleibt trotzdem, man weiß ja nie, und so viel Platz nehmen die jetzt auch nicht weg… 🙂

Sendersuchlauf

OK, kommen wir also zu einem der wichtigsten Teile, dem Sendersuchlauf. Denn noch hat der VDR nur die Standardsender, die bei der Installation dabei waren, und wie aktuell die sind, weiß ich nicht. Also werde ich eine neue channels.conf erstellen und die Sender darin nach meinen Wünschen sortieren.

Als erstes muss wieder der VDR gestoppt werden:

sudo service vdr stop

Nun werde ich das Antennenkabel mit der Dose verbinden und danach den Suchlauf starten. Und so sieht der Aufruf für den Suchlauf aus:

w_scan -f c -c DE -o 21>kanal.txt
  • -f c: Dieser bestimmt das Frontend, also die Art des Scans. Das „c“ steht hierbei für Cable, hier könnte auch ein „t“ für terrestrisch oder auch ein „s“ für Satellit stehen. Ich habe hier aber nur einen Kabelanschluss. Wie der Aufruf für Sat-Empfang sein muss, müsst ihr evtl. in den Manpages zu w_scan nachlesen.
  • -c DE: Dies legt das Land fest. Hier natürlich Deutschland, wonach Frequenzen, Symbolraten und dergleichen festgelegt sind.
  • -o 21: Ausgabe der channels.conf im Format für VDR 2.1. Ich habe zwar VDR 2.2.0 installiert, aber offenbar gibt es keinen Unterschied. Gibt man den Parameter -o 21 nicht an, wird eine channels.conf im Format für VDR 2.0 erzeugt.
  • >kanal.txt: Dies sorgt dafür, dass das Ergebnis in die Datei kanal.txt im Home-Verzeichnis geschrieben wird. Irgendwie gelingt es mir nicht, direkt in die channels.conf zu schreiben, daher schreibe ich das Ergebnis erst hier rein und kopiere es dann per Hand in die channels.conf.

Dieser Vorgang kann nun eine ganze Weile dauern, also erst mal einen Kaffee machen… 🙂

Fertig, der Scan hat ungefähr 22 Minuten gedauert. Die Daten sind jetzt in der kanal.txt. Aber das Programm hat die Kanäle so reingeschrieben, wie es sie gefunden hat, also total durcheinander. Da sind auch Fernsehkanäle mit Radiokanälen vermischt. Das werde ich nicht komplett sortiert bekommen, das ist zu viel! Was ich aber tun werde ist, die paar Fernsehsender, die ich immer wieder gucke, an den Anfang der Datei zu stellen.

Sortierung

Die Sortierung der Sender ist denkbar einfach, wenn auch umständlich. Vor allem, weil die Datei 512 Zeilen hat. Jede Zeile ist ein Sender. Hier mal ein Beispiel:

Das Erste;ARD:314000:M256:C:6900:101=2:102=deu@3,103=deu@3;106:104;105:0:28106:41985:1101:0

Tja, die einzelnen Parameter könnt ihr im Artikel zur channels.conf im VDR-Wiki nachschlagen.

Wichtig zu wissen ist ja erst mal nur, dass jede Zeile also ein eigener Sender ist. Ich muss jetzt die Datei also nur durchgehen und die Sender ganz an den Anfang der Datei packen, die ich immer wieder sehen will. Die anderen können meinethalben unsortiert bleiben…

In die channels.conf kopieren

Zum Sortieren habe ich den Editor Notepad++ benutzt. Dies ist auch wichtig, weil dieser zum einen Zeilennummern hat, damit man die Stelle wiederfindet, wo man was ausgeschnitten hat, aber auch wegen des Zeilenumbruches. Linux-Dateien haben einen anderen Zeilenumbruch als Windows-Dateien. Die kanal.txt hat Linux-Zeilenwechsel, diese müssen in Windows konvertiert werden. Drückt man also die Alt-Taste, navigiert zum Menü „Bearbeiten“ und sucht dort den Menüpunkt „Format Zeilenende“, so findet sich dort als oberstes die Option, die Zeilenende-Zeichen in Windows zu konvertieren. Das muss man auch, sonst gibt es beim Einfügen in die channels.conf ein heilloses Durcheinander. Damit hatte ich gerade schon etwas Spaß! 🙁

Hat man die Zeilenende-Zeichen konvertiert, kann man mit Strg+A alles auswählen und mit Strg+C kopieren. Nun verbindet man sich per SSH mit seinem Server und öffnet die channels.conf:

sudo nano /etc/vdr/channels.conf

Hier sind viele alte Einträge drin, die ist so alt, da gab es Premiere noch … 🙂 Wie auch immer, drückt die Umschalttaste und Bild nach unten, bis ihr alles markiert habt. Drückt dann Strg+K zum ausschneiden.

Das Einfügen ist jetzt so eine Sache. Das hängt davon ab, mit welchem SSH-Client ihr arbeitet. Ich habe hier ein Notebook mit Windows 10, und der hat einen SSH-Client integriert. Hier geht das, indem man Alt+Leertaste drückt, das Menü „Bearbeiten“ auswählt und hier „Einfügen“. Die Tastenkombination Strg+V funktioniert nicht.

Nun hat es eine ganze Zeit gedauert, bis alles eingefügt war, aber eine oberflächliche Kontrolle zeigt, dass alles gut aussieht. Also kann man mit Strg+X Nano verlassen und die Datei speichern.

Und jetzt kann man auch den VDR wieder starten.

sudo service vdr start

Als nächstes

Im nächsten Teil werde ich einen EPG-Scan anstoßen, die EPG-Suche anschauen, EPG-Suchtimer einrichten und das Plugin für Kodi installieren.

Homeserver 36: Server als Videorecorder verwenden 1 – Installation

Bisher verwende ich eine Dreambox DM8000 als TV-Receiver und Aufnahmegerät. Mit einigen Plugins erweitert und mit einer iPhone-App steuerbar ist es für mich die perfekte TV-Zentrale. Jedoch kommt sie so langsam in die Jahre und fängt an, Ausfallerscheinungen zu zeigen. Zeit also, sich um Ersatz zu kümmern. Was liegt da näher, als den Homeserver als Aufnahmegerät zu verwenden?

Mit dem Wegfall der Dreambox habe ich auch einen Stromfresser weniger, wodurch sich auch noch bares Geld sparen lässt. Der Server läuft sowieso ständig, also kann der auch die TV-Zentrale werden.

Vorüberlegungen

Was muss also getan werden? Nun, der Server braucht erst mal eine TV-Karte. Dann braucht es ein Kabel, welches von meiner Kabel-Dose zum Server gelegt wird. Last, but not least, braucht es auf dem Server Software, die die Aufgaben erfüllt.

Zwar habe ich mit den umfangreichen Plugins der Dreambox das Teil um viele Funktionen erweitert, jedoch nutze ich davon nicht wirklich alle. Ein bisschen oversized, das Gerät. Überlegen wir also mal, was mein Server an Aufgaben wirklich übernehmen muss:

  • Aufzeichnung von 2 Sendungen parallel sollte gehen. Also muss ein Dualtuner her, oder 2 TV-Karten.
  • Eine Autotimer-Funktion, wie es sie in der Dreambox gibt, brauche ich ebenfalls.
  • Bedienbarkeit über eine Weboberfläche wäre auch nett.
  • Von meinem Mediacenter Kodi sollte ich auf Aufnahmen und Live-TV zugreifen können.

Meine Dreambox läuft noch eine Weile, noch ist sie nicht ganz hinüber. So kann ich also ohne Panik und in Ruhe den Server einrichten. Und oberflächlich recherchiert scheint alles zu gehen, was ich haben will. Vielleicht gehen noch das eine oder andere Extra, aber meine Grundanforderungen scheinen sich umsetzen zu lassen.

Hardware

Fangen wir also mit dem Einfachsten an, der Hardware. Ich benötige eine TV-Karte, die auch von Linux unterstützt wird. Dies ist nicht schwer, bedarf aber gewisser Vorsicht. Ist die Karte zu neu, sind deren Treiber noch nicht im Linux-Kernel enthalten. Dann kann die Einbindung der Karte zu einem Abenteuer werden.

Ich benutze zur Zeit Debian 9 (Stretch), und der läuft mit dem Kernel 4.9. Also sollte es eine TV-Karte sein, die vorzugsweise schon Treiber in diesem Kernel hat. Weiter sollte es eine TV-Karte mit 2 Tunern sein. Klingt erst mal schwer, war es dann aber nicht.

Ich habe mich für eine DVBSky T982 V2 entschieden. Diese hat zum Zeitpunkt des Kaufs 94,90 € gekostet. Diese hat einen Dualtuner, ist für DVB-C, also Kabel, und auch für DVB-T/T2 ausgelegt und hat bereits seit Kernel 3.19 Treiber enthalten.

Die Installation ist denkbar einfach. Zunächst muss man von der Herstellerseite die Firmware für diese Karte herunterladen. Linux hat zwar bereits die Treiber, benötigt aber die Firmware, damit sie korrekt funktionieren kann. Der Vorteil ist, die Firmware ist denkbar einfach zu installieren.

Zunächst geht man also auf die Support-Seite von DVBSky und lädt sich dort die Firmware herunter. Das ist eine sehr kleine ZIP-Datei, die bereits alle Firmware-Dateien des Herstellers beinhaltet. Man muss also nicht umständlich nach der Firmware eines bestimmten Gerätes oder einer bestimmten Karte suchen.

Diese ZIP-Datei habe ich nun ausgepackt und auf mein Home-Verzeichnis auf dem Server kopiert. Da ich mein Home-Verzeichnis auf meinem Laptop als Laufwerk eingebunden habe, geht das mit Windows-Bordmitteln hervorragend.

Nun habe ich in meinem Home-Verzeichnis also einen Ordner, in dem einige Dateien mit der Endung FW liegen, eine Readme-Datei, die mir sagt, was ich damit machen muss und ein kleines Shellscript. Abgekürzt, alle Dateien mit der Endung FW sind Firmware-Dateien. Diese müssen in /lib/firmware kopiert werden. Man könnte dies nun per Hand tun, braucht man aber zum Glück nicht, denn dafür ist das kleine Shellscript da. Dieses kopiert alle Firmware-Dateien dort hin, wo sie hingehören.

Man verbindet sich also per SSH mit seinem Server und gibt dort folgende Befehle ein:

cd firmware
sudo ./copy-firmware.sh

Alles in allem sind die Firmware-Dateien keine 100 Kilobyte groß, also macht es auch nichts, wenn alle kopiert werden. Und dieses Shellscript copy-firmware.sh tut dies! Das vorangestellte „sudo“ ist nötig, da man sonst keine Schreibrechte auf /lib/firmware hat.

Fertig, die Software für die Karte ist damit installiert. Nun braucht man nur noch den Server abschalten, die Karte einbauen und den Server wieder hochfahren.

Einbau

Bei der DVBSky T982 V2 handelt es sich um eine Low Profile Karte. Das heißt, sie ist sehr niedrig und für schmale Gehäuse gedacht. Daher würde sie so, wie sie aus dem Karton kommt, nicht in das Gehäuse passen. Die Rückblende der Karte muss ausgetauscht werden. Die passende Rückblende für normalgroße PC-Gehäuse liegt der Verpackung bei. Man muss also erst mal die 2 kleinen Schräubchen lösen und die neue Blende anbringen und festschrauben. Dies bedarf einiger Fingerfertigkeit, weil die Schräubchen echt klein sind. Man kann aber, wenn man keine rohe Gewalt anwendet, dabei nichts kaputt machen.

Nun habe ich die Karte in einen der freien PCIe-Slots eingesetzt und festgeschraubt. Auf der Rückseite des Servers habe ich jetzt 2 Eingänge für Antennenkabel, ob nun DVB-C oder DVB-T/T2. Die Tuner können beides.

Prüfen

Es gibt sicher eine Menge Wege zu prüfen, ob die Karte vernünftig eingebaut wurde. Ich lasse mir einfach anzeigen, ob der Kernel einen Device-Eintrag generiert hat. Würde die Karte nicht funktionieren, würde das nicht gehen. Zumindest mal oberflächlich reicht es.

Hierfür zeige ich einfach das Verzeichnis an, welches zum Gerät führt:

ls -l /dev/dvb

Bevor die Karte eingebaut war, gab es dieses Verzeichnis nicht. Da löste dieser Befehl eine Fehlermeldung aus. Nun aber sehe ich folgendes:

total 0
drwxr-xr-x 2 root root 120 Oct 23 17:06 adapter0
drwxr-xr-x 2 root root 120 Oct 23 17:06 adapter1

Wie man hier sehr schön sehen kann, hat jeder der beiden Tuner seinen eigenen Gerätepfad. Somit tauchen die beiden Tuner als separate Geräte auf.

Weiteres

In der Verpackung der TV-Karte war noch ein IR-Sensor und eine Fernbedienung. Würde man diese Karte also in einen Mediacenter-PC einbauen, könnte man diesen hierüber steuern. Ein Anschluss für den Sensor gibt es hinten an der TV-Karte. Dies brauche ich aber nicht, ich erwähne es nur der Vollständigkeit halber.

Kabel verlegen und anschließen

Nun ziehe ich ein Antennenkabel von der Kabeldose im Wohnzimmer bis zum Server. Hierfür habe ich mir dieses 20 Meter Antennenkabel von CSL gekauft. Das reicht aber nicht, ihr braucht noch ein T-Stück und 2 weitere kurze Antennenkabel, damit ihr auch beide Tuner anschließen könnt. Diese habe ich bereits, weil ich diese ja auch schon für die Dreambox benötige. Falls ihr also so ein T-Stück noch sucht, könnte ich euch diesen Hama Antennenverteiler empfehlen. Damit könnt ihr beide Eingänge der TV-Karte anschließen, so dass ihr auch 2 Sendungen gleichzeitig aufzeichnen könnt.

Das war erst mal der Hardware-Teil, der war, zumindest für mich, ja noch einfach zu bewältigen. Nun kommt völliges Neuland, die Software. Ich bin ja seit Jahren Dreambox-verwöhnt, mal sehen, was nun passiert!

Software

Damit der Server auch als Recorder funktionieren und TV zu meinem Kodi Mediacenter streamen kann, braucht es Software und jede Menge Plugins. Ich werde hierfür VDR (Video Disk Recorder) nutzen. Diesen gibt es schon sehr lange für Linux. Abgesehen davon gibt es viel Dokumentation und Hilfe im VDR-Wiki und im entsprechenden Forum VDR-Portal.

Ich werde zunächst nur die benötigte Software installieren. Um die Konfiguration und Erweiterbarkeit kümmere ich mich so nach und nach.

VDR installieren

Nun, wie man Pakete installiert, habe ich in den vorangegangenen Teilen ja schon ausführlich erwähnt. Also installiere ich VDR wie folgt:

sudo apt-get install vdr

Je nach bisher installierten Paketen werden noch ein paar zusätzliche Pakete installiert.

Während der Installation werden noch ein paar Fragen gestellt. Als erstes geht ein Fenster auf, welches darüber informiert, dass VDR standardmäßig die Aufnahmen in /var/lib/video speichert. Man könne das später ändern. Die Frage lautet also, ob man das Verzeichnis, wie es vorgeschlagen wird, erstellen möchte. Hier wähle ich „Yes“ aus. Das kann ich später alles noch ändern.

Als nächstes wird nach der Art der TV-Karte gefragt. Da ich DVB-C nutze, wähle ich „Cable“ aus dem Menü aus.

Anschließend läuft die Installation der Pakete durch und VDR ist erst mal installiert.

Nun braucht es noch einige Plugins, damit gewisse Funktionalitäten vorhanden sind. Zum Beispiel braucht es eine Weboberfläche, Kodi-Unterstützung und so einiges weitere.

Kodi-Unterstützung

Damit ich auf das Live-TV und die Aufnahmen auch vom Mediacenter Kodi aus zugreifen kann, braucht es ein Plugin für Kodi und eines für den VDR. Um Kodi und seine Konfiguration kümmere ich mich später, nun muss erst mal das Plugin für VDR installiert werden.

sudo apt-get install vdr-plugin-vnsiserver

In Kodi muss später noch der VDR-VNSI-Client installiert werden.

Weboberfläche

Um VDR mittels eines Webbrowsers nutzen und steuern zu können, muss das Plugin VDR-Live installiert werden.

sudo apt-get install vdr-plugin-live

Wie man hierauf nun zugreift und es nutzt sehen wir uns später an.

EPG-Suche

Das Plugin EPG-Search erweitert die Suchmöglichkeiten innerhalb des EPG und kann Aufnahmen basierend auf Suchkriterien erstellen. Das wäre z. B. so eine Autotimer-Option.

sudo apt-get install vdr-plugin-epgsearch

Web-Administrationstool für VDR

Ich muss zugeben, so ganz genau weiß ich nicht, was dieses Plugin zusätzlich tut. Ich habe mir ja noch nicht angesehen, was sich über die Live-Oberfläche machen lässt. Von der Beschreibung gehe ich aber aus, dass sich hier viel weitreichendere Einstellungen des VDR vornehmen lassen. Daher installiere ich das mal. Sollte es sich als falsch erweisen, kann ich es ja immer noch deinstallieren.

sudo apt-get install vdradmin-am

Streamen

Damit man auch mittels Webbrowser TV-Programme streamen kann, falls man das mal möchte, muss der Streamdev-Server installiert werden.

sudo apt-get install vdr-plugin-streamdev-server

Nun kann man z. B. mit dem Firefox das aktuelle TV-Programm streamen.

Nachtrag

Es ist mir bisher nicht gelungen, mit der Weboberfläche das aktuelle Programm mit dem VLC zu streamen. Vielleicht fehlt noch was, aber darum kümmere ich mich in der nächsten Zeit mal. Einen Hinweis, wie ich es gelöst habe, wird es dann im Blog geben.

OSD fernsteuern

Der VDR ist eigentlich eine Anwendung, die lokal betrieben wird. Also werden auch alle Einstellungen auf einem OSD, also über ein Menü am eigentlichen Bildschirm getätigt. Nun läuft VDR hier aber auf einem Server und ein Bildschirm ist nicht angeschlossen. Wie kommt man nun also an die Einstellungen ran? Nun, dafür gibt es einen Weg, den ich in diesem Blogbeitrag gefunden habe. Der Weg ist recht umfangreich, und ob er überhaupt für mich mit Screen Reader und Braillezeile funktioniert, muss sich noch herausstellen. Ihr müsst den langen Beitrag jetzt nicht lesen, wir gehen das nach und nach durch. Ich installiere aber erst mal die benötigten Pakete.

sudo apt-get install vdr-plugin-remote vdr-plugin-svdrposd vdr-plugin-svdrpservice

Kanalsuche

VDR selbst sucht eigentlich nicht nach Kanälen. Jedenfalls ergibt sich das aus den Texten, die ich im VDR-Wiki und in den Foren so lese. VDR greift auf die channels.conf zu, die aber erstellt werden muss. Zwar hat VDR bei der Installation schon eine channels.conf installiert, aber wie aktuell diese ist, lässt sich nicht sagen. Also braucht es ein Tool, um die Sender zu scannen und die channels.conf zu erzeugen.

sudo apt-get install w-scan

Hiermit können die Sender gesucht und die channels.conf erzeugt werden.

Als nächstes…

Im nächsten Teil werde ich VDR konfigurieren. Ein anderes Aufnahmeverzeichnis muss erstellt werden, die Grundeinstellungen vom VDR müssen gemacht werden, meine bisherigen Autotimer von der Dreambox müssen irgendwie in den VDR und so weiter und so fort.

Auch, wenn es erst mal kompliziert klingt, scheint es doch ganz problemlos zu laufen. Ich bin von den Fertiglösungen, wie der Dreambox, verwöhnt, daher ist es erst mal ungewohnt, alles einzeln per Hand zu tun. Und manchmal weiß ich auch nicht, wo ich jetzt anfangen oder weitermachen soll.

Ich werde zu diversen Dingen erst mal noch die Manpages lesen, damit ich weiß, wo sich was wie einstellen lässt. Dann sehen wir weiter. Ich denke aber, als erstes dürfte ein Sendersuchlauf auf dem Programm stehen.

Homeserver 35: Fang den Podcast!

Seit einiger Zeit nun quäle ich mich mit diesem blöden Podcatcher unter Windows ab. Ich benutze den Juice Podcast Downloader, der früher, ich glaube iPodder hieß. Aber seit einiger Zeit nun will er einige Podcasts nicht mehr runterladen. Darunter ist zum Beispiel auch der Podcast c’t Uplink.

Erst ein Hinweis aus der Mailingliste, „Du hast doch einen Server, lass den das doch machen“, hat das Problem gelöst. Manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen … Naja, ihr kennt den Spruch sicher zu genüge. Wie auch immer, dieser Vorschlag enthielt auch gleich ein konkretes Linux-Paket, welches ich jetzt einsetze, und welches extrem einfach zu konfigurieren war.

Installation

Das ist, wie bei bisher allen Paketen, der gleiche Schritt. Meldet euch am Server per SSH an und gebt folgenden Befehl ein:

sudo apt-get install podget

Das war’s schon, sehr viel mehr ist da gar nicht zu machen. Nur noch konfigurieren, aber dazu kommen wir gleich.

Ziel der Podcasts

Irgendwo müssen die Podcasts ja hin. Und ich habe auf meinem RAID einen Ordner Namens Audio. Hierunter lege ich ein Verzeichnis Namens Podcasts an. Das könnte ich über SSH machen, aber da mein RAID auch als Netzlaufwerk an meinem Windows-PC eingebunden ist, mache ich es der Einfachheit halber hierüber.

In diesen Ordner werden später die ganzen Podcast-Episoden heruntergeladen. Zum Einen kann ich so mit meinem Kodi Mediacenter drauf zugreifen, mit meinem Mac per robocopy synchronisieren, und zum Anderen könnte ich sie über iTunes mit meinem iPhone synchronisieren.

Podget konfigurieren

Nun muss aber noch podget konfiguriert werden. Und damit podget seine Konfigurationsdateien erstellt, müsst ihr es per Hand starten. Hierzu gebt ihr einfach den Befehl „podget“ im SSH-Terminal ein.

Podget beginnt sofort damit, Episoden des Linux-Link Podcasts herunterzuladen. Hier drücke ich CTRL+C, dann wird der Download unterbrochen. Ich möchte den Podcast nicht, daher werde ich alles bisher heruntergeladene auch wieder löschen.

Podget hat im Home-Verzeichnis jetzt zwei Ordner angelegt, POD und .podget. Der Ordner POD enthält die heruntergeladenen Episoden, den lösche ich. im Ordner .podget liegen nun zwei Konfigurationsdateien, die wir jetzt editieren möchten:

nano .podget/podgetrc

Vieles, was hier drin ist, könnt ihr nach eigenen Vorlieben einstellen. Die Standardwerte hingegen sind schon sehr brauchbar gesetzt. Ich habe nur zwei Werte geändert:

  • DIR_LIBRARY: Hier legt man fest, wo die Podcasts hin sollen. Bei mir lautet die Zeile daher: „DIR_LIBRARY=/raid1/daten/Audio/Podcasts“, natürlich ohne die Anführungsstriche.
  • NO_PLAYLIST: Diese Option findet ihr weiter unten. Podget erstellt Playlists für die heruntergeladenen Episoden. Das möchte ich nicht, daher habe ich das umgestellt: „NO_PLAYLIST=1“. Standardmäßig steht es auf 0.

Alle anderen Werte könnt ihr anders einstellen, die Standardeinstellungen sind aber schon ziemlich sinnvoll. Noch mit CTRLX speichern und beenden.

Nun müssen wir ja noch festlegen, welche Podcasts es nun zu downloaden gilt. Auch hierfür editieren wir eine Datei:

nano .podget/serverlist

Da steht erst mal viel Erklärung drin, wie die Podcasts eingetragen werden können. Könnt ihr erst mal überspringen. Ganz unten ist der Eintrag für den Linux-Link-Podcast, den könnt ihr behalten, wenn ihr möchtet, ich habe ihn gelöscht.

Die Einträge sind denkbar einfach. Ein Podcast-Eintrag besteht aus drei Elementen, der URL, einer Kategorie die nur aus einem Wort bestehen darf und dem Namen des Podcasts.

Die Kategorie ist sehr interessant, da ihr so festlegen könnt, welche Podcasts in welche Unterordner kommen. Hier mal 2 Beispiele:

http://www.tuksub.de/?feed=podcast Kommunikation TuKSuB Podcast
http://www.heise.de/ct/uplink/ctuplink.rss IT c't Uplink

Jetzt passiert folgendes: Im Ordner Podcasts wird ein Unterordner Kommunikation erstellt, in dem dann der Unterordner TuKSuB Podcast erstellt wird. Und ein Ordner IT, in dem dann der Unterordner c’t Uplink erstellt wird. So könnt ihr die Podcasts prima thematisch gruppieren.

Besondere Ordner

Im Ordner Podcasts befindet sich nun auch ein Ordner Namens .LOG. Hierin befinden sich zwei Dateien, done und errors.

Jede erfolgreich heruntergeladene Episode wird in die Datei done geschrieben. Belasst sie dort, sonst wird sie erneut heruntergeladen. Steht eine Episode also dort, wird sie beim nächsten Start von podget nicht erneut heruntergeladen. Andererseits, wollt ihr eine Episode erneut herunterladen, weil sie aus Versehen gelöscht wurde, so müsst ihr dessen Eintrag aus dieser Datei entfernen.

Jeder fehlgeschlagene Download wird in der Datei errors eingetragen. Wenn es ein temporäres Problem ist, so lasst es einfach dort stehen. Wenn die Datei zwar noch im Feed steht, die tatsächliche Datei aber nicht mehr verfügbar ist, so könnt ihr verhindern, dass podget sie immer wieder zu downloaden versucht. Kopiert die Zeile aus errors einfach in die Datei done. Die Reihenfolge spielt keine Rolle, Hauptsache die URL zur Datei ist in der done-Datei gespeichert.

Diese Dateien sind selbstverständlich noch leer. Wenn ihr jetzt also podget startet, so wird alles heruntergeladen, was verfügbar ist. Macht das ruhig, all diese URLs per Hand in die Datei done einzutragen, ist viel zu umständlich und fehleranfällig. Startet podget also, nachdem ihr alle eure Podcasts in die serverlist eingetragen habt, ein mal per Hand und lasst es durchlaufen. Später könnt ihr dann die Episoden löschen, die ihr nicht behalten wollt.

Regelmäßiges Ausführen

Natürlich wollt ihr, dass eure Podcasts regelmäßig abgerufen werden. Das müsst ihr auch nicht selbst tun, das kann Linux prima auch ganz alleine! 🙂 Alles, was es dazu braucht, ist ein Cron-Job.

Auf dem Server habe ich es mir angewöhnt, alle Cron-Jobs in die systemweite Cron-Datei einzutragen. Ich habe einfach keine Lust, mich mit zwei oder mehr Crontabs herumzuschlagen. Daher mache ich es mir einfach. Trotzdem ist es wichtig, dass podget im Benutzerkontext gestartet wird, in meinem Falle also als kamil. Und so sieht mein Eintrag aus. Öffnet die crontab-Datei:

sudo nano /etc/crontab

Fügt ganz am Ende, aber noch oberhalb des abschließenden Nummernzeichens „#“, folgende Zeile ein:

10 0    * * *   kamil   /usr/bin/podget -s

Podget wird also jeden Tag um 00:10 Uhr im Silent-Modus aufgerufen. Der Silent-Modus ist halt dafür da, weil ja keiner vor dem Monitor sitzt und zuguckt, also braucht Podget auch keine Ausgaben auf den Monitor auszugeben.

Es ist wichtig, dass podget im Kontext vom Benutzer kamil ausgeführt wird, weil ja die Konfiguration von podget im Home-Verzeichnis von kamil liegt. Vielleicht gibt es für podget sogar einen Parameter, um das zu umschiffen, aber ich fand das als die einfachste Lösung.

Fazit

Die Einrichtung hat mich nicht mal ganz eine halbe Stunde gekostet. Der Download der Episoden läuft bisher prima. auch der problematische Download des Podcasts c’t Uplink geht jetzt wieder reibungslos! Falls ihr also so einen Homeserver betreibt, lasst ihn doch die Arbeit machen. Dafür steht er schließlich da rum und verbraucht Strom! 🙂

Podcast Nr. 86: OrCam MyEye, Sehen mal anders…

Die OrCam MyEye ist ein Kamerasystem, welches z. B. blinden und sehbehinderten Menschen hilft, Texte zu lesen, Produkte und Geldscheine zu erkennen. Es handelt sich hierbei um ein kleines Gerät zur Bedienung und eine kleine Kamera, welche an einer Brille befestigt wird.

Dani Grießbauer hatte so eine OrCam MyEye zum Testen, und in diesem Podcast stellt sie die Möglichkeiten dieses Hilfsmittels vor.

Download

 

Review Plantronics Backbeat Pro: Drei Wochen Türkeiurlaub

Ich habe mir vor einer Weile den Plantronics Backbeat Pro Kopfhörer mit Active Noise Cancelling gekauft. Jetzt war ich im August für 3 Wochen im Urlaub und möchte euch kurz meine Erfahrungen mit dem Kopfhörer schildern.

Der Backbeat Pro ist nicht gerade billig, daher habe ich im Vorfeld eine Menge Reviews dazu durchgelesen. Als ich ihn im Januar gekauft hatte, hat er mich 169,- € gekostet. Und so eine Investition will gut überlegt sein. Da aber alle Reviews positiv waren, und mir Plantronics als Headset-Hersteller gut bekannt ist, habe ich die Investition gewagt.

Design

Das Design des Kopfhörers gefällt mir ausgesprochen gut. Es handelt sich hierbei um einen ohrumschließenden Kopfhörer, wodurch die Muscheln natürlich etwas größer sind.

Die Muscheln sind mit einem Kunstlederbezug überzogen und sehr weich. Sie umschließen die Ohren völlig, üben aber kaum Druck aus, wie man das durchaus von anderen ohrumschließenden Kopfhörern kennt. Der Kopfbügel ist verstellbar, mit Stoff überzogen und ebenfalls gepolstert.

Zwar hat der Kopfhörer ein gewisses Gewicht, hat man den Kopfbügel aber richtig auf die Kopfgröße eingestellt, merkt man ihn kaum noch. Auch nach längerem Tragen wird der Kopfhörer nicht unangenehm. Das Material auf den Ohrmuscheln wird auch nicht unangenehm, wenn man selbst größerer Hitze ausgesetzt ist, wie z. B. auf einer Terrasse in der Türkei. 🙂 Ich hatte ja so meine Sorgen, dass evtl. Schweißentwicklung das Ding unangenehm werden lassen würde, dem war aber in keinster Weise so.

Beim Transport gibt es dann aber Minuspunkte. Er lässt sich nicht klein zusammenfalten. Die Ohrmuscheln lassen sich nach innen verdrehen, so dass man den Kopfhörer um den Nacken tragen kann und die Ohrmuscheln auf den Schlüsselbeinen zum Liegen kommen. Kleiner wird er leider nicht.

Bedienung

Auch die Bedienung finde ich sehr gut durchdacht. Als Blinder kann man die rechte von der linken Ohrmuschel ganz einfach erkennen. Die Anschlüsse zum Laden und für ein Audiokabel befinden sich an der linken Muschel.

Auf der linken Muschel befindet sich ein riesiger runder Knopf, der ist für Play/Pause. Ein geriffelter Ring um die Muschel ist dafür da, Titel vor- und zurückzuschalten, oder innerhalb eines Titels zu spulen. Am hinteren Teil der Muschel befindet sich ein Schiebeschalter, mit dem das Noise Cancelling ein- und ausgeschaltet werden kann. Unten an der Muschel sind die Anschlüsse.

An der rechten Muschel befindet sich ebenfalls ein riesiger Knopf, der ist zum Annehmen von Telefonaten. Der Ring an dieser Muschel ist für die Lautstärke. Hinten an der Muschel ist der Schiebeschalter zum Einschalten. Unten an der Muschel ist ein kleiner Knopf, mit dem sich die Außenmikrofone einschalten lassen, so dass man ein Gespräch mit dem Sitznachbarn oder dem Zugpersonal führen kann, ohne den Kopfhörer abzunehmen. Während eines Telefonats ist das der Stummschalter.

Noise Cancelling

Ich habe keine Vergleichswerte, da dieser Kopfhörer mein erster ist, der ANC kann, daher kann ich auch nicht sagen, ob dieser hier besser oder schlechter ist als ein Modell eines anderen Herstellers. Ich kann nur beschreiben, wie ich das ANC wahrgenommen habe.

Beim Einschalten des ANC fällt sofort auf, tiefe Frequenzen werden hervorragend ausgeblendet. Ohne ANC höre ich störend mein eigenes Atmen, was sofort vollständig weg ist, wenn ich ANC einschalte.

Bei einer Busfahrt waren die tiefen Motorgeräusche fast komplett weg, einige Mitten und fast alle Höhen waren aber noch hörbar. Allerdings durch das ohrumschließende Design der Muscheln war auch das extrem in den Hintergrund gerückt.

Auf dem Flug war deutlich zu hören, dass die tieferen Triebwerksvibrationen ausgeblendet wurden. Auch die Muscheln haben fast den ganzen Rest gedämpft, so dass nur noch ein Geräusch zu hören war, dass man bestenfalls als etwas lautere Lüftung beschreiben kann. Macht man jetzt noch Musik in etwa Sprechlautstärke an, ist der Flieger gar nicht mehr zu hören.

Besonders lästig auf der besagten Terrasse in der Türkei war die Rasensprenganlage. Das Ding hat echt genervt! Aber mit dem Kopfhörer und ANC war auch das Geräusch fast komplett weg. Obwohl hier viel mehr höhere Frequenzen eine Rolle gespielt haben, konnte der Kopfhörer viele davon ausblenden. Und auch hier, mit moderat leiser Musik war auch das Geräusch völlig weg.

Persönlich empfinde ich das schon als beträchtlichen Vorteil gegenüber anderen Kopfhörern ohne ANC. Aber wie ich schon sagte, ich habe keine Vergleichswerte. Und ursprünglich ging es mir beim Kauf dieses Kopfhörers nur zweitrangig um das ANC, aber man bekommt ja heute kaum noch Bluetooth-Kopfhörer der gehobeneren Qualität ohne ANC.

Klangqualität

Soll das ein Scherz sein? 🙁 Verlässt man sich hier vollständig auf die Reviews, fällt man unweigerlich auf die …, wenn man jetzt gehobene oder sogar überragende Klangqualität erwartet.

Nun möchte ich ja nicht behaupten, die anderen Reviewer hätten Tomaten auf den Ohren. Aber bei 12 oder 15 Reviews, die ich gelesen habe, hat nur einer in einem Nebensatz erwähnt, dass der Klang nicht so toll wäre. Auch ein Heise-Autor hat bei einem Test von Kopfhörern mit ANC kurz erwähnt, der Klang sei jetzt nicht so toll. Da das aber nur 2 Meinungen waren, ging ich davon aus, es handelt sich hierbei um subjektive Meinungen. Aber wer wahrscheinlich überwiegend diese kompressorvergewaltigte Krachorgie hört, die manche „Musik“ nennen, dem wird vielleicht wirklich nicht auffallen, wo die Schwächen dieses Kopfhörers liegen.

Genau genommen hat der Kopfhörer 3 wesentliche Probleme, die ich hier im Einzelnen mal aufführen möchte. Obwohl ich betonen möchte, dass ich kein perfektes Gehör habe, und andere das durchaus anders empfinden können, finde ich doch, dass es sehr auffällig ist.

  • Mitten sind falsch. Die Bässe und Höhen gefallen mir bei diesem Kopfhörer echt gut. Aber die Mitten stimmen einfach nicht. Bei ausgeschaltetem ANC sind die Mitten zu gering, bei eingeschaltetem ANC sind die Mitten zu viel. Nur, wenn man die Elektronik des Kopfhörers komplett abschaltet und über das mitgelieferte 3,5 mm Klinkenkabel hört, ist der Klang geradezu optimal. Aber das ist ja irgendwo nicht Sinn und Zweck der Übung.
  • Loudness-Funktion oder Dynamikbegrenzer? Hört man ein Stück, dass über die gesamte Länge gleichmäßig laut ist, wird einem nichts auffallen. Hört man diese Loudness-Gruseligkeit, die manchmal so im Radio läuft, schon mal gar nicht. Aber hört man Musik, in der es öfter mal zu leiseren Passagen kommt, Klassik, manche Rock-Stücke, …, so wird in den leisen Passagen die Lautstärke angehoben. Setzt bei einem Rock-Stück dann der Rest wieder ein, so ist für den Bruchteil einer Sekunde das Ganze viel zu laut. Man hört also deutlich ein Lautstärkepumpen, bis sich der Kopfhörer wieder eingeregelt hat. Auch das ist, nutzt man das Kabel, nicht vorhanden.
  • Bässe sind bei eingeschaltetem ANC schwächer. Bei ausgeschaltetem ANC sind sie perfekt, ob nun mit oder ohne Kabel, aber bei eingeschaltetem ANC sind sie in Verbindung mit den überzogenen Höhen zu schwach.

Ich hatte den Support angeschrieben, weil ich diese Probleme, weil sie ja in der Software liegen, für lösbar halte. Ein paar Parameter anders eingestellt, und der Kopfhörer wäre mit einem Softwareupdate perfekt. Dass er es rein technisch kann merkt man ja, wenn man ihn ohne Elektronik direkt am Kabel betreibt. Aber außer einer bitte für eine genauere Beschreibung kam da nix mehr. Auch kein Softwareupdate.

Ich kann es nicht leiden, wenn mir ein Kopfhörer vorschreibt, welche Art Musik ich zu hören habe. Ich habe auch keinen Bock, 5 Kopfhörer für meine unterschiedlichen Wünsche mitzunehmen. Ich möchte, dass ein Kopfhörer einen möglichst neutralen klang hat, so dass ich, wenn ich das denn will, meine Klangpräferenzen mit einem Equalizer nachregeln kann. Will ich eine Bassorgie, dann schiebe ich halt die entsprechenden Regler hoch. Aber ich will halt nicht, dass der Kopfhörer hier eine Vorauswahl trifft. Plantronics, manchmal ist weniger mehr…

Ach und übrigens: Die Updater-Software ist für Blinde nicht bedienbar. Jedenfalls nicht mit Jaws. Da macht Sennheiser z. B. einen besseren Job.

Fazit

Wer überwiegend Techno und Trance hört, oder auch das, was so mainstream im Radio läuft, dürfte mit dem Kopfhörer keine schlechte Wahl treffen. Das ANC z. B. funktioniert gut, so weit ich das halt ohne Vergleichswerte sagen kann. Daher, seine aktuell bei Amazon gesehenen 139 €, ist er schon wert.

Wer aber in Sachen Musik etwas anspruchsvoller ist, könnte enttäuscht sein. Daher, testet den Hörer mit eurer Musik ausgiebig und entscheidet dann, ob ihr ihn behalten wollt.

Würde ich mir den Kopfhörer nochmal kaufen? Wohl eher nicht. Will ich ihn jetzt loswerden? Naja, wohl auch nicht. Denn die Soundprobleme sind zwar da, aber nicht zu dominant. Die Sache mit dem Lautstärke-Pumpen z. B. ist mir relativ spät aufgefallen. Man hört es halt nicht bei jedem Stück so deutlich. Aber es stört mich, da es mir halt auffällt. Auch die zu deutlichen Mitten bei eingeschaltetem ANC stören mich, aber sie sind nicht zu extrem.

Wären mir diese Probleme schnell aufgefallen, hätte ich das Ding wohl zurückgeschickt. Aber zum einen macht sich das erst nach einer Weile des Hörens bemerkbar, und zum anderen fallen manche Dinge erst bei bestimmten Titeln auf. Daher habe ich mir jetzt eine Test-Playlist erstellt, die ein evtl. neuer Kopfhörer bestehen müsste.

Noch behalte ich den Backbeat Pro, aber irgendwann wird mich das wohl zu sehr nerven, so dass ich mir wahrscheinlich dann doch recht plötzlich einen neuen Kopfhörer kaufen werde. So was kann bei mir durchaus schnell gehen, wenn mich das Teil zu sehr annervt. Wirklich rundum glücklich bin ich damit jedenfalls nicht.

Fehlerhafter iTunes-Kauf und hilfloser Apple Support

Ja, endlich! Neue Folgen vom Gruselkabinett! Sturm auf iTunes und heruntergeladen, die Folgen! Tja, das dachte ich mir auch nur so, denn iTunes hatte vor, seinen Spaß mit mir zu haben…

Freitags ist Hörspielfreitag, außer für John Sinclair, der will lieber Donnerstags gekauft werden… 🙂 Also las ich, dass am 15.07. die Folgen 110 und 111 des Gruselkabinetts rauskommen. Und weil das ja so schön schnell und bequem geht, kaufe ich meine Hörspiele, so es denn geht, bei iTunes. Es gibt aber auch welche, die kriege ich darüber nicht, aber das soll mal jetzt nicht das Thema sein.

Ich gehe also über die Suche bei iTunes und gebe „Gruselkabinett“ ein. Die Folgen kosten jeweils 5,99 €, was ich für einen absolut guten Preis halte. Ich kaufe also Folge 110 und wundere mich schon, warum der Dreiklang so schnell kommt. Klar, ich habe eine 50-MBit-Leitung, aber das war dann doch etwas zu schnell. OK, denke ich, gucke ich später nach, jetzt erst mal noch Folge 111 gekauft. Und hier dauerte es dann tatsächlich gewohnt lange, bis der Dreiklang kam.

Als ich dann nachgesehen hatte, fand ich heraus, dass Folge 111 mit 13 Tracks tatsächlich vollständig geladen wurde. Aber Folge 110 war unvollständig. Hier wurden nur die Tracks 3, 4, 12 und 13 geladen, die restlichen Tracks fehlten. Auch diese Folge besteht normal aus 13 Tracks.

Naja, dachte ich, wird wohl beim Download was schiefgegangen sein, wird schon nicht so schlimm sein. Also löschte ich die Folge aus der iTunes-Mediathek, um sie aus der Cloud erneut zu laden. Und was sehe ich da? Auch in der Cloud sind nur diese 4 Tracks.

Aber ich gerate immer noch nicht in Panik, denn es gibt ja noch die Möglichkeit, über den Menüpunkt „Käufe“ zu gehen. Also lösche ich das Album erneut aus der Mediathek, und gehe in den Bereich getätigter Käufe. Dort finde ich das Album und betätige die Schaltfläche „Laden“. Auch jetzt, der Ton für den Dreiklang kommt viel zu früh, und als ich nachsehe, finde ich wieder nur diese 4 Tracks.

So langsam werde ich dann doch ungehalten und suche auf der Webseite von Apple nach einer Supportmöglichkeit. Ich finde auch eine und schildere mein Problem per Mail. Ich mache so was lieber per Mail, weil ich so die Möglichkeit habe, alles genau auszuformulieren und zu schildern. Besonders die Dinge zu schildern, die ich schon unternommen habe, damit der Support mich diese Dinge nicht erneut durchführen lässt. Nun, bis Montag kam vom Apple Support keine Antwort.

Am Montag war ich dann schon leicht angesäuert, also rief ich dann doch über die Rückruffunktion den Apple Support für iTunes an. Ein völlig enthusiastischer Support-Mitarbeiter, nennen wir ihn mal Captain Obvious, warum, seht ihr gleich noch, jodelte mir sogleich fröhlich ins Ohr.

Ich sagte also:

Also ich habe da ein Problem mit einem gekauften Album.

Worauf Captain Obvious antwortet:

Ah, sie haben also ein Problem mit einem gekauften Album! Welches Album denn?

Ich nenne ihm den Namen:

Das ist das Gruselkabinett Folge 110, Der Drachenspiegel.

Worauf Captain Obvious fröhlich jodelt:

Aha, es handelt sich also um das Hörspiel Gruselkabinett Folge 110, Der Drachenspiegel.

So, und jetzt wisst ihr auch, warum ich ihn Captain Obvious genannt habe. Ich verzichte dann also weiterhin, die teils dämlichen Dialoge vollständig wiederzugeben.

Zunächst einmal gelang es mir nicht, ihm die Sache zu schildern. Er kam immer, wie eine falsch programmierte Schleife, auf die gleichen Punkte zurück, Cloud laden, Käufe suchen… Bis es mir dann zu bunt wurde und ich dann auch tatsächlich etwas lauter wurde. Ganz plötzlich kam ihm die Idee, er könne ja mal in meine Daten gucken. Wahnsinn, dachte ich, Captain Obvious ist wieder im Dienst!

Da wird ihm tatsächlich klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmen kann. Denn auch er sieht, dass zwar alle 13 Tracks als gekauft gekennzeichnet sind, aber tatsächlich nur diese 4 Tracks meiner Apple ID zugeordnet sind. Also sagt er:

Ich bin ja auch jemand, der haben will, wofür er gezahlt hat, genau wie Sie auch, also kontaktiere ich mal meinen Vorgesetzten!

Mir lag echt auf der Zunge, zu sagen, „Wahnsinn! Sie sind tatsächlich auch einer von denen, die eine Gegenleistung für Ihr Geld haben wollen? Boa, ich dachte schon, Sie wären nicht so einer!“. Aber ich konnte mich gerade noch so zurückhalten und habe einfach nur „Mhm“ gesagt…

Nun wartete ich so um die 8 Minuten und hörte mir eine ätzend schröggelige Warteschleifenmusik an. Dann kam er wieder, und seine Vorgesetzte war ebenfalls mit in der Leitung. Nun hat die Frau sich sichtlich Mühe gegeben, das Problem zu verstehen, aber dank ihrem nicht wirklich vorhandenen Deutsch gelang es mir eigentlich kaum, sie zu verstehen…

Jedenfalls äußerte die Dame den Verdacht, der Distributor könnte die Folge evtl. fehlerhaft hochgeladen haben. Sie wollte sich also schnell drum kümmern und sich an mich wenden.

Nun ist es Donnerstag, und ich habe immer noch nichts gehört. Also habe ich wieder über die Rückruffunktion angerufen und wurde vertröstet, es würde sich drum gekümmert. Aber ganz ehrlich, ich hatte nicht den Eindruck. Und eigentlich war ich des Affentheaters auch Leid!

Kurz nach dem Telefonat habe ich über die Funktion „Ein Problem melden“ aus der Rechnungs-Mail den Kauf storniert. Kurz drauf erhielt ich auch schon die Gutschriftsbestätigung.

Als Ergebnis muss ich sagen, dass mein Vertrauen in den Kauf digitaler Medien nachhaltig zerstört ist. Klar, Fehler passieren. Ein Datenbankzugriff im falschen Moment, ein Speicherfehler, ein Programmabsturz, und etwas gerät durcheinander. Alles kein Thema. Aber die Qualität zeigt sich dann, wenn es darum geht, mit dem Fehler umzugehen. Und hier hat Apple keinen guten Job gemacht.

Ich bin mir sicher, dass solche Fehler äußerst selten vorkommen, wenn überhaupt. Aber wenn es dann dazu kommt, erwarte ich, für mein gezahltes Geld auch das gezahlte Produkt zu bekommen. Ich hätte also erwartet, dass man dem auf den Grund geht, was da schiefgelaufen sein könnte. Denn der Fehler war ja auch für die Apple-Mitarbeiter nachvollziehbar. Stattdessen werde ich knapp eine Woche hingehalten.

Ich weiß noch nicht, ob ich jemals wieder ohne Misstrauen bei iTunes einkaufen kann. Wahrscheinlich eher nicht. Wahrscheinlich ist eher, dass ich den Kauf sofort storniere, wenn es auch nur den klitzekleinsten Schluckauf gibt, weil ich diese Support-Odyssee ganz sicher nicht noch einmal mitmachen werde. Aber was immer die da in ihren Kaffee tun, um so enthusiastisch zu sein, ich hätte gern auch ein oder zwei Säckchen davon!

Und Apple will Zahlungsdienstleister werden?! Auf absolut gar keinem Fall mit mir! Nicht, bevor Apple bezüglich der Sicherheit und evtl. auftretender Fehler ganz deutliche und unmissverständliche Garantien macht! Wie gesagt, mein Vertrauen ist nachhaltig zerstört. Bis ich das wieder entwickeln kann, muss Apple einiges vorlegen!

Nochmal: Vielleicht bin ich der einzige, dem so was passiert ist. Vielleicht passiert es auch nie wieder, weil die Umstände an dem Tag vielleicht einfach Mist waren. Aber so lange Apple das nicht sagt und klar macht, was da schiefgelaufen ist, traue ich dem Braten einfach nicht. Denn solange ich das Gefühl habe, dass Apple gar nicht verstehen will, wo das Problem hier lag, um es zukünftig zu vermeiden, muss man immer wieder damit rechnen.

Dies ist meine persönliche Erfahrung mit dem iTunes Store und dem Apple Support. Andere mögen andere Erfahrungen gemacht haben. Daher betrachtet das auch bitte als meine persönliche Meinung und keine generelle Darstellung.

Update vom 25.07.

Heute bekam ich dann eine Mail vom iTunes Support, ich könne den Artikel nun laden, die Techniker hätten das Problem behoben. Dann fiel der Dame doch noch auf, dass ich den Artikel ja storniert hätte.

Auf meine Ausführungen, dass ich jetzt seit 10 Tagen auf eine Lösung warte und keine Nachricht bekomme, ob und wie der Stand ist, bekam ich nur die Antwort, man müsse ja auf den Distributor warten. Er müsse ja die Dateien liefern. Sie versteift sich weiter darauf, dass der Hersteller die Dateien nicht vollständig hochgeladen hat.

Und hier zweifele ich wirklich an den Fähigkeiten des Supports. Ich habe eben vor dem Editieren dieses Artikels mal gegoogled, ob es noch Andere gibt, die das Problem haben. Kann das sein? Kann es wirklich sein, dass ich der Einzige bin, der das Gruselkabinett 110 per iTunes gekauft hat? Denn wenn wirklich der Distributor Schuld gewesen wäre, hätten alle Käufer das Problem gehabt, und dann wäre das Netz voll von Beschwerden! Daher zweifele ich diese Version der Geschichte stark an.

Dies ist für mich noch ein Beweis, dass mein Vertrauen in Apple und iTunes fehl am Platze war. Und auch als Zahlungsdienstleister mit Apple Pay, wie soll das denn laufen? Ist bei einer Abbuchung von 500 € statt 50 € dann der Hersteller des Kassenterminals schuld? Auch dann, wenn der Betrag bei mir auf dem Display und bei dem Kassierer richtig angezeigt wurde, aber die Datenbank einen Schluckauf hatte? Nein, mein Vertrauen ist erst mal futsch! So viel Geld habe ich nicht, dass ich das riskieren könnte.

In Zukunft werde ich halt gar nicht mehr bei iTunes kaufen, sofern es geht. Ist ja nicht so, als gäbe es keine Alternativen. Sollte ich es später doch noch mal mit iTunes probieren, werde ich extrem misstrauisch sein. Sollte beim Download etwas schiefgehen, und das Laden aus der Cloud bringt keine Abhilfe, wird sofort storniert.

Traurig, aber vom Apple Support hätte ich schon etwas mehr erwartet. Selbst ein ehrliches „Keine Ahnung“ hätte ich problemlos akzeptiert. Aber dieses aus der Luft Greifen ist doch etwas hinterhältig. Denn, so habe ich das jedenfalls empfunden, sollte mein Zorn von Apple weg auf Titania Medien gelenkt werden. Und das ist beim besten Willen nicht die feine Englische.

Telekom VDSL-Anschluss Langsam? Eine mögliche Lösung

Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber mit der Zeit hat es mich wirklich geärgert!

Seit Januar habe ich einen VDSL-Anschluss bei der Telekom. Zwar laufen die Downloads schnell, bei mir kommen tatsächlich die ganzen 50 Mbits auch an, aber Webseiten bauen sich elend langsam auf. Selbst mit meiner 16000er Leitung früher bei Alice ging das oft schneller. Zwar spukte für eine Sekunde der Begriff „DNS-Server“ durch meine Gedanken, war aber auch eben gedankenschnell wieder entschwunden.

Eine geraume Zeit habe ich es hingenommen. Jedoch wurde es immer lästiger. Zwar nicht schlimmer, aber es nervte mich jedes mal immer ein wenig mehr. Ich war schon drauf und dran die Störungsstelle anzurufen. Aber was melde ich denen denn für eine Störung? Es ist ja nix offensichtlich kaputt, es nervt nur, und das würde irgendwie nicht reichen, dachte ich, und habe es gelassen.

Beim unmotivierten Eintippen von Suchbegriffen in die Suchmaschine tauchten dann immer mehr Berichte darüber auf, dass es evtl. Probleme mit den DNS-Servern der Telekom geben könnte. Nun, vor ein paar Monaten geisterte der Begriff schon mal durch meine Gedanken, habe ihn aber nicht weiter verfolgt. Diesmal jedoch wollte ich es genauer wissen und habe das Thema ausführlicher durchgelesen.

Ich wollte nun also wissen, ob die Telekom-DNS-Server langsam sind, und wenn ja, welche schneller sein könnten. Ich habe ein Programm benutzt, namebench, welches die DNS-Server einzeln anfragt und deren Antwortzeiten misst. Ich verlinke das Programm absichtlich nicht. Zum Einen wird es nicht mehr weiterentwickelt, zum Anderen sind die Ergebnisse mehrerer Durchläufe inkonsistent und schwer zu interpretieren. Daher habe ich es gelassen, mich auf die Ergebnisse dieses Programms zu verlassen. Wer es ausprobieren will, die Suchmaschine eures Vertrauens spuckt sicher Download-Links aus…

Einfach mal zum Testen, und weil mir auch gerade keine anderen öffentlichen DNS-Server bekannt waren, habe ich den DNS-Server in meiner Fritz!Box auf die Adressen von Google geändert. Nach dem Trennen und Neuaufbau der Verbindung kam dann der große Aha-Effekt! Die Seiten bauten sich plötzlich rasend schnell auf, AppStore-Downloads starteten nicht erst in 10 sondern schon nach 3 Sekunden, und insgesamt fühlt sich das Surfen nun wesentlich schneller und flüssiger an. Gerade Seiten, die viele externe Elemente nachladen müssen, sind viel schneller mit Laden fertig!

Gut, vielleicht sind die DNS-Server von Google nicht gerade die klügste Wahl. Aber besser als die der Telekom sind sie alle mal. Was mich wundert, denn ich wäre ja mal davon ausgegangen, dass die Telekom DNS-Server hat, die etwas performanter reagieren. Aber so kann man sich irren… 🙂 Später probiere ich es evtl. mit anderen, datenschutzmäßig weniger problematischeren Servern. Man weiß ja nie, ob Google die Abfragen irgendwo speichert…

Ändern der DNS-Server in der Fritz!Box

Damit die Änderungen sich auf alle Geräte im Haus bemerkbar machen, und man nicht jedes Gerät einzeln konfigurieren muss, bietet es sich an, diese Änderung im Router zu machen. Wie das in den Routern anderer Modelle funktioniert, kann ich nicht sagen. Ich habe eine Fritz!Box 7490, und für die kann ich den Weg beschreiben.

Öffnet die Fritz!Box-Oberfläche in eurem Browser, indem ihr in der Adresszeile die Adresse http://fritz.box eingebt.

Wählt aus dem Menü den Bereich „Internet“, und dort den Unterpunkt „Zugangsdaten“ aus. Nun sucht ihr den Menüpunkt „DNS-Server“, und wählt ihn aus.

Hier könnt ihr für IPv4 und IPv6 getrennt die Adressen der DNS-Server eintragen. Achtet bitte darauf, dass bei der Eingabe der IPv4-Adressen jeder Block ein eigenes Eingabefeld hat. Da eine IP-Adresse aus 4 Blöcken besteht, gebt also die Blöcke, die mit einem Punkt getrennt sind, jeweils in sein eigenes Eingabefeld ein. Für die IPv6-Adressen gilt das nicht.

Wählt also bei DNSv4-Server den Punkt „Andere DNSv4-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv4-Server“ gebt ihr die IP-Adresse 8.8.8.8 ein. Bei „Alternativer DNSv4-Server“ gebt ihr die Adresse 8.8.4.4 ein.

Bei DNSv6-Server wählt ihr ebenfalls „Anderen DNSv6-Server verwenden“ aus.

Bei „Bevorzugter DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8888 ein. Bei „Alternativer DNSv6-Server“ gebt ihr die Adresse 2001:4860:4860::8844 ein.

Bei den IPv6-Adressen empfiehlt es sich, statt sie abzutippen, sie in die Zwischenablage zu kopieren und von dort einzufügen. IPv6-Adressen haben eine Menge Vorteile, Merkbarkeit gehört definitiv nicht dazu… 🙁

Nun klickt ihr noch auf „Übernehmen“, und eure Einstellungen sind gespeichert. Ihr könnt das jeder Zeit rückgängig machen, indem ihr in dieses Fenster zurückkehrt und entweder andere IP-Adressen eintragt, oder wieder den Punkt „Von Internetanbieter zugewiesene DNSvx-Server verwenden“ aktiviert.

Nun solltet ihr die Box neu starten. Ich habe es mal damit probiert, einfach nur die Verbindung neu aufbauen zu lassen, aber dann hat er fast immer die IPv6-Server als Standard-Server ausgewählt, und das macht das Internet evtl. auch noch mal langsamer. Der Neustart hat dafür gesorgt, dass er den IPv4-Server als Standard nutzt. Das könnt ihr jederzeit überprüfen, indem ihr im Menü auf „Internet“ und dort auf „Online-Monitor“ klickt. Hier könnt ihr die IP-Adresse eures Anschlusses und auch die zugewiesenen DNS-Server sehen.

Fazit

Ich hätte echt nicht gedacht, dass die Telekom der Flaschenhals ist. Aber die DNS-Server der Telekom sind wohl entweder überlastet oder zu klein dimensioniert. Zwar habe ich bei den Google-Servern etwas Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, ob die Anfragen hier irgendwo gespeichert werden, aber wenn ich mich deshalb jetzt verrückt mache, sollte ich den Internetanschluss vielleicht ganz trennen. Daher nehme ich es mal etwas lockerer und freue mich über jetzt schneller aufbauende Seiten!

Probiert es mal aus, vielleicht bringt es bei euch ja auch was. Und falls ihr weitere Ideen für alternative DNS-Server habt, die ebenfalls schnell sind, schreibt es mir einfach in die Kommentare. 🙂

Podcast Nr. 85: Bücher ausleihen mit der App der DZB

Dieser Podcast wurde freundlicherweise von der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zur Verfügung gestellt. Weitere Podcasts der DZB findet ihr hier.


In diesem Podcast stellt Sandra die App der DZB vor, mit der ihr Bücher online suchen, ausleihen, streamen oder für das Hören unterwegs ohne Netzverbindung herunterladen könnt. Die Informationen, wie ihr euch Zugangsdaten hierfür besorgen könnt, werden hier auch erwähnt.

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Kann ich auf mein MacBook verzichten?

Für einen Tag habe ich mal komplett auf mein MacBook verzichtet. Ich wollte sehen, ob ich die Dinge, für die mein Mac mittlerweile selbstverständlich geworden ist, auch mit anderen Mitteln durchführen kann.

Der Grund für dieses Experiment ist schnell erklärt. Mein MacBook ist ein MacBook Pro von Ende 2011 und wurde von mir im Februar 2012 gekauft. Da das Gerät also schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, und der Akku so langsam anfängt, Schwächen zu zeigen, kam die Überlegung auf, evtl. ein neues Gerät zu kaufen. Hierbei habe ich aber noch einige Optionen:

  • Ich könnte in einem Apple Store einfach den Akku tauschen lassen. Das MacBook selbst ist ja in Ordnung und könnte so noch einige Zeit laufen.
  • Ich könnte ein aktuelles MacBook kaufen, welches Modell, muss sich dann ergeben.
  • Ich nehme ein Windows-Notebook.

Die Entscheidung hat noch Zeit, und getroffen habe ich sie auch noch nicht. Also wurde es mal Zeit zu überprüfen, ob der Mac noch immer lohnenswert für mich ist. Und das Ergebnis war für mich selbst überraschend, obwohl ich damit hätte rechnen können… 🙂

Ich habe hier einen großen Windows-Tower, der auch noch rege genutzt wird. Das liegt einfach daran, dass er einen wesentlich stärkeren Prozessor hat. Für TV-Sendungen, die ich aufgezeichnet habe und behalten möchte, benötige ich diesen. Der PC wandelt dann die doch recht großen TS-Dateien in handlichere MKV-Dateien um. Genau so verfahre ich auch mit diversen Camcorder-Aufnahmen, die ich selbst mache oder von der Familie bekomme. Dies würde auf dem MacBook zu lange dauern und diesen unnötig ewig blockieren.

Also habe ich meine Vorgehensweise mit diversen Arbeiten mit Mac OS X 10.11.4 und Windows 7 X64 verglichen. Windows 8 oder höher habe ich nicht, daher kann ich nicht sagen, wie es damit gelaufen wäre.

Twitter

Auf dem Mac nutze ich Yorufukurou als Twitter-Client. Der offizielle Client von Twitter soll aber auch immer zugänglicher werden. Mal sehen, vielleicht probiere ich den später mal aus.

Mit VoiceOver ist Yorufukurou, oder auch Night Owl, sehr gut bedienbar. Er unterstützt mehrere Accounts, man kann leicht zwischen den Ansichten wechseln und die Tweets lesen.

Für das Experiment habe ich Twitterific auf dem iPhone genutzt. Am Windows-Rechner habe ich zur Zeit keinen Client, obwohl es dazu auch bedienbare Clients geben soll. Aber so einen habe ich nicht, und die Webseite wollte ich nicht nutzen.

Twitterific ist an sich gut nutzbar. Aber was mich halt stört ist das Schreiben auf der virtuellen Tastatur. Das dauert mir, ehrlich gesagt, zu lang. Mit einer externen Bluetooth-Tastatur sähe das wohl anders aus, aber so macht es nur wenig Spaß! Vielleicht besorge ich mir ja bald mal eine.

RSS-Feeds

Um einen Überblick über die Nachrichtenlage und der Blogs zu haben, nutze ich seit einer Ewigkeit RSS. Am Mac nutze ich hierfür den Vienna-RSS Reader. Dieser ist mit VoiceOver hervorragend bedienbar und ist ähnlich aufgebaut wie viele Mailprogramme. Was ich besonders gerne nutze sind virtuelle Ordner. Hier fasse ich Gruppen von Ordnern zusammen. Zum Beispiel habe ich so alle Blogs und RSS-Feeds zusammengefasst, die ihre vollständigen Artikel im Feed posten. So kann ich diese alle markieren und, ähnlich einer Zeitung, vorlesen lassen.

Am PC nutze ich für RSS-Feeds Thunderbird. Auch dieser ist mit diversen Screen Readern bedienbar. Auch dieser macht keine Probleme. Allerdings fand ich während meines Experiments, dass Vienna doch etwas komfortabler zu bedienen war. Will ich z. B. den vollständigen Artikel in einem Browser öffnen, muss ich umständlich mit dem Jaws-Cursor den Original-Link suchen und einen Klick ausführen. Das ist umständlich und zeitraubend. Bei Vienna brauche ich auf dem entsprechenden Artikel nur auf Enter hauen. 🙂

Mail

Das vorinstallierte Mailprogramm in OS X ist bedienbar. Allerdings hat es, meiner Ansicht nach, einige Probleme. So sehe ich z. B. nicht, welche Ordner zu welchen IMAP-Accounts gehören, es verhält sich beim Weiterleiten und Antworten etwas umständlich und ich finde generell, dass das Handling des Programms schwerfällig ist. Gut, es funktioniert und ist bedienbar. Aber komfortabel geht anders. Ich weiß von kostenpflichtigen Programmen, die hier wohl einen besseren Job machen, aber das habe ich noch nicht probiert. Vielleicht lade ich mir mal eine Demoversion. Allerdings scheue ich mich davor, all meine Accounts erneut einrichten zu müssen.

Am PC nutze ich Thunderbird für Mail. Hier muss ich sagen, läuft es, wie ich es von einem Mailprogramm erwarte. Die Ordnerstruktur ist klar, alle Felder sind erreichbar und das ganze Handling entspricht dem, was ich seit nunmehr Jahrzehnten gewohnt bin. Leider ist Thunderbird auf dem Mac nicht mit VoiceOver bedienbar, sonst würde ich es auch dort nutzen.

Office

Nun, es gibt sie, die Office-Apps für den Mac. Pages, Numbers und Keynote. Ich finde das Arbeiten damit aber sehr umständlich. Mich stört zum einen, dass sie immer standardmäßig in ihrem eigenen proprietären Format speichern wollen und das nicht anders konfigurierbar ist, und das Exportieren in andere Formate ist denkbar umständlich. Man mag in Pages vielleicht einen einfachen Geschäftsbrief hinbekommen, aber wenn es mal komplexer werden soll, komme ich mit VoiceOver nicht wirklich weit. Es geht, irgendwie, aber sehr umständlich.

Unter Windows nutze ich Microsoft Office. Klar, teuer, aber was soll ich sagen, es funzt einfach! Geschäftsbriefe, Dokumente mit Inhaltsverzeichnis und Index, und auch recht komplexe Formatierungen kriege ich damit problemlos hin. Auch Excel ist kein Problem, wogegen ich mit Numbers unter Mac irgendwie nicht warm werde.

Es wurde mir schon gesagt, dass Office 2016 bereits mit VoiceOver kompatibel sei. Ich höre aber auch, dass dies noch nicht in dem Maße funktioniert, wie ich das unter Windows gewohnt bin. Vielleicht probiere ich es mal aus, wenn die Unterstützung von VoiceOver fortschritte macht.

Homebanking

Unter OS X nutze ich schon von Anfang an Bank X. Das Stück Software kann einfach alles, was ich von einer Banking-Software erwarte, inklusive Reports, die mir schnell und unkompliziert einen Überblick geben. Auch diese Software ist gut mit VoiceOver bedienbar. Das war am Anfang nicht so, aber mittlerweile hat sich da vieles sehr zum Guten gewandelt.

Unter Windows habe ich früher noch mit einer alten Version von Quicken gearbeitet. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist mir kein Programm bekannt, welches meinen Ansprüchen genügt. Es gibt da wohl Banking For W, oder wie das Teil jetzt heißt, aber auch hier, es muss kostenpflichtig ein Jaws-Script gekauft werden, damit es funktioniert. Kurz gesagt, wird an der Homebanking-Software was geändert, darf man evtl. noch die Scripte kostenpflichtig updaten. Das wäre mir dann doch zu viel Abhängigkeit.

Natürlich besteht diese Gefahr auch bei Bank X. Wenn die ihre Oberfläche ändern, könnte es auch mit VoiceOver zu Problemen kommen. Aber da der Support hier sogar in den jeweils neuen Versionen gut auf die Bedürfnisse von VO-Nutzern eingegangen ist, sehe ich diese Gefahr eher als klein an.

Blogs

Unter Windows schreibe ich in Blogs, indem ich mich in die Administrationsoberfläche der Blogs einlogge und dort einen neuen Artikel erstelle. Das geht, ist sogar recht komfortabel, dauert aber. Man muss hier zu den jeweiligen Formularelementen springen, Einstellungen vornehmen und der Editor ist simpel.

Am Mac mache ich das mit MarsEdit. Hier habe ich beide Blogs eingestellt, die ich betreibe. Nun kann ich ganz einfach ein neues Dokument, ähnlich einer neuen Mail, erstellen, schreiben und mit einem Tastendruck veröffentlichen. Das geht auch mit eingebetteten Bildern, HTML-Tags oder, wie ich das gerade mache, geschrieben in Markdown. Auch dieser Artikel wird gerade mit MarsEdit geschrieben.

Auch für Windows gibt es solche Software. Ich habe auch so das Eine oder Andere davon genutzt. Ob es Browser-Plugins waren, oder eigenständige Programme. Bedienbar waren sie alle mehr oder weniger schlecht. MarsEdit hingegen ist vollständig bedienbar und sehr komfortabel. Nur das Schreiben von Artikeln über die Webseite des Blogs wäre hier für mich eine Alternative, aber auch nur, wenn ich meinen Mac gerade nicht zur Hand habe. 🙂

SSH

Ich administriere meinen Homeserver per SSH. Die Blogartikel hierüber kann man auch hier auf TuKSuB finden. Aber dies tue ich ausschließlich über Windows. Hier nutze ich Cygwin. Dies lässt sich zumindest mal mit Braillezeile hervorragend bedienen. Allein auf Sprache würde ich mich hier nicht verlassen wollen.

Am Mac hingegen ist SSH im Terminal eher was für Notfälle. Editieren von Konfigurationsdateien, generell die Steuerung mit VoiceOver, finde ich eher subobtimal. Hier ist der Mac also definitiv keine Alternative, jedenfalls noch nicht. Es könnte sein, dass es irgendwann mal eine App gibt, die das besser löst.

Fazit

Das soll mal nur ein Überblick sein. Und an einem einzelnen Tag kann man auch nicht alles testen. Zum Beispiel habe ich meinen Mac noch nie zum Scannen und für die Texterkennung genutzt. Das habe ich schon immer mit dem Windows PC gemacht, weswegen hier auch nicht verglichen werden kann.

Grundsätzlich ist zu sagen, würde ich auf etwas Komfort verzichten, könnte ich auch ohne Mac. Aber der Mensch ist halt bequem. 🙂 Daher wird der Mac auch bleiben. Nichts desto trotz werde ich vieles weiter auf Windows tun. Mail und Office erledige ich vorzugsweise auf Windows, Homebanking sowieso nur auf Mac und der Rest? Nun, Mal so, mal so. Windows läuft hier in einer virtuellen Maschine gut genug, um diese Aufgaben auch am MacBook durchzuführen.

Sollte also irgendwann in naher Zukunft die Entscheidung anstehen, ein neues Notebook zu kaufen, wird es höchstwahrscheinlich ein Mac oder vielleicht sogar nur ein Akkuaustausch.

Überraschend war für mich, obwohl ich fast alles auch auf Windows machen kann, wie unersetzlich der Mac doch geworden ist. Besonders beim Homebanking fällt das auf. Ich hätte erwartet, auch auf Windows das eine oder andere bedienbare Programm zu finden, aber dass es da eigentlich kaum was gibt, hat mich dann doch überrascht. Auch beim Thema Steuererklärungen. Im Mac AppStore gibt es eine App, die mit VoiceOver bedienbar ist, am PC suche ich noch verzweifelt nach einer Software, mit der ich Steuererklärungen machen könnte.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja mal in die Kommentare schreiben, ob ihr von Windows auf Mac umgestiegen seid, welche Erfahrungen ihr dabei gemacht habt und ob ihr dabei bleiben wollt. Auch der umgekehrte Weg würde mich interessieren, seid ihr evtl. von einem Mac auf Windows um- oder zurückumgestiegen?