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Homeserver 32: Eine Backup-Lösung, nicht nur für Server

Ich bin begeistert! Seit einer Ewigkeit, lange vor dem Homeserver-Projekt schon, beschäftige ich mich damit, wie man wohl große Datenmengen zuverlässig sichert. Auch mit meinem NAS von QNAP hatte ich das Problem schon. Was also tun? Ein zweites, teures NAS, nur für ein Backup hinstellen? Ausgeschlossen! Das sprengt nicht nur jeden finanziellen Rahmen, sondern ist auch mit Atombomben auf Ameisen geworfen! Der Aufwand, das zweite NAS zu verwalten, ist viel zu hoch obendrein.

Die Lösung, die ich nun gefunden habe, taugt nicht nur für den Server, sondern für jedes Laufwerk. Auch euren lokalen Windows-Rechner könnt ihr so sichern. Alles, was es dazu braucht ist eine kostenlose Software und externe Festplatten.

Das Problem

Ob es nun ein NAS ist, welches ihr euer Eigen nennt, ein selbst gebauter Server, wie in meinem Fall, oder einfach nur eine Datenpartition eures Windows-Rechners, die Frage ist immer die gleiche: Wie sichere ich meine Daten. Bei einer recht kleinen Partition mag diese Frage ja noch einfach zu beantworten sein. Aber was tun, wenn der zu sichernde Datenbestand größer ist, als jede externe Platte, die ihr euch heutzutage kaufen könntet? Dann wird es schwierig, nicht wahr?

Bislang habe ich eine Bastellösung aus Robocopy und einem ziemlich komplexen Aufruf durch eine Batch-Datei gelöst. Dabei habe ich mich eines uralten Bekannten bedient, welcher mir schon zu DOS-Zeiten gute Dienste leistete, dem Archiv-Attribut. So habe ich Robocopy alle Dateien kopieren lassen, die das Archiv-Attribut hatten. Selbst kleinste Änderungen ließen sich so leicht sichern.

Der Vorteil dieser Methode war, sie funktionierte. Der Nachteil dieser Methode war, ich hatte hinterher keine Ahnung, welche Datei auf welcher Platte gelandet war. So konnte ich zwar das RAID in seiner Gesamtheit problemlos wiederherstellen, suchte ich aber eine bestimmte Datei, wurde es anstrengend… Wir reden hier immerhin schon über 7 einzelne externe Festplatten. Da macht Suchen echt keinen Spaß mehr…

Die Lösung

Wieder einmal durchsuchte ich frustriert das Web nach einer guten und brauchbaren Backuplösung, die wenig kostet und möglichst mit einfachen externen Platten zu realisieren ist. Und eher durch Zufall, in einem Nebensatz eines Forenbeitrags eingestreut, stolperte ich über eine Software. Beinahe hätte ich es übersehen, wer weiß, wie oft ich diese Software schon übersehen habe bei meinen Suchen bisher. Doch nun habe ich sie: AnyBackup. Die Software ist, zumindest größtenteils, mit Jaws bedienbar. Naja, eigentlich ist sie vollständig bedienbar, aber man muss teilweise mit dem Jaws-Cursor arbeiten, um zwischen den Listen hin und her zu wechseln, was etwas umständlich ist. Mit Braillezeile geht das auch.

Funktionsweise

AnyBackup arbeitet mit einer Datenbank im Hintergrund. Man fügt eine oder mehrere Quellen hinzu und eine oder mehrere Ziele. Hier mal ein Beispiel:

Mein RAID hat mehrere Freigaben, auf denen ich Daten hinterlasse. Die wichtigsten, von denen ich auch immer ein Backup haben will, sind meine Daten-Freigabe auf Laufwerksbuchstabe Z: und meine Webserver-Daten auf Buchstabe Y:. Die einzelnen Symbole in der Symbolleiste haben Text und sind mit Jaws daher gut zu lesen. Also suche ich aus der Symbolleiste das Symbol für „Hinzufügen“ aus und klicke dieses. Nun werde ich gefragt, ob ich ein Backup-Laufwerk oder ein Quell-Laufwerk hinzufügen möchte. Ich wähle Quell-Laufwerk und drücke Enter. In dem nun aufgehenden Dialog wähle ich das Netzlaufwerk Z: aus und drücke OK. Jetzt werde ich gefragt, ob ich das Laufwerk indexieren möchte, hier antworte ich natürlich mit „Ja“.

Nun liest AnyBackup alle vorhandenen Dateien auf Laufwerk Z ein und speichert sie in seiner Datenbank. Dies tue ich noch einmal für Laufwerk Y, so dass auch dessen Dateien nun in der Datenbank sind. Wir reden hier nur über die Dateinamen, Größen und Datumsangaben, nicht über die Dateiinhalte selbst. Nicht, dass ihr denkt, alle Dateien werden jetzt vollständig… 🙂

Ich sichere auf verschiedenen einzelnen externen Festplatten. Um dies zu tun, habe ich ein USB 3.0 Festplattendock, in das die Festplatten senkrecht reingestellt werden. So kann man die Platten leicht wechseln. Also stelle ich mal die erste Platte ins Dock und schalte es ein.

In AnyBackup Mache ich das gleiche, wie eben, nur dass ich diesmal Backup-Laufwerk auswähle. Es öffnet sich eine Liste der verfügbaren Laufwerke, ich suche mein externes Laufwerk, markiere mit der Leertaste das Kontrollkästchen und drücke Enter. Auch hier werde ich gefragt, ob ich das Laufwerk indexieren möchte, aber es ist ja leer. Daher ist es ziemlich egal, was ihr hier antwortet. Das gleiche mache ich jetzt mit allen verfügbaren externen Festplatten, die ich für das Backup nutzen möchte.

AnyBackup merkt sich den Laufwerksnamen und Volumeseriennummer. Wenn sich also dessen Laufwerksbuchstabe ändern sollte, spielt das für AnyBackup jetzt keine Rolle mehr, es würde die Platte trotzdem finden.

Backup

Wenn ich jetzt also den Befehl zum Sichern gebe, verlangt AnyBackup nach der ersten Platte, befüllt diese bis es wirklich nicht mehr geht, speichert sich den Inhalt der Platte in seiner Datenbank und verlangt dann die nächste Platte. Wurden im Quell-Laufwerk Dateien entfernt, so werden sie im nächsten Backup-Lauf auch vom Ziel entfernt.

Nie vergessen, vor dem Backup den Index der Quell-Laufwerke im Menü „Aktualisieren“ auffrischen. Jetzt kann man z. B. im Menü „Bearbeiten“ auch nachsehen, welche Dateien noch gesichert werden müssen.

Die Daten werden auf die verschiedenen externen Platten so verteilt, dass diese optimal ausgenutzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die einzelnen externen Platten unterschiedlich groß sind. AnyBackup kennt die Größe jedes Laufwerks und verteilt die Daten entsprechend.

Wiederherstellung

Nehmen wir an, mein RAID-Laufwerk Z wäre jetzt leer, könnte ja versehentlich alles gelöscht haben… 🙂 Jetzt lasse ich also das Quell-Laufwerk indexieren und lasse mir dann anzeigen, welche Dateien fehlen. Im Menü „Bearbeiten“ mit dem Punkt „Vorschau: Alte Dateien“. Wenn ich jetzt auf „Wiederherstellung“ gehe, werden alle auf dem Quell-Laufwerk fehlenden Dateien wiederhergestellt.

OK, aber das ist ja eher ein Szenario, das selten vorkommt. Viel häufiger wollt ihr eine ganz bestimmte Datei wiederherstellen. Entweder, weil sie weg ist, oder weil ihr sie bearbeitet habt und die alte Version doch die bessere Variante ist. Das geht über die Suchfunktion. Im Menü „Datei“ oder einfach über Strg+F.

Hier kann man den Suchbegriff eingeben, ob man in Quelle oder Ziel sucht. Klick man nun auf OK, so taucht das Ergebnis im unteren Fenster auf, in das man wieder mit Braillezeile oder Jaws-Cursor klicken muss. Man sucht nun die zu wiederherstellende Datei, simuliert einen Rechtsklick und wählt nun „Kopieren nach“ aus. Nun noch den Zielordner angeben, AnyBackup verlangt dann noch nach der richtigen Backup-Platte, fertig.

OK, nachdem man weiß, auf welcher Backup-Platte die betreffende Datei ist, kann man sie auch per Hand kopieren, ist wohl leichter. Die Dateien werden auf die Backup-Platten einfach nur kopiert, so dass man sie auch von dort per Explorer kopieren kann.

Wichtig: Macht, wenn möglich, keine Änderungen an den Backup-Platten per Hand. Möglicherweise bekommt das AnyBackup nicht mit und macht hinterher Fehler. Überlasst die Verwaltung der Platte AnyBackup.

Fazit

RAID ist kein Backup! Ein RAID schützt euch nur vor einem Festplattenausfall, nicht vor Datenverlust. Es ist also dennoch ein Backup nötig!

AnyBackup ist sicher nicht das bequemste Stück Software, vor allem, weil man mit viel Jaws-Cursor arbeiten muss. Aber es tut was es soll, und das sehr zuverlässig. Und es ist alle mal besser als meine Robocopy-Bastellösung!

Ihr könnt das Tool auch zum Sichern eurer lokalen Datenpartitionen nutzen. Es ist zwar zum Sichern gedacht, arbeitet aber, gerade wegen seiner Funktionsweise, auch gut als Synchronisationswerkzeug. Aber sein eigentliches Ziel ist es, große Datenmengen effektiv auf mehrere externe Festplatten zu verteilen.

Homeserver 16: Den Server als Time Machine Backupziel nutzen

Der Server hat eine riesengroße Festplatte, also warum nicht auch das TimeMachine-Backup darauf machen lassen? Zur Zeit wird mein TimeMachine-Backup auf meinem QNAP NAS gemacht. In diesem Artikel möchte ich also zwei Dinge tun, zum Einen TimeMachine auf dem Server installieren, zum Anderen meinen bisherigen Backupverlauf vom QNAP auf diesen Server übertragen. Das ist durchaus möglich. Ich habe Anleitungen im Netz gefunden, wie man Backups von einer TimeCapsule zu einer Anderen transferieren kann. Und auch wenn das Backup-Ziel QNAP oder Selbstbauserver heißt, es simuliert letztlich doch nur eine TimeCapsule. Vielleicht klappt es ja…

Vorbereitungen

Zunächst einmal muss auf dem RAID ein Verzeichnis angelegt werden, in dem das TimeMachine sein Backup speichert. Ich befinde mich bereits im Hauptverzeichnis /raid1.

sudo mkdir timemachine
sudo chown -c -R kamil:kamil timemachine

Somit wurde das Verzeichnis unter /raid1/timemachine erstellt und das Eigentum an mich übertragen.

Nun muss noch das Paket installiert werden, welches das AFP-Protokoll spricht, welches der Mac benötigt.

sudo apt-get install netatalk

Damit TimeMachine funktioniert, muss es noch konfiguriert werden. Dazu muss die Datei /etc/netatalk/AppleVolumes.default editiert werden.

sudo nano /etc/netatalk/AppleVolumes.default

Nun muss ganz unten an die Datei folgende Zeile hinzugefügt werden:

/raid1/timemachine "TimeMachine" allow:kamil options:usedots,upriv,tm cnidscheme:dbd volsizelimit:500000

Alle Optionen habe ich auch nicht verstanden. Nur das Erste ist der Pfad zu dem Verzeichnis, wo das Backup angelegt werden soll. Danach, in Anführungszeichen, der Name, wie es erscheinen soll. Der Parameter Allow bestimmt einen User, für den das TimeMachine angezeigt werden soll, hier solltet ihr einen User eintragen, der auch an eurem Mac eingerichtet ist. Der letzte Wert legt die Größe des TimeMachine-Backuplaufwerks fest. Ich habe zwar nur 500 Megabyte angegeben, aber für meinen Fall reicht das dicke. Die meisten Daten habe ich sowieso auf dem NAS und dem Mac gleichzeitig, da muss es nicht auch noch im TimeMachine-Backup vorhanden sein. Daher sind meine Backups immer recht klein.

Nun starten wir mal den Service neu.

sudo service netatalk restart

Unglaublich, aber auf der Server-Seite war es das schon! 🙂 Von jetzt geht es am Mac weiter.

TimeMachine auf dem Mac Konfigurieren

Das Laufwerk des Servers für die TimeMachine-Backups auszuwählen läuft auch nicht anders, als jede andere TimeCapsule oder QNAP NAS als Backup-Ziel auszuwählen.

Ich habe meine Anleitung übrigens von dieser Seite, wo noch beschrieben wird, dass im Terminal was eingegeben werden muss, damit Mac OS den Server sieht. Er hat das dort mit Mavericks gemacht, ich habe bereits Yosemite installiert. Es scheint hier nicht weiter nötig zu sein, im Terminal was einzugeben, der Server wird sofort gesehen.

Ich werde jetzt im nächsten Schritt nicht nur das TimeMachine-Backup auf dem Mac konfigurieren, sondern auch den bisherigen Backupverlauf auf den neuen Server zu ziehen versuchen.

Server als TimeMachine auswählen

Damit mein MacBook sein TimeMachine-Backup auf dem Server machen kann, müssen wir das Laufwerk dafür festlegen. Hierzu gehe ich mit der Tastenkombination VO+MM in den Statusbereich und wandere mit VO+Pfeil-rechts zu TimeMachine. Mit VO+Leertaste öffne ich das Menü und gehe auf „Systemeinstellung Time Machine öffnen“.

In diesem Dialog suche ich mir die Taste „Volume wechseln“ und aktiviere diese. Nun dauert es eine kleine Weile, bis die einzelnen, über das Netzwerk erreichbaren, TimeMachine-Laufwerke angezeigt werden. Ich wähle „TimeMachine auf Server01“ aus. Die Option, das Backup zu verschlüsseln, kann jeder so setzen, wie er mag. Anschließend gehe ich auf den Schalter „Volume verwenden“ und aktiviere diesen.

Es öffnet sich nun ein Fenster, wo ihr nach Benutzernamen und Passwort gefragt werdet. Ich gebe hier die Daten an, die ich auch zum Anmelden auf den Server benötige.

Wenn ihr einen komplett neuen Backupsatz anfangen wollt, und keinen älteren Backupsatz von einer TimeCapsule oder NAS kopieren wollt, war es das schon. Euer Mac wird in Zukunft seine Backups auf dem neuen Server durchführen.

Backupsatz vom QNAP NAS übernehmen

Nun beginnt ein Sekundenzähler zu zählen, nachdem das erste Backup erstellt wird. Ich warte ab, bis das Backup anfängt, und tatsächlich auch Daten übertragen werden. Das ist wichtig, damit auf dem Server die entsprechenden Strukturen erstellt werden.

Der Status ist im Fenster der TimeMachine-Einstellungen direkt über der Taste „Volume wechseln“ zu sehen. Zuerst steht da, „Backup Volume suchen“, anschließend „Backup vorbereiten“. Sobald der Status zu „Backup erstellen“ wechselt, und tatsächlich Daten kopiert werden, gehe ich auf die Schaltfläche „Stopp“ darüber und breche das Backup ab. Anschließend suche ich mir die Taste „Aus“, um die automatischen Backups abzuschalten.

Warum das alles?

Jetzt sind auf dem Server die Strukturen erstellt, damit die Freigabe „TimeMachine“ tatsächlich auch als TimeMachine fungieren kann. Die automatischen Backups habe ich ausgeschaltet, da während des Kopiervorganges des alten Backups vom QNAP-NAS auf gar keinen Fall ein weiteres Backup angelegt werden darf!

Backupverlauf vom QNAP übernehmen

Als ich die Anleitung gelesen hatte, erschien mir das ziemlich kompliziert. Jetzt, wo ich vor dem Mac sitze und das ausprobiere, wirkt das gar nicht mehr so komplex. Hier mal die Schritte:

Ich öffne irgendein Finder-Fenster, zum Beispiel das Home-Verzeichnis mit Befehl+Shift+H. Nun stoppe ich die Interaktion mit der Listenansicht und gehe mit VO+Pfeil-links zur Seitenleiste. Mit dieser interagiere ich.

Relativ weit unten befindet sich eine Freigabe, die sich „QNAP – Timemachine“ nennt. Je nach dem, wie ihr euer QNAP NAS benannt habt, könnte es auch etwas anders heißen. Jedenfalls navigiere ich mit VO+Pfeil-rechts dort hin, drücke VO+Leertaste und beende die Interaktion mit der Seitenleiste. Wenn ich jetzt mit VO+Pfeil-rechts wandere, komme ich auf eine Taste, die sich „Verbinden als“ nennt, die drücke ich mit VO+Leertaste.

Nun öffnet sich ein Fenster, in das ich Benutzernamen und Kennwort eingeben soll. Bei QNAP ist der Benutzer für die TimeMachine „timemachine“. In das Passwort-Feld tragt ihr das Kennwort ein, welches ihr auf der QNAP-Oberfläche für die TimeMachine festgelegt habt. Anschließend drückt ihr einfach Enter. Nun sollte in der Listenansicht „TMBackup“ erscheinen. Das ist ein Ordner, den wir mit Befehl+Pfeil-runter öffnen. Damit haben wir es gemounted, so dass er als Symbol auf dem Desktop zu sehen ist.

Das Gleiche müssen wir jetzt noch mit server01 machen, um uns auch mit dessen TimeMachine zu verbinden. Ich gehe also wieder in die Seitenleiste, interagiere damit, und suche „server01“. Hier drücke ich wieder VO+Leertaste, stoppe die Interaktion mit der Seitenleiste und gehe wieder zum Schalter „Verbinden als“. Das Kennwort und der Benutzername sind die gleichen Daten, mit denen ich mich auf dem Server anmelde. Hier befinden sich dann sogar zwei Ordner, wobei mich aber nur der Ordner „TimeMachine“ interessiert. Auch hier gehe ich mit Befehl+Pfeil-runter rein. Auch dieses Verzeichnis ist nun mit einem Symbol auf meinem Schreibtisch vertreten.

Laut eines englischen Support-Artikels von Apple sollte es also ausreichen, wenn ich das eine Volume auf das andere kopiere, also mache ich das doch mal…

Ich gehe also auf das Volume „TMBackup Volume“ und öffne es mit Befehl+O. Hierin befindet sich eine Sparsebundle-Datei, die je nach dem Namen eures MacBooks anders heißen kann. Diese copiere ich mit Befehl+C. Nun kann ich dieses Fenster mit Befehl+W wieder schließen.

Anschließend gehe ich auf das „TimeMachine Volume“ und öffne es mit Befehl+O. Hier setze ich das Sparsebundle mit Befehl+V ein.

Der Kopiervorgang startet. Je nach Größe des alten Backups kann es eine sehr lange Zeit dauern, bis die Daten kopiert sind.

Wenn das Kopieren beendet ist, schließe ich die Finder-Fenster, die noch offen sind, und werfe beide Volumes, TMBackup und TimeMachine mit Befehl+e aus.

Funktionalität überprüfen

Oh man, 8 Stunden, wieso habe ich das MacBook nicht mit einem Kabel ans Netz gehängt? Naja, nu is es passiert, und das Kopieren war erst mal erfolgreich. Aber funktioniert es denn nun auch? Das werden wir jetzt überprüfen.

Wiederherstellungsumgebung

Was nutzt uns das beste Backup, wenn wir unseren Mac nach einem Totalausfall nicht von der Recovery-Umgebung aus wiederherstellen können? Um sicherzugehen, dass unser Server das Backup auch über die Recovery-Umgebung wiederherstellen kann, gehen wir mal kurz da rein. Ich werde das Backup nicht wiederherstellen, ich will nur sehen, ob ich den Server ansprechen und die Liste der Backups angezeigt bekomme.

Um dies zu tun, müssen wir den Mac im Recovery-Modus starten. Geht mit VO+M in die Menüzeile, dort auf das Apple-Menü, hier weit unten auf Neustart. Der Mac fährt jetzt runter. Wenn er neu startet, ertönt der Mac-Einschaltton. Sobald ihr den hört, drückt ihr Befehl+r für eine ganze Weile, so um die 15 Sekunden sollten ausreichen. Da man nicht wirklich hören kann, wann die Recovery-Umgebung gestartet ist, warte ich immer so um die 1 Minute, dann drücke ich Befehl+F5, um VoiceOver zu starten.

Nun stehe ich in einer Tabelle, aus der ich eine ganze Reihe von Optionen auswählen kann. Die oberste Option ist „Aus Time Machine Backup wiederherstellen“. Das will ich ja gerade sehen, ob das geht. Also gehe ich mit VO+rechts auf „Fortfahren button“ und drücke VO+Leertaste. Das sich nun öffnende Informationsfenster übergehe ich, indem ich wieder auf „Fortfahren“ gehe und mit VO+Leertaste aktiviere.

Nun öffnet sich ein Fenster, in dem ich das Backup-Laufwerk auswählen kann. Angeboten werden mir die TimeMachine auf meinem server01 und TMBackup auf meinem QNAP NAS. Ich wähle TimeMachine auf server01. Anschließend gehe ich mit VO+rechts auf die Schaltfläche „Verbinden“ und aktiviere diese. Es öffnet sich ein Fenster, in dem ich Benutzername und Passwort meines Benutzers auf dem Server eingebe und Enter drücke.

Es kann nun in der Tat eine ganze Weile dauern, bis das Dienstprogramm den Server nach den Backups durchsucht. Bei mir hat es fast 2 Minuten gedauert, also nicht gleich ungeduldig werden. Jedenfalls hat sich dann ein Fenster geöffnet, aus dem ich das Backup auswählen soll. Bei mir ist es „Kamils MacBook Pro auf TimeMachine“. Dann gehe ich wieder auf die Schaltfläche „Fortfahren“.

Jetzt öffnet sich in der Tat eine Liste meiner Backups. Das neueste, von heute Morgen um 06:15 Uhr, steht dabei ganz oben.

Weiter werde ich hier nicht gehen. Es ist klar, dass mein Mac die Backups findet und auch wiederherstellen würde, wenn ich jetzt weiter auf „Fortfahren“ ginge. Das will ich ja nicht, ich wollte nur sehen, ob die Backups gefunden werden. Also schließe ich die Wiederherstellung mit Befehl+q. Auch die Recovery-Umgebung beende ich mit Befehl+q und bestätige die Abfrage zum Neustart.

Backup-Integrität prüfen

Nun will ich noch schnell prüfen, ob das Backup auch wirklich in Ordnung ist. Dass es da ist und auch angezeigt wird, heißt ja noch nicht, dass der Kopiervorgang auch wirklich sauber durchgelaufen ist. In regelmäßigen Abständen macht Mac OS X diese Prüfung automatisch, aber ich kann sie auch manuell anstoßen.

Mit VO+MM gehe ich in den Statusbereich und bewege mich mit VO+Rechts zu „Time Machine“. Mit VO+Leertaste öffne ich das Menü und gehe mit Pfeil runter auf „Backup jetzt erstellen“. Ich will ja kein Backup erstellen, daher drücke ich auch nicht Enter. Aber wenn ich jetzt die Wahltaste drücke, ändert sich der Befehl in „Backups überprüfen“. Genau das will ich, daher drücke ich Wahl+Enter. Die Überprüfung beginnt, und ich warte ab, ob es mir Fehler meldet. Dieser Vorgang kann auch eine ganze Weile dauern. Im Statusmenü für Time Machine kann man immer sehen, wie weit er schon ist.

Fazit

Die Überprüfung war erfolgreich, somit hat Einrichtung und Kopieren geklappt. Der Server ist nun mein TimeMachine-Backupziel. Daher stelle ich die automatische Sicherung in den Systemeinstellungen für Time Machine auch wieder auf ein.

Zuvor jedoch mache ich, nur um sicher zu gehen, ein manuelles Backup. Hierbei kann es passieren, dass ein Fenster aufgeht, welches euch darüber informiert, dass sich die Identität des Backup-Volumes geändert hat. Dies ist ja auch klar, wir haben es ja von einem anderen Server hier her kopiert. Daher ignoriere ich die Warnung und gehe auf die Schaltfläche „Dieses Volume verwenden“. Anschließend dauert es eine Weile, bis das Backup beginnt, da Time Machine es erst noch neu indizieren muss.

Eine Aufgabe weniger, die mein QNAP erledigen muss. Um genau zu sein, noch habe ich auf den Server nicht alle Daten kopiert. Wenn das aber passiert ist, wird das QNAP NAS nicht mehr gebraucht. Ich weiß noch nicht, was ich dann damit mache. Wahrscheinlich benutze ich es dann nur noch, um meine Daten zu sichern, wie ich schon sagte, ein Backup haben ist dreiviertel der Miete. 🙂

Podcast Nr. 57: Mac-Einstieg 11 – Backup und Wiederherstellung mit Time Machine

Wenn die Festplatte kaputt ist, freut man sich, wenn man ein Backup hat. Damit kann man sein MacBook oder anderen Mac leicht wiederherstellen. In dieser Episode zeige ich euch, wie man so ein Backup mit Time Machine anlegt und sein System daraus wiederherstellt.

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