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Projekt Homeserver im Eigenbau 9: Diverse Programme installieren und konfigurieren

Man könnte sagen, das Grundgerüst des Servers steht. Aber um mit ihm einige sinnvolle Dinge machen zu können, fehlt es noch an diverser Software. So möchte ich z. B. die Sensoren für Temperatur und Lüfterdrehzahl abfragen können, Festplattenstatus und auch deren Temperatur, Hardwarekomponenten auflisten und, was auch sehr wichtig ist, im Problemfall eine Mail gesendet bekommen.

In diesem Beitrag werde ich also diverse Software installieren und konfigurieren. Welche davon ihr benutzen wollt, bleibt hierbei euch überlassen, keines der Pakete ist zwingend notwendig. Aber wenn man sich über den Status des Servers informieren will, sind die Pakete schon sehr nützlich.

Hardware auflisten

Mit dem Paket lshw können alle Hardwarekomponenten des Rechners aufgelistet werden. Es hat sogar die Möglichkeiten, die Ausgabe als HTML oder XML vorzunehmen. Für mich ist das Programm später noch wichtig, wenn es ums RAID geht. Denn hiermit kann ich auch identifizieren, wo welche Platte angeschlossen ist. Das ist wichtig, wenn man eine defekte Platte austauschen muss. Installiert wird es mit:

sudo apt-get install lshw

Aufgerufen wird es ebenfalls mit lshw. Wenn es beim RAID interessant wird, gehe ich hierauf noch ausführlicher ein.

Partitionstool Parted

Ich persönlich mag fdisk nicht wirklich. Zwar wird es später noch gebraucht, aber das eigentliche Partitionieren mache ich lieber mit Parted. Das liegt auch daran, dass es sich um die Ausrichtung der Partition an physischen Sektorgrenzen automatisch kümmern kann. Bei fdisk muss ich selbst angeben, bei welchem Sektor eine Partition anfängt und endet. Installiert wird es mit:

sudo apt-get install parted

Benachrichtigungen per Mail

Wenn ein Problem auftritt, dann soll mich der Server per Mail darüber informieren. So von sich aus geht das noch nicht. Es müssen noch Programme installiert werden, die eine Mail verschicken können. Da ich meinen Server nicht als eigentlichen Mailserver betreiben möchte, brauche ich also diese komplexen MTAs, wie Postfix oder dergleichen nicht. Ich installiere das kleine Programm SSMTP, welches über meinen eigentlichen Mailprovider, zum Beispiel GMX oder Google Mail, eine Mail verschickt. Sollte ich später mal den Server doch noch als Mailserver nutzen wollen, kann man das alles ja auch umkonfigurieren. Aber für jetzt, der Einfachheit halber, bleibe ich mal bei SSMTP.

Zunächst mal muss ssmtp installiert werden.

sudo apt-get install ssmtp

Nun muss es aber noch konfiguriert werden, und dazu müssen 2 Konfigurationsdateien angepasst werden.

sudo nano /etc/ssmtp/ssmtp.conf

Hier tragen wir bei den folgenden Feldern die Daten für meinen GMX-Account ein. Darüber sollen die Mails dann verschickt werden:

  • root=: Hier steht „postmaster“, aber hier tragen wir unsere GMX-Adresse ein. Die Zeile lautet dann „root=meine.adresse@gmx.de“. Natürlich steht dann da eure Mailadresse. 🙂
  • mailhub=: Hier kommt der SMTP-Server plus Port von GMX rein. Die Zeile sähe dann so aus: „mailhub=mail.gmx.net:465“.
  • Die Zeile „rewriteDomain“ ist auskommentiert. Entfernt das Nummernzeichen und schreibt gmx.net hinter das Gleichheitszeichen. Die Zeile sähe dann so aus: „rewriteDomain=gmx.net“.
  • hostname=: Hier wird auch gmx.net eingetragen. Die Zeile sieht dann so aus: „hostname=gmx.net“.
  • Die Zeile „FromLineOverride“ ist auch auskommentiert, nehmt das Nummernzeichen hier wieder raus und ändert den Wert „Yes“ zu „No“.

Und am Ende fügt ihr noch folgende Zeilen ein:

UseTLS=YES
AuthUser=eure_mailadresse@gmx.de
AuthPass=euer_gmx.de_passwort

Passt bei den beiden letzten Zeilen Benutzername und Passwort für euren GMX-Account an.

So weit für diese Datei, mit STRG+X speichern wir das jetzt.

Nun muss noch festgelegt werden, welche Benutzer alles diese Mailadresse zum Senden nutzen dürfen. Hierfür öffnen wir die Datei mit:

sudo nano /etc/ssmtp/revaliases

Und hier tragen wir folgendes am Ende ein:

root:eure_mailadresse@gmx.de:mail.gmx.net:465
www-data:eure_mailadresse@gmx.de:mail.gmx.net:465
kamil:eure_mailadresse@gmx.de:mail.gmx.net:465

Natürlich müsst ihr entsprechend eure eigenen Daten eintragen. Auch diese Datei speichern wir wieder mit STRG+X.

Dann könnte man das übrigens testen, aber irgendwas habe ich falsch gemacht. Mit dem Befehl „sudo ssmtp -v “ habe ich mir eine Mail schicken wollen. Es ging ein Fenster auf, in dem ich allerhand Zeugs reingeschrieben habe, und irgendwie muss ich das wohl auch abgeschickt haben. Jedenfalls landete mein Experiment in meinem Spam-Ordner. Egal, senden geht, auch wenn der Versuch irgendwie merkwürdig aussah. 🙂

Übrigens habe ich die Informationen von der Linux und Ich Webseite, wo ihr auch Beispiele für Google Mail findet.

Hardware-Sensoren abfragen

Um Informationen über Temperatur, Stromspannung und Lüfter zu erhalten, brauchen wir das Tool lm-sensors.

sudo apt-get install lm-sensors

Damit alleine geht aber noch nichts. Es muss noch nach Sensoren gesucht werden. Hierfür braucht man den Befehl:

sudo sensors-detect

Nun werden euch eine Menge Fragen gestellt, wobei ihr einfach mit Enter die Standard-Antworten akzeptieren könnt. Erst am Schluss kommt der Hinweis, „Just press Enter“. Anschließend kommt eine Anzeige und am Ende die Frage: „Do you want to automatically write these lines in /etc/modules?“. Diese Frage beantwortet ihr mit „yes“.

Nun könnt ihr mit dem Befehl „sensors“ die Daten eures Mainboards abrufen. Es könnte sein, dass ihr erst vollständige Angaben bekommt, nachdem ihr den Rechner neu gestartet habt.

Temperatur der Festplatten abfragen

Auch die Festplatten dürfen nicht zu heiß werden. Und damit ich sehen kann, ob noch evtl. Lüfter nötig sind, muss ich wissen, wie warm die Platten werden. Dafür hilft mir das kleine Tool hddtemp.

sudo apt-get install hddtemp

Nun kann ich mit dem Befehl hddtemp die Festplattentemperatur ansehen:

sudo hddtemp /dev/sda

Das Tool zeigt mir nun an, welche Platte an /dev/sda angeschlossen ist und dessen Temperatur.

Einstellungen für Festplatten mit hdparm

Mit diesem Programm können diverse Einstellungen für Festplatten festgelegt werden. Zum Beispiel kann man hier festlegen, wann eine Platte in den Standby geht. Um hdparm nutzen zu können, muss es erst installiert werden:

sudo apt-get install hdparm

Nun muss für die Festplatten noch die Konfigurationsdatei angepasst werden:

sudo nano /etc/hdparm.conf

Für die SSD unter /dev/sda werden wir keine Änderungen vornehmen, aber für die Platten für das RAID ab /dev/sdb werden wir einige Einstellungen machen. Also beginnt die Zeile mit dem Gerätenamen und den Optionen in geschweiften Klammern. Der Gerätename kann auch mehrere Geräte umfassen, zum Beispiel /dev/sd[bcd]. Hier würden die Einstellungen für /dev/sdb, /dev/sdc und /dev/sdd gelten.

/dev/sdb {
    spindown_time = 240
    write_cache = on
    }

Dieser Block konfiguriert die Festplatte /dev/sdb so, dass sie nach 20 Minuten Inaktivität in den Standby geht und der Festplatten Schreibcache aktiv ist. Wenn ihr später eine zweite Platte hinzufügt, braucht ihr keinen neuen Block, sondern könnt die Zeile /dev/sdb so anpassen: /dev/sd[bc] usw.

Bei spindown_time steht 240. Eigentlich wollte ich 30 Minuten eingestellt haben. Aber der Wert, den ich ergoogled hatte, funktionierte irgendwie nicht. Nach 45 Minuten war die Platte immer noch aktiv. Der Wert für 20 Minuten, 240, funktioniert hingegen.

Festplatten S.M.A.R.T.

Hier kann man die S.M.A.R.T.-Daten der Festplatte prüfen lassen und einen Test in regelmäßigen Abständen ausführen lassen. Zwar ist das nicht 100 prozentig garantiert, dass ein Fehler sich auch wirklich durch S.M.A.R.T. ankündigt, aber wenn eine Festplatte anfängt, Probleme zu machen, hätte man hier evtl. die Chance, das recht frühzeitig zu erkennen. Die S.M.A.R.T.-Überwachung ist bereits installiert und muss eigentlich nur noch konfiguriert werden:

sudo nano /etc/default/smartmontools

Hier gibt es eine Zeile, die auskommentiert ist, und dessen Nummernzeichen entfernt werden muss.

#start_smartd=yes

Dann startet S.M.A.R.T. auch mit dem Systemstart.

sudo nano /etc/smartd.conf

Das ist die Konfigurationsdatei für den Hintergrund-Dienst. Relativ weit oben findet ihr eine nicht auskommentierte Zeile, die mit „DEVICESCAN“ beginnt. Kommentiert diese Zeile mit einem Nummernzeichen aus und geht dann ganz nach unten in der Datei. Hier füge ich eine Konfigurationszeile für jede platte, die ich überwacht haben will ein. Eine der Platten für das RAID ist bereits im Server. Für diese Platte würde die Konfigurationszeile so aussehen:

/dev/sdb -a -d sat -n standby,10,q -S on -s (S/../../1/00|L/../01/./12) -m eure_mailadresse@gmx.de

Das testet die /dev/sdb Festplatte jeden Montag um 00:00 Uhr mit dem Schnelltest und jeden ersten Tag im Monat mit dem langen Selbsttest. Und bei Fehlern schickt es eine Mail.

Die Felder dieser Abfrage will ich aber denn doch mal kurz erklären. Als ich das das erste Mal gesehen habe, wusste ich damit überhaupt nichts anzufangen. Das gesamte Feld sieht so aus:

t/MM/TT/W/HH
  • t: Das kleine t am Anfang steht für den Test, der durchgeführt werden soll. Die Werte können L für Long, S für Short oder O für Offline lauten, in Großbuchstaben. Da gibt es glaube ich noch mehr Werte, aber die waren für mich uninteressant.
  • MM: Monat des Jahres, von 01 bis 12, immer in 2 Ziffern angegeben.
  • TT: Tag des Monats, von 01 bis 31, immer in 2 Ziffern angegeben.
  • W: Wochentag, 1, Montag, bis 7, Sonntag, immer in einer Ziffer angegeben.
  • HH: Stunden, immer in 2 Ziffern angegeben von 00 bis 23.

Will man 2 Argumente übergeben, wie z. B. einen kurzen Test jede Woche um 00:00 Uhr und einen langen Test jeden Monat um 12:00 Uhr, so packt man das alles in Klammern und trennt jedes Argument mit einem senkrechten Strich. Am PC erzeugt man das mit AltGR+Kleinerzeichen. Wie in meinem Beispiel angegeben, würde das Argument dann so aussehen:

-s (S/../../1/00|L/../01/./12)

Blöd ist halt nur, dass ihr diese Zeile für jede Platte einzeln eintragen müsst. So müsst ihr die Zeile für /dev/sdc wieder eintragen, wenn ihr eine 2. Platte für das RAID hinzufügt.

Für Details der Konfigurationsoptionen könnt ihr euch die Manpage zu SMARTD.conf ansehen.

Übrigens könnt ihr im Wiki Ubuntuusers.de mehr zu S.M.A.R.T. lesen.

Was kommt nun?

Fertig sind wir noch lange nicht, aber für’s erste wäre alles wichtige installiert und konfiguriert. Im nächsten Artikel will ich noch Samba konfigurieren, das ist der Dateiserver, so dass wir mit CIFS-Freigaben von Windows und anderen Programmen drauf zugreifen können.

Projekt Homeserver im Eigenbau 2: Die Hardware

Nun, nachdem ich mir also überlegt habe, was mein Server können soll, muss ich mir jetzt die Hardware zusammensuchen, auf dem das System installiert werden soll. Hierbei gibt es einiges zu beachten:

  • Er soll leise sein. Das bedeutet aber nicht, dass die Lautstärke die oberste Priorität hat. Also so leise wie nötig, aber auch lauter, wenn es nicht anders geht.
  • Er soll stromsparend sein. Natürlich, denn der Server wird 24 Stunden, 7 Tage die Woche laufen. Also müssen Komponenten ausgewählt werden, die möglichst sparsam arbeiten. Aber auch hier: Wenn die Leistung nötig ist, dann muss man halt auch mit einem gewissen Stromverbrauch leben.
  • Er soll lange halten. Klar, denn ich will ja nicht alle Nase lang neu bauen. Also muss ich zum Beispiel dafür sorgen, dass er gut belüftet werden kann. Denn was Rechner und Bauteile gar nicht mögen ist Hitze!
  • Er soll zwar klein sein, aber möglichst effektiv ausgenutzt werden können und erweiterbar sein. Fast schon zu viel verlangt, aber mit dem richtigen Gehäuse ist auch das durchaus machbar.
  • Er soll bezahlbar bleiben. Ja, sogar das ist machbar.

Ich werde im Folgenden also die ausgewählte Hardware beschreiben, dessen Preis angeben und warum ich mich gerade für dieses Bauteil entschieden habe. Allerdings könnte, und da muss sich jeder so seine eigenen Gedanken machen, mein Bauvorschlag einer sein, der zu euren Ansprüchen weniger passt. Ich hoffe aber, dass ihr von dem Prozess, die richtige Hardware zu finden, genug Informationen mitnehmen könnt, um euch selbst Gedanken für eure Anforderungen machen zu können. Auch würde ich mich darüber freuen, wenn ihr hier in den Kommentaren oder in der Mailingliste zu diesem Thema diskutiert oder eigene Vorschläge einbringt.

Also, dies ist dann der Server, den ich zusammengebaut habe:

Gehäuse Zalman Z11 Plus

Preis: 59,03 €

Hierbei handelt es sich um ein Midi-Tower-Gehäuse mit genügend 3,5″ und 5,25″ Einschüben. Den Spezifikationen nach ist das ein Gaming-Gehäuse. Warum ich mich dafür entschieden habe? Nun, weil ich faul bin. 🙂 Gaming-Gehäuse sind darauf optimiert, dass eine weißglühende Grafikkarte und ein übertakteter Prozessor darin laufen können, ohne dass sie den Hitzetot sterben. Kurz gesagt, diese Dinger haben schon eine ausgeklügelte Belüftung. So sind Lüfter für Festplattenschächte, Gehäuse Rück- und Oberseite schon installiert. Ich brauche also nicht noch extra Lüfter kaufen. Allerdings werde ich nur den hinteren 120 mm Lüfter und den vorderen anschließen. Das müsste für die Kühlung ausreichen. Wenn ich feststelle, dass es das nicht tut, kann ich die zusätzlichen Lüfter ja immer noch anschließen. Das Netzteil wird unten eingebaut, so dass es nicht noch unnötig die warme Abluft des Mainboards ansaugt und die Festplatten sind hier ebenfalls vibrationsgedämpft einbaubar. Zwar sollte die Lüftung nicht gerade geräuschlos sein, aber so schlimm ist das auch nicht. Zumal man die Lüfter über die Steuerung am Board noch langsamer laufen lassen kann.

Netzteil Be quiet! BN141 System Power 7 – 350 Watt

Preis: 39,89 €

Dieses Netzteil habe ich auch schon in einem Windows-PC eines Bekannten verbaut. Seinen kleineren Bruder, das 300 Watt Modell, habe ich in meinen Mediacenter-PC gebaut. Dieses hier habe ich für den Server vorgesehen, da es 2 getrennte 12V-Schinen hat. Das kommt zum Tragen, weil ich viele Platten in das System einbauen will. Es ist sehr effizient, also es verbrennt nicht nutzlos Strom. Dazu kommt, dass es extrem leise ist. Selbst der 120 mm Lüfter an der Unterseite macht so gut wie keine Geräusche und das Netzteil selbst wird so gut wie nicht warm.

Diverse Y-Kabel

Preis: 5,69 €

Zwar hat das Netzteil genug Leistung, aber viel zu wenig Stecker. Ich könnte niemals 8 Platten oder dergleichen daran anschließen. Also musste ich noch paar Y-Kabel kaufen, um die SATA-Stromanschlüsse und die 4-Pin-Molex-Anschlüsse zu vervielfachen. Paar habe ich hier schon zu hause, paar waren noch nötig. Da die Dinger zwischen 2 und 4 Euros je Stück kosten, ist das kaum der Rede wert.

Lian-Li EX-36B1 Festplattenkäfig

Preis: 30,79 €

Wie ich schon sagte, was ich am dringendsten brauche sind Festplatten! Das Gehäuse hat 4 ungenutzte 5,25″ Schächte. In 3 davon kommt dieser Festplattenkäfig rein. So kann ich 4 3,5″ Platten und 2 2,5″ Platten einbauen. Die SSD z. B. könnte man gut hier unterbringen, dann belegt die keinen wertvollen 3,5″ Platz im Gehäuse.

An diesem Käfig ist auch gleich ein 120 mm Lüfter angebracht, so dass die 4 Festplatten auch gut belüftet werden können. Außerdem ist davor ein waschbarer Staubfilter, so dass das Gehäuse nicht zum Staubparadies verkommt und später mal Probleme verursacht. Die Platten sind vibrationsgedämpft in den Käfig eingesetzt. Der Rahmen selbst wird noch mal mit Gummipuffern vom Gehäuse entkoppelt und überträgt seine eigenen Vibrationen nicht auf dieses. Das sollte den Geräuschpegel auf einem erträglichen Niveau halten.

Der einzige wirkliche Nachteil ist, dass man den ganzen Rahmen aus dem Gehäuse ausbauen muss, wenn man eine Festplatte hinzufügen oder ausbauen möchte. Anschließend müssen die Festplatten wieder korrekt angeschlossen werden, damit es keine Probleme mit dem RAID gibt.

SATA-Datenkabel

Preis: Gar nix 🙂

In den letzten 5 oder 6 Jahren ist bei jedem Kauf eines Boards ein Satz SATA-Kabel dabei gewesen. Längst nicht alle wurden auch gebraucht. Daher habe ich jetzt genug übrig, um 8 Platten anschließen zu können, und mit dem neuen Board sind ja wieder 2 dazu gekommen. Aber selbst wenn ihr keine haben solltet, die Dinger gibt es für knapp 1,70 € bis 3,50 € je Stück, oder auch Sätze mit 2 oder 4 Kabeln für um die 5 €.

SSD Sandisk SDSSDHP-064G-G25 64 GB

Preis: 44,12 €

Hierauf wird das System installiert. Außer dem Home-Verzeichnis des Benutzers kommt hier nichts drauf. Die SSD habe ich nicht ausgewählt, weil sie super schnell ist. Darum ging es mir hierbei gar nicht. Aber sie ist lautlos, wird nicht warm und verbraucht fast keinen Strom. Dadurch ist sie als Systemplatte sehr pflegeleicht.

Prozessor Intel Core I5 4590 mit 3,3 GHz

Preis: 177,36 €

Die Haswell-Prozessoren verbrauchen im Leerlauf fast gar nichts. Daher ist es fast egal, welchen Haswell ich nehme. Ich muss mich nur für eine Maximalleistung entscheiden. Ich habe mich für 3,3 GHz entschieden, weil das Preis-Leistungsverhälltnis für mich zum Zeitpunkt des Kaufs am besten passte. Der Unterschied zum 3,2 GHz Prozessor waren nur wenige Cent, der hätte 176,79 € gekostet. Außerdem ließe sich dieser noch leicht kühlen, selbst wenn er mit Vollast betrieben wird. Aber das wird eher weniger passieren, die meiste Zeit wird der Server Däumchen drehend darauf warten, dass ich was von ihm will. 🙂 Allerdings kann ich jetzt noch nicht absehen, welche aufgaben der Server noch aufgedrückt bekommt, daher wollte ich nicht zu klein kaufen.

Arbeitsspeicher Kingston HyperX PC3-12800 8GB

Preis: 81,85 €

Wahrscheinlich hätten 4GB auch gereicht, aber man bekommt ja fast nur noch 8GB-Kits. Und auch hier, wer weiß, wohin meine Anforderungen noch gehen.

Mainboard Asrock H87 Pro4

Preis: 73,90 €

Dieses Board passt zu Prozessor und Speicher. Ich habe mich für ein ATX-Board entschieden, anstatt eines kleineren Boards, weil dieses schon 6 SATA-Anschlüsse hat. Außerdem kann ich mit einer Erweiterungskarte weitere SATA-Ports nachrüsten. Wie ich schon sagte, ich brauche viele Platten…

Erweiterungskarte Assmann DS-30104-1 Digitus PCI-Express Karte für 4 weitere SATA-Ports

Preis: 47,22 €

Diese Karte ist nötig, um weitere 4 Festplatten anschließen zu können. Ein SATA-Anschluss am Board ist mit der SSD belegt, somit kann ich mit dieser Karte insgesamt noch 9 Festplatten ins Gehäuse einbauen. So viele werden es wohl nicht werden, aber es könnte sein. Besser, ich bin vorbereitet… Und gleich noch 2 SATA-Kabel, davon kann ich gar nicht genug haben… 🙂

Wichtig ist noch, dass diese Karte eine PCIE X4-Karte ist. Sie passt in die Steckplätze für PCIE X1 Karten nicht rein. Falls das Board keinen regelrechten PCIE X4 Steckplatz hat, muss man den PCIE X16 Steckplatz nutzen, der eigentlich für Grafikkarten gedacht ist. Da wir aber die OnBoard-Grafik nutzen, macht das nix, wenn wir den Platz mit dieser Karte belegen.

Grafikkarte?

Nein, die braucht’s nicht. Der Grafikkern ist, wenn ich das richtig gelesen habe, bei den neueren Prozessoren schon auf dem Chip. Und das Board hat DVI- und HDMI-Ausgänge, so dass ich einen Monitor anschließen kann. Zwar dürfte die Grafikkarte nicht unbedingt spieletauglich sein, aber das muss sie ja auch nicht. Reicht völlig, wenn sie eine Textkonsole oder minimale Grafik darstellen kann, und das kann sie allemal. Sie kann noch mehr, aber mehr ist für den Server nicht nötig.

Fazit

Es ist nicht der billigste Rechner geworden. Mit einem Preis von insgesamt 559,85 € für die Hardware ist es aber noch erträglich. Aber da sind jetzt noch keine Festplatten für das RAID enthalten, das ist jetzt nur der nackte Server selbst.

Wie ihr bemerkt haben dürftet, gibt es hier auch kein DVD-Laufwerk. Wozu auch? Es würde sowieso, wenn alles gut geht, nur ein mal gebraucht. Ich habe ein externes Laufwerk, falls mal eines nötig sein sollte. Da kann man sich die Ausgabe sparen. Und das Linux-System werde ich von einem USB-Stick installieren, weswegen nicht mal dafür ein Laufwerk nötig ist.

Im nächsten Teil werde ich also auf dem Server das Linux installieren und einige Grundkonfigurationen vornehmen. Zwar werde ich auch hier nicht bei Adam und Eva anfangen, aber ich werde versuchen, so viele Infos wie möglich zu geben, so dass ihr wisst, was da genau vor sich geht. Für Diejenigen also, die mit Linux vertraut sind, dürfte der nächste Teil also eher langweilig sein. Dennoch würde ich mich freuen, falls auch die mitlesen, denn falls ich was übersehen habe oder etwas auf einem anderen Wege einfacher zu erreichen ist, würde ich mich über diese Info sehr freuen.

Kleiner Nachtrag

Diesen Artikel habe ich immer dann ergänzt und bearbeitet, wenn ich ein Bauteil bestellt oder erhalten hatte. Das Gesamtkunstwerk steht erst jetzt vor mir. Und ich muss sagen, es gefällt mir.

Die im Gehäuse integrierten Lüfter sind in der Tat leise. Auch die blaue LED-Beleuchtung des vorderen Lüfters trägt nicht zu dick auf. Obwohl, wenn es nervt, kann ich den Lüfter immer noch austauschen. Der Lüfter des Lian-Li-Festplattenkäfigs hingegen ist nicht sehr leise. Man kann es aber ertragen, zumal der Server ja irgendwohin kommt, wo er nicht nervt, also nicht genau im Wohnzimmer neben meine Ohren… 🙂

Die SSD wird übrigens bei diesem Gehäuse hinter das Board gebaut. Zugegeben, das habe ich bisher auch noch nie gesehen, gefällt mir aber. Die SSD ist ja nun nicht gerade ein Bauteil, das schnell warm wird, und die Luft zirkuliert auch hinter dem Board noch genug. So bleiben alle anderen Schächte frei für platten.

Für alles gibt es Normen. Kurz gesagt, es gibt keinen Stecker, den man falsch anschließen kann. Die Stromanschlüsse haben Aussparungen oder abgewinkelte Ecken an einer Seite, der USB-3-Header auf dem Board hat einen Stecker mit einer kleinen Plastiknase, auch die Stecker des USB-2-Headers passen nicht falsch rum drauf, es fehlt ein Pin, und da wo der Pin fehlt, gibt es kein Loch im Stecker. Das einzige, wo sich irgendwie gar keiner Gedanken gemacht hat, sind die Anschlüsse des Gehäuses. Power-Knopf und -LED, HDD-LED, Reset-Knopf, alles kleine Steckerchen die sehr klein und sehr schmal sind. Am Board hat man dann einfach einen Block von Pins, auf die diese Steckerchen aufgesteckt werden müssen. Ehrlich, wer sich da mal einen Standardstecker ausdenkt, würde echt einen Entwicklerpreis verdienen. Das ist nämlich der Teil, der beim PC-Bauen bei mir am längsten dauert. Aber egal, auch das ist geschafft. Nun kann es mit der nächsten Stufe weitergehen.

Projekt Homeserver im Eigenbau 1: Einleitung und Vorüberlegungen

Ich habe lange überlegt, ob ich das mal versuchen sollte, einen eigenen Server zu bauen und zu installieren. Eine geraume Zeit hat mich aber die Fülle an Aufwand abgeschreckt, die damit verbunden ist. Zu bequem war es bisher, einfach ein fertiges NAS zu Hause hinzustellen und den Aufwand den Herstellern zu überlassen. Der einzige Aufwand, mit dem ich es zu tun haben wollte, waren die gelegentlichen Updates des Systems.

Seit einiger Zeit nun nutze ich ein QNAP TS-859 Pro+ NAS mit 8 Festplatten. Es war, für mich als jemand, der auf Screenreader angewiesen ist, nie wirklich leicht bedienbar. Aber mit jedem Update wurde es schlimmer. Und jetzt, seit der Version 4.0 oder aktuell mit 4.1.0, ist es nahezu unmöglich oder nur mit viel Rumprobieren machbar. Mit jedem Update kamen auch neue Funktionen hinzu, die ich an dem Teil nie gebraucht hatte, die aber die Bedienoberfläche nur noch unübersichtlicher gemacht haben. Pakete, die aktiv waren und das System verlangsamt haben, die ich nie brauchte, und und und. Nach jedem Update durfte ich dann die ganze Konfiguration durchsehen, ob sich z. B. die Musikstation nicht durch Zauberei wieder aktiviert hatte, obwohl ich das vorher deaktiviert hatte. Was mich aber am meisten stört, jedenfalls so mit der Zeit, dass mir nicht im Mindesten klar ist, was auf der Kiste wirklich passiert und welche Dienste da alles laufen.

Nun, auch das QNAP NAS läuft unter Linux, also dürfte es doch möglich sein, sich selbst so eine Kiste zu basteln. Klar, so hübsch, niedlich und klein wird der Eigenbau wohl kaum werden. Statt eines handlichen Würfels mit praktischen Festplatteneinschüben wird es wohl eher ein Tower-Gehäuse mit fest verbauten Platten werden. Aber ich will mit dem Ding ja auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. 🙂

Vorüberlegungen

Wenn ich mir also so einen Karton bauen möchte, was will ich denn, dass er kann? Bevor ich also daran gehen kann, Hardware auszusuchen, Überlegungen zum System anzustellen usw. muss ich mir erst mal darüber im Klaren sein.

Ich möchte eine Hardware zusammenstellen, die leise ist, aber nicht flüsterleise sein muss. Der Server soll schließlich hinterher nicht im Wohnzimmer stehen, sondern dort, wo er niemanden stört. Außerdem soll die Hardware möglichst stromsparend sein, aber nicht um jeden Preis. Das heißt, falls Leistung benötigt wird, dann muss ich halt mit einem gewissen Stromverbrauch leben. Aber ich muss halt darauf achten, dass ich das Teil nicht überdimensioniere. Zum Beispiel braucht das ding keine Gamer-Grafikkarte und keinen Quadcore mit 3,7 GHz. 🙂

Als Server soll er natürlich vorrangig als Dateiserver dienen. Ich habe einen sehr hohen Speicherbedarf. Nicht nur für mich selbst, sondern auch, weil meine Family oft mit SD-Karten mit gigabyteweisem HD-Material ankommt und will, dass ich das irgendwo bunkere. 🙂 Macht nix, die Videos will ich oft ja auch selbst haben und behalten, wie z. B. die Türkeivideos, die meine Mutter immer wieder mitbringt. Das heißt also, das Teil wird bis Oberkante Unterlippe mit Festplatten vollgestopft. Also ist auch RAID 5, mindestens, nötig. Auch mein MacBook sollte sein TimeMachine-Backup auf der Kiste machen können. Später kann man ja weitere Funktionen hinzufügen, wie z. B. Owncloud, DLNA-Server, oder was einem noch so in den Sinn kommt.

Allein diese Überlegungen machen eigentlich einige Dinge unausweichlich: Es muss ein Gehäuse her, das gut belüftbar ist, viele Platten aufnehmen kann und auch ein normalgroßes ATX-Mainboard fassen kann. Es muss ein Betriebssystem her, welches flexibel ist und viele Möglichkeiten bietet.

Und zu einigen Punkten habe ich auch schon konkrete Pläne. So wird z. B. das NAS unter Linux Debian 7.6.0 laufen. Das System selbst wird auf einer SSD installiert. Zum einen, damit ich das System von den Daten getrennt habe. So kann ich, falls ich es denn mal wollen würde, das System austauschen oder auch bei den Updates hat das Vorteile. Zum anderen verbraucht die SSD kaum Strom und ist geräuschlos. Nach dem, was ich bisher aus Wikis und Foren gelesen habe, ist es mir einfach zu kompliziert, Linux direkt auf dem Raid zu installieren. Das hätte auch noch ganz andere Nachteile, wie z. B. die Festplatten des RAID könnte ich so gut wie nicht mehr in den Standby schicken.

Auch über die restlichen Hardware-Komponenten habe ich mir schon so meine Gedanken gemacht. Gehäuse, Netzteil, Board, Arbeitsspeicher, Prozessor…

Im nächsten Teil wird die Hardware besprochen, die ich für den Server ausgesucht habe. Oder besser gesagt, ausgesucht haben werde… 🙂 Da geht es dann konkret um die Bauteile selbst, und vor allem, warum ich diese für den Server für empfohlen halte.

Wann der nächste Teil allerdings veröffentlicht wird, hängt davon ab, wann ich die Bauteile zusammen habe und wann ich dazu komme, diese auch zusammenzubauen. Diese Blogeinträge werden daher ziemlich unregelmäßig kommen und teils große Abstände haben.

Ich möchte aber noch eines betonen: Ich versuche, den Prozess der Planung und Installation so zu bloggen, dass er leicht nachvollzogen werden kann. Allerdings ist das schon ziemlich fortgeschrittenes Zeug, also nichts, wo man irgendwelche Häkchen in irgendwelchen Dialogen anklickt. Gerade am Server selbst wird viel mit Befehlszeilen gearbeitet oder Konfigurationsdateien editiert. Ich werde zwar die Schritte hier ausführlichst darstellen, aber ich kann auch nicht auf alle Aspekte eingehen. Zum Beispiel, wie man jetzt genau einen PC baut. Das sind dinge, die ich in einem Blogbeitrag nicht wirklich rüberbringen kann. Daher ist dieses Projekt evtl. nicht für jeden gleich gut geeignet.

Nur mal als Beispiel: Wenn ich aus dem QNAP eine Platte austauschen will, so ziehe ich diese einfach raus, warte bis das Ding piept, stecke die neue Platte ein und sehe zu, wie er die Daten rekonstruiert. Unter dem Selbstbau-Server wird das nicht ganz so einfach. Hier braucht es 2 Befehle über die Eingabeaufforderung, bevor ich die Platte rausnehmen kann und einen weiteren Befehl, nachdem ich die neue Platte eingebaut habe, bevor das Ding die Daten rekonstruiert.

Habt also bitte Verständnis dafür, dass ich nicht bei Adam und Eva anfangen kann. Fähigkeiten im Zusammenbau von Hardware und gewisse Kenntnisse im Umgang mit PCs im Allgemeinen muss ich also schon voraussetzen. Konkrete Dinge, wie z. B. die Arbeitsschritte, die in Linux selbst gemacht werden müssen, werde ich möglichst ausführlich beschreiben.

So weit für’s erste. Den nächsten Teil gibt es, wenn die Hardware zusammengestellt und zusammengebaut ist.