Kann ich auf mein MacBook verzichten?

Für einen Tag habe ich mal komplett auf mein MacBook verzichtet. Ich wollte sehen, ob ich die Dinge, für die mein Mac mittlerweile selbstverständlich geworden ist, auch mit anderen Mitteln durchführen kann.

Der Grund für dieses Experiment ist schnell erklärt. Mein MacBook ist ein MacBook Pro von Ende 2011 und wurde von mir im Februar 2012 gekauft. Da das Gerät also schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, und der Akku so langsam anfängt, Schwächen zu zeigen, kam die Überlegung auf, evtl. ein neues Gerät zu kaufen. Hierbei habe ich aber noch einige Optionen:

  • Ich könnte in einem Apple Store einfach den Akku tauschen lassen. Das MacBook selbst ist ja in Ordnung und könnte so noch einige Zeit laufen.
  • Ich könnte ein aktuelles MacBook kaufen, welches Modell, muss sich dann ergeben.
  • Ich nehme ein Windows-Notebook.

Die Entscheidung hat noch Zeit, und getroffen habe ich sie auch noch nicht. Also wurde es mal Zeit zu überprüfen, ob der Mac noch immer lohnenswert für mich ist. Und das Ergebnis war für mich selbst überraschend, obwohl ich damit hätte rechnen können… 🙂

Ich habe hier einen großen Windows-Tower, der auch noch rege genutzt wird. Das liegt einfach daran, dass er einen wesentlich stärkeren Prozessor hat. Für TV-Sendungen, die ich aufgezeichnet habe und behalten möchte, benötige ich diesen. Der PC wandelt dann die doch recht großen TS-Dateien in handlichere MKV-Dateien um. Genau so verfahre ich auch mit diversen Camcorder-Aufnahmen, die ich selbst mache oder von der Familie bekomme. Dies würde auf dem MacBook zu lange dauern und diesen unnötig ewig blockieren.

Also habe ich meine Vorgehensweise mit diversen Arbeiten mit Mac OS X 10.11.4 und Windows 7 X64 verglichen. Windows 8 oder höher habe ich nicht, daher kann ich nicht sagen, wie es damit gelaufen wäre.

Twitter

Auf dem Mac nutze ich Yorufukurou als Twitter-Client. Der offizielle Client von Twitter soll aber auch immer zugänglicher werden. Mal sehen, vielleicht probiere ich den später mal aus.

Mit VoiceOver ist Yorufukurou, oder auch Night Owl, sehr gut bedienbar. Er unterstützt mehrere Accounts, man kann leicht zwischen den Ansichten wechseln und die Tweets lesen.

Für das Experiment habe ich Twitterific auf dem iPhone genutzt. Am Windows-Rechner habe ich zur Zeit keinen Client, obwohl es dazu auch bedienbare Clients geben soll. Aber so einen habe ich nicht, und die Webseite wollte ich nicht nutzen.

Twitterific ist an sich gut nutzbar. Aber was mich halt stört ist das Schreiben auf der virtuellen Tastatur. Das dauert mir, ehrlich gesagt, zu lang. Mit einer externen Bluetooth-Tastatur sähe das wohl anders aus, aber so macht es nur wenig Spaß! Vielleicht besorge ich mir ja bald mal eine.

RSS-Feeds

Um einen Überblick über die Nachrichtenlage und der Blogs zu haben, nutze ich seit einer Ewigkeit RSS. Am Mac nutze ich hierfür den Vienna-RSS Reader. Dieser ist mit VoiceOver hervorragend bedienbar und ist ähnlich aufgebaut wie viele Mailprogramme. Was ich besonders gerne nutze sind virtuelle Ordner. Hier fasse ich Gruppen von Ordnern zusammen. Zum Beispiel habe ich so alle Blogs und RSS-Feeds zusammengefasst, die ihre vollständigen Artikel im Feed posten. So kann ich diese alle markieren und, ähnlich einer Zeitung, vorlesen lassen.

Am PC nutze ich für RSS-Feeds Thunderbird. Auch dieser ist mit diversen Screen Readern bedienbar. Auch dieser macht keine Probleme. Allerdings fand ich während meines Experiments, dass Vienna doch etwas komfortabler zu bedienen war. Will ich z. B. den vollständigen Artikel in einem Browser öffnen, muss ich umständlich mit dem Jaws-Cursor den Original-Link suchen und einen Klick ausführen. Das ist umständlich und zeitraubend. Bei Vienna brauche ich auf dem entsprechenden Artikel nur auf Enter hauen. 🙂

Mail

Das vorinstallierte Mailprogramm in OS X ist bedienbar. Allerdings hat es, meiner Ansicht nach, einige Probleme. So sehe ich z. B. nicht, welche Ordner zu welchen IMAP-Accounts gehören, es verhält sich beim Weiterleiten und Antworten etwas umständlich und ich finde generell, dass das Handling des Programms schwerfällig ist. Gut, es funktioniert und ist bedienbar. Aber komfortabel geht anders. Ich weiß von kostenpflichtigen Programmen, die hier wohl einen besseren Job machen, aber das habe ich noch nicht probiert. Vielleicht lade ich mir mal eine Demoversion. Allerdings scheue ich mich davor, all meine Accounts erneut einrichten zu müssen.

Am PC nutze ich Thunderbird für Mail. Hier muss ich sagen, läuft es, wie ich es von einem Mailprogramm erwarte. Die Ordnerstruktur ist klar, alle Felder sind erreichbar und das ganze Handling entspricht dem, was ich seit nunmehr Jahrzehnten gewohnt bin. Leider ist Thunderbird auf dem Mac nicht mit VoiceOver bedienbar, sonst würde ich es auch dort nutzen.

Office

Nun, es gibt sie, die Office-Apps für den Mac. Pages, Numbers und Keynote. Ich finde das Arbeiten damit aber sehr umständlich. Mich stört zum einen, dass sie immer standardmäßig in ihrem eigenen proprietären Format speichern wollen und das nicht anders konfigurierbar ist, und das Exportieren in andere Formate ist denkbar umständlich. Man mag in Pages vielleicht einen einfachen Geschäftsbrief hinbekommen, aber wenn es mal komplexer werden soll, komme ich mit VoiceOver nicht wirklich weit. Es geht, irgendwie, aber sehr umständlich.

Unter Windows nutze ich Microsoft Office. Klar, teuer, aber was soll ich sagen, es funzt einfach! Geschäftsbriefe, Dokumente mit Inhaltsverzeichnis und Index, und auch recht komplexe Formatierungen kriege ich damit problemlos hin. Auch Excel ist kein Problem, wogegen ich mit Numbers unter Mac irgendwie nicht warm werde.

Es wurde mir schon gesagt, dass Office 2016 bereits mit VoiceOver kompatibel sei. Ich höre aber auch, dass dies noch nicht in dem Maße funktioniert, wie ich das unter Windows gewohnt bin. Vielleicht probiere ich es mal aus, wenn die Unterstützung von VoiceOver fortschritte macht.

Homebanking

Unter OS X nutze ich schon von Anfang an Bank X. Das Stück Software kann einfach alles, was ich von einer Banking-Software erwarte, inklusive Reports, die mir schnell und unkompliziert einen Überblick geben. Auch diese Software ist gut mit VoiceOver bedienbar. Das war am Anfang nicht so, aber mittlerweile hat sich da vieles sehr zum Guten gewandelt.

Unter Windows habe ich früher noch mit einer alten Version von Quicken gearbeitet. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist mir kein Programm bekannt, welches meinen Ansprüchen genügt. Es gibt da wohl Banking For W, oder wie das Teil jetzt heißt, aber auch hier, es muss kostenpflichtig ein Jaws-Script gekauft werden, damit es funktioniert. Kurz gesagt, wird an der Homebanking-Software was geändert, darf man evtl. noch die Scripte kostenpflichtig updaten. Das wäre mir dann doch zu viel Abhängigkeit.

Natürlich besteht diese Gefahr auch bei Bank X. Wenn die ihre Oberfläche ändern, könnte es auch mit VoiceOver zu Problemen kommen. Aber da der Support hier sogar in den jeweils neuen Versionen gut auf die Bedürfnisse von VO-Nutzern eingegangen ist, sehe ich diese Gefahr eher als klein an.

Blogs

Unter Windows schreibe ich in Blogs, indem ich mich in die Administrationsoberfläche der Blogs einlogge und dort einen neuen Artikel erstelle. Das geht, ist sogar recht komfortabel, dauert aber. Man muss hier zu den jeweiligen Formularelementen springen, Einstellungen vornehmen und der Editor ist simpel.

Am Mac mache ich das mit MarsEdit. Hier habe ich beide Blogs eingestellt, die ich betreibe. Nun kann ich ganz einfach ein neues Dokument, ähnlich einer neuen Mail, erstellen, schreiben und mit einem Tastendruck veröffentlichen. Das geht auch mit eingebetteten Bildern, HTML-Tags oder, wie ich das gerade mache, geschrieben in Markdown. Auch dieser Artikel wird gerade mit MarsEdit geschrieben.

Auch für Windows gibt es solche Software. Ich habe auch so das Eine oder Andere davon genutzt. Ob es Browser-Plugins waren, oder eigenständige Programme. Bedienbar waren sie alle mehr oder weniger schlecht. MarsEdit hingegen ist vollständig bedienbar und sehr komfortabel. Nur das Schreiben von Artikeln über die Webseite des Blogs wäre hier für mich eine Alternative, aber auch nur, wenn ich meinen Mac gerade nicht zur Hand habe. 🙂

SSH

Ich administriere meinen Homeserver per SSH. Die Blogartikel hierüber kann man auch hier auf TuKSuB finden. Aber dies tue ich ausschließlich über Windows. Hier nutze ich Cygwin. Dies lässt sich zumindest mal mit Braillezeile hervorragend bedienen. Allein auf Sprache würde ich mich hier nicht verlassen wollen.

Am Mac hingegen ist SSH im Terminal eher was für Notfälle. Editieren von Konfigurationsdateien, generell die Steuerung mit VoiceOver, finde ich eher subobtimal. Hier ist der Mac also definitiv keine Alternative, jedenfalls noch nicht. Es könnte sein, dass es irgendwann mal eine App gibt, die das besser löst.

Fazit

Das soll mal nur ein Überblick sein. Und an einem einzelnen Tag kann man auch nicht alles testen. Zum Beispiel habe ich meinen Mac noch nie zum Scannen und für die Texterkennung genutzt. Das habe ich schon immer mit dem Windows PC gemacht, weswegen hier auch nicht verglichen werden kann.

Grundsätzlich ist zu sagen, würde ich auf etwas Komfort verzichten, könnte ich auch ohne Mac. Aber der Mensch ist halt bequem. 🙂 Daher wird der Mac auch bleiben. Nichts desto trotz werde ich vieles weiter auf Windows tun. Mail und Office erledige ich vorzugsweise auf Windows, Homebanking sowieso nur auf Mac und der Rest? Nun, Mal so, mal so. Windows läuft hier in einer virtuellen Maschine gut genug, um diese Aufgaben auch am MacBook durchzuführen.

Sollte also irgendwann in naher Zukunft die Entscheidung anstehen, ein neues Notebook zu kaufen, wird es höchstwahrscheinlich ein Mac oder vielleicht sogar nur ein Akkuaustausch.

Überraschend war für mich, obwohl ich fast alles auch auf Windows machen kann, wie unersetzlich der Mac doch geworden ist. Besonders beim Homebanking fällt das auf. Ich hätte erwartet, auch auf Windows das eine oder andere bedienbare Programm zu finden, aber dass es da eigentlich kaum was gibt, hat mich dann doch überrascht. Auch beim Thema Steuererklärungen. Im Mac AppStore gibt es eine App, die mit VoiceOver bedienbar ist, am PC suche ich noch verzweifelt nach einer Software, mit der ich Steuererklärungen machen könnte.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja mal in die Kommentare schreiben, ob ihr von Windows auf Mac umgestiegen seid, welche Erfahrungen ihr dabei gemacht habt und ob ihr dabei bleiben wollt. Auch der umgekehrte Weg würde mich interessieren, seid ihr evtl. von einem Mac auf Windows um- oder zurückumgestiegen?

11 Gedanken zu „Kann ich auf mein MacBook verzichten?“

  1. Hi Kamil!

    Wie Du vielleicht mitbekommen hast, bin ich inzwischen wieder hauptsächlich unter Windows unterwegs, sowohl mit dem privaten als auch dem beruflichen Rechner. Ich merke, dass ich in vielen Dingen einfach unglaublich viel produktiver bin unter Windows und mir VoiceOver nicht ständig mit seinen Bedienkonzepten des Interagierens und anderer Eigenheiten in den Weg springt.

    Ich nutze hauptsächlich NVDA, nicht JAWS, als Screen Reader, und damit kann ich z. B. mit Banking4W wunderbar HomeBanking machen. Es braucht dafür keine extra Skripte, es läuft einfach so. Das war einer der kritischen Punkte am Anfang meines Umstiegs. Über Office und Mail brauchen wir auch keine weiteren Worte verlieren. RSS Feeds lese ich zumeist am iPhone oder iPad mit Newsify. Habe auch QFeed ausprobiert, dieses blindenspezifische Feed Reader Teil vom Christopher Toth, nutze ihn aber nur sehr selten. QRead schon öfter, vor allem auch fürs schnelle Lesen von PDFs, ohne das Monstrum von Adobe Reader installieren zu müssen.

    Und fürs Twittern nutze ich tatsächlich Chicken Nugget vom gleichen Autoren. Und zwar in der UI-Variante, nicht mit den speziellen, nur vom Screen Reader gelesenen, zig millionen Tastenkombinationen. 😉

    Schöne Grüße von Marco

    1. Ich merke halt in letzter Zeit, wie ich immer öfter lieber an den Windows-Rechner gehe, statt es am Mac zu machen. Es geht am Mac, keine Frage, aber mit Windows gehen manche Sachen eben einfacher.

      Mit NVDA habe ich mich auch noch nicht auseinandergesetzt, weil ich dann schon wieder einen Screen Reader lernen muss. Naja, da werde ich wohl nicht auf Dauer drum herum kommen.

      Aber das Schreiben und Lesen von Tweets oder das kontinuierliche Lesen von mehreren Blogs an einem Stück mit Vienna sind halt eben so Bequemlichkeiten, auf die ich ungern verzichten möchte.

      Aber wirklich produktiv arbeiten? Da gehe ich fast immer nur noch an den Windows-Rechner oder starte die VM.

  2. Hallo Kamil,

    soweit ich weis gibt es für Banking for W, wenn du ein Konto hast die Dateien kostenlos. ich weiß es nicht sicher!

    ich kam noch nicht in die Versuchung mit einem Mac zu arbeiten.
    Grüße Sven

  3. Hallo Kamil, ich bin, wie du weißt, vor fast zweieinhalb Jahren auf Mac umgestiegen. Windows nutze ich nur noch in einer virtuellen Maschine. Dort auch nur um einige Spiele zu spielen, die es für den Mac nicht gibt. Ansonsten nutze ich Windows eigentlich überhaupt nicht mehr. Für Scannarbeiten wie die Post lesen nutze ich den Rechner und Scanner sowieso nicht mehr, seit es den KNFB-Reader gibt und für den Mac habe ich den Finereader. Office nutze ich privat seit Jahren nicht mehr und ich habe für dieses überteuerte Zeug auch noch nie Geld ausgegeben, seit dem ich Windows genutzt habe. Homebanking mit Software fällt nicht ins Gewicht, da ich bei meiner Bank alles gut über die Webseite machen kann, sowohl am Mac als auch mobil mit dem iPhone. Auch im Internet ist die Hürde der grafischen Codes mittlerweile durch Rumula nicht mehr existent. Das läuft mindestens so gut wie die Erweiterung für den Firefox. Ok, bei Mail vermisse ich noch einiges, aber da bin ich sowieso seitens The Bat für Windows sehr verwöhnt worden. Es gäbe bestimmt noch vieles anzusprechen. Fazit, derzeit käme für mich im privaten ein Wechsel zu windows absolut nicht mehr in Frage, da ich immer, wenn ich an einem Windows Rechner arbeite, den Augenblick herbei sehne, in dem ich endlich wieder an meinem Mac sitzen darf und mich entspannen kann. Achja, wenn ich windows hoch fahre, dann auch nur noch mit NVDA. Die großen teuren Screenreader bieten mir persönlich keinerlei Vorteile, zumindest momentan. Also privat für mich kein Windows mehr. Beruflich hätte ich da sowieso keine Wahl. Da muß ich nehmen was mir gegeben wird, also essen, was auf den Tisch kommt, auch wenn es nicht schmeckt.

    1. dem kann ich mich nur anschließen! Allerdings stellt sich mir die Frage, gibt es etwas, womit ich mir am Mac barrierefrei eine Windows VM einrichten kann? Ich fluche auch immer, wenn ich auf der Arbeit an meinem Windows PC sitze und bin froh, wenn ich wieder am Mac bin.

      1. Hi Svenja,

        VMware Fusion funktioniert als Virtualisierungslösung am Mac gut. Die App selbst ist mit VoiceOver bedienbar und auch Windows kann vollautomatisch installiert werden, d.h. du kannst VMs ohne sehende Hilfe in Betrieb nehmen.

        Alle anderen Virtualisierungslösungen für den Mac sind mangels VO-Support o.ä. nicht nutzbar.

        Ciao,

        Schöpp

  4. Hi Kamil,

    ich stelle mir die gleichen Fragen auch immer wieder, die du in deinem Blog-Eintrag angesprochen hast, nur dass es bei mir bei einem Wechsel zurück wahrscheinlich nicht auf Windows als Hauptsystem hinauslaufen würde, sondern auf Linux mit Windows in einer VM, aber das ist wohl, weil ich Linux eben seit Jahren auch beruflich hauptsächlich einsetze, eben ein Sonderfall.

    Den Mac nehme ich immer noch gerne, wenn ich nicht am meinem Schreibtisch sitzen möchte, um am Rechner zu arbeiten. Unterwegs oder auf der Couch ist das Air schnell angeworfen und ich kann die Dinge, auf die es mir in meiner Freizeit ankommt, gut damit erledigen (Mail, Web, RSS, etc.). All diese Dinge gingen aber natürlich auch mit Linux und seitdem ich beruflich auch immer mehr die grafische Oberfläche unter Linux verwenden und mich gezwungenermaßen damit mehr auseinandersetzen muss, komme ich damit auch besser klar bzw. lasse mich mehr darauf ein. Das mit Linux ist halt aber mein persönliches Steckenpferd, ich kann jeden verstehen, der sich damit nicht rumschlagen möchte, trotzdem wollte ich es aber mal als Alternative in den Ring werfen weil ich wirklich überrascht war, wie gut ich letztlich mit der grafischen Oberfläche klar komme und was möglich ist, um ein grafisches Linux hab ich mich lange herumgedrückt :-).

    Es gibt auf dem Mac einige Situationen, für die ich eine Windows-VM benötige, z.B. Office oder für manche Webseiten, die mit Safari oder Crome einfach nicht funktionieren. Diese Probleme hätte ich sicher auch mit Linux, natürlich geht dort noch längst nicht alles, aber ob ich jetzt nun die Windows-VM unter Linux oder auf dem Mac anwerfe, ist letztlich egal. Das Einzige, wofür ich mit Linux dann auf jeden Fall eine Windows-VM benötigen würde, ist die Erkennung von Text. Das funktioniert am Mac gut und ich verwende diesen auch zum Scannen meiner Post, unter Linux müsste ich da mangels vernünftiger Alternative eben auf ein Windows-Programm in der VM zurückgreifen.

    Letztlich ist es eben so, dass ich den Mac noch verwende, weil er da ist und weil das Air eben schöner auch unterwegs oder auf der Couch genutzt werden kann, als der etwas größere Laptop mit Windows oder Linux. Es ist einfach manchmal mit dem Mac bequemer, das Air ist leichter, etc., rein rational gesehen spricht für mich aber eigentlich schon lange nichts mehr für den Mac und arbeitsmäßig gesehen gibt es Situationen, wo mal das eine System besser funktioniert, dann mal das andere, also der Ausschlag nicht deutlich in eine Richtung geht. Deshalb hab ich für mich beschlossen, dass der Mac halt verwendet wird, solange er läuft und funktioniert, finanziell werde ich aber nicht mehr weiter in das System investieren. Ist dann mal der Zeitpunkt gekommen, wo ein neuer Mac beschafft werden müsste, werde ich es mir gut überlegen und dann halt alle Punkte noch mal vernünftig abwägen, im Moment spricht für mich aber eigentlich nicht mehr viel dafür, wieder einen Mac zu kaufen…, kann aber sein, dass das in zwei oder drei Jahren wieder anders aussieht, wer weiß, was sich bis dahin tut.

    Ciao,

    Schöpp

  5. Hi Kamil,

    um eine lange Geschichte kurz zu machen, ich bin Jurastudent, daher schreibt mir niemand vor, mit was ich arbeite, zum Glück. Zur Zeit besitze ich einen iMac und das dünne MacBook und will gerade nicht zurück zu Windows, weil die positiven Aspekte des Mac klar für mich überwiegen, ohne jetzt zu sagen, dass Windows jetzt schlecht ist. Ende 2012 bekam ich ein Laptop von Samsung mit Windows 7, dieses Gerät schaffte es, bis Anfang / Mitte 2014 3 oder 4 mal das Mainboard zu schrotten, wofür ich in den meisten Fällen nichts konnte, aber mir war klar, dieses große und schwere Teil muss weg!!!
    Auf mehrfache Empfehlung eines Bekannten kaufte ich dann einen Desktop-PC, weil er argumentierte, ein Notebook würde meine Computernutzung einfach nicht verkraften. Ich kaufte aber gegen seine Empfehlung meinen iMac, der bis heute ohne eine einzige Reparatur läuft, das Notebook wurde verschenkt und durch das oben erwähnte Macbook ersetzt. Grundsätzlich geht bei mir alles, was ich brauche, außer ein paar Punkte: Für juristische Hausarbeiten würde ich auch jetzt noch auf Word setzen, weil es da wirklich auf die Formatierung ankommt und sich die Leute, die mir dabei helfen _müssen_, halt mit Word besser auskennen, außer einer, der auch jura studiert und nur noch ein MacBook hat. Die Zugänglichkeit von Office ist zwar schon da, aber bei längeren Dokumenten, was bei uns Juristen vorkommen muss, versagt die ausgeschaltete Schnellnavigation irgendwann, was das weitere Bearbeiten . von Dokumenten schon wirklich mühsam bis unmöglich macht. Also kurze Dokumente gehen zwar schon, aber irgendwie hab ich mir das anders vorgestellt. Ein Sehender kann zwar in Word für Mac alles machen, aber Microsoft scheint zu meinen, genug für die Zugänglichkeit getan zu haben. Was mich auch stört ist der rudimentäre PDF-Support, es geht zwar, aber das Anspringen von Überschriften wäre schon schön und der Adobe Reader DC geht irgendwie nicht wirklich oder ist halt komisch aufgebaut. Auch vermisse ich etwas einige alte Spiele, die jetzt nicht mehr kompatibel sind, obwohl das iPhone diesen Part teilweise ersetzt hat. An eine Windows-VM habe ich mich noch nicht richtig herangetraut, aber eine VM vom Talking Windows 7 PE hat schonmal funktioniert, vielleicht habe ich es deshalb nicht gemacht, weil ich Windows doch nicht so arg brauche und nicht ständig einen Sehenden da hab, der mir was machen könnte, auch ein Riesen Vorteil des Mac, der mich unter Anderem zum Kauf bewogen hat. Für Vorlesungsmitschriften und kleine Dokumente ist Pages ganz gut, ich habe vor Allem die Synchronisierung über iCloud zu Schätzen gelernt. Wie schon gesagt, ist Bank X ganz toll, daran gibt es kaum etwas zu verbessern, ich habe nur noch nicht herausgefunden, wie man mit Voiceover die Kategorien sortiert bekommt, aber das ist eine Kleinigkeit. Ich habe auch immer gerne Transmit genutzt, aber das ist durch ein Update völlig unbrauchbar geworden, weil sich der Mac darin komplett aufhängt, man muss mit cmd+tab das Programm
    wechseln, dann geht es wieder, aber dank iPhone geht auch das. Ich schätze am Mac einfach, dass man durch timemaschine quasi nichts kaputt machen kann, weil man zur Not das System auch komplett wieder neuinstallieren kann. Zum Thema OCR sei gesagt, dass ich dafür den Finereader erfolgreich benutze, obwohl ich mir auch für Windows wünschen würde, ABBYY würde einen Editor einbauen, sodass man das Scanergebnis nicht erst exportieren müsste, ähnlich wie dies bei Openbook geht, die Scanergebnisse sind aber sehr gut. Schade nur, dass der Buchkantenscaner von Opticbook nicht mehr am Mac läuft, zur Zeit verwende ich dafür einen MFI von Canon.
    Wie schon oben gesagt, es wäre wirklich schön, Office würde am Mac gleich gut nutzbar sein wie bei Windows, dann hätte man ein sehr starkes Argument für den Mac. Natürlich gibt es auch Kleinigkeiten, die mich stören, zum Beispiel, dass sich Safari oft ohne für mich erkennbaren Grund beschäftigt meldet, oft so sehr, dass ich ihn sofort beenden muss.
    Ein Beispiel
    aber noch von einer Aple-Seite, wo es nicht ohne Jawscoursor oder auch mit der OCR von Jaws ging, was ich eben ersterlebte und dafür in unser juristisches Seminar mit Windows-PCs musste:

    Probiert mal am Mac folgendes: Besucht die Seite appleid.apple.com. Loggt euch mit der Apple-ID ein und versucht über die Taste Support-Pin, eine Pinn euch am Mac von Voiceover vorlesen zu lassen, die benötigt man, wenn man seine Sicherheitsfragen vergessen hat. Dies gelang mir, wie gesagt, bei Windows nur mit der OCR von Jaws, nicht mal mit dem Jawscoursor. Weil das Problem ja jeden mal treffen kann, dass er seine Sicherheitsfragen vergessen hat, was ich aber niemandem wünsche, wäre es gut, wenn so viele wie möglich das nachstellen und damit Apple so lange nerven, bis das gefixt ist. Ich finde so einen Patzer dürfte sich Apple nicht erlauben, eine Seite, die nicht einmal mit dem hauseigenen Voiceover geht!!! .
    Fazit von mir: Zur Zeit will ich nicht zu Windows zurück, aber Apple kann noch einiges verbessern, wenn ich mal arbeite, werde ich wohl wieder mit Windows arbeiten müssen.

  6. Hallo Kamil, hallo an alle Leser,

    ich bin 2012 auf IOS und 2013 dank deiner Podcast erfolgreich auf OSX umgestiegen und das war auch gut so.
    In der Firma nutze ich Win 7 mit Magic und Jaws, privat noch nebenbei Win7 mit Zoomtext und Nvda. Also von jedem Dorf einen Hund 🙂
    Der Mac bleibt trotzdem mein Favorit, es funktioniert vielleicht nicht alles wie bei Windows aber dass was funktioniert das funktioniert eben. In der Arbeit sind immer Sehende um mich die mir aus der Patsche helfen wenn mal Jaws nicht mit mir spricht, un da sehe ich den größten Vorteil am Mac dass VO von Null weg im einsatz ist.
    Windows kann sicher mehr, jedoch was hab ich davon wenn ich mich auf das System nicht verlassen kann. Es nervt mich immer unheimlich wenn ich am Feierabend den PC ausschalte und es werden noch Updates installiert, keine ahnung wie weit der Ablauf der Installation ist genausogut könnte sich Jaws wiedermal aufgehängt haben und ich lasse den Pc ungesperrt mit Adminrechten zurück. Mittlerweile steht mein erster Mac mini von 2013 am Schreibtisch in der Firma mit dem ich im Internet meine Recherchen einhole,oder Treiberdownloads für div Installationen durchführe.
    Ohne Windows geht es nicht da stimme ich allen zu, jedoch am häufigsten ist der Mac im einsatz.
    VG Andreas

  7. Hallo Kamil, hallo an alle,
    Meine Schwester und ich arbeiten momentan mit Windows und Jaws. Da die Laptops von uns langsam zuu langsam werden, dachten wir uns wir steigen auf Mac um. Kann man da auch Texte schreiben und sie bearbeiten, ihr stellt hier MAc OS X irgendwie nicht gut dar. @Marco Zehe: Ich dachte laut dienem Blogeintrag vom August 015 seist du wieder im Mac Kosmos unterwegs?

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