Fragen zum Umstieg auf Mac

#1

Hallo Leute, bitte Euch um Info und Rat!

Bin vollblinder PC-User seit 1986 und leide immer mehr am Auseinanderdriften von Windows, Anwenderprogrammen und Screenreadern. Höre, dass es mit Mac besser laufen soll, weil der Screenreader im System implimentiert ist usw.

Bin Buchautor, dessen Arbeit an Manuskripten mit den naturgem. astronomisch vielen Textänderungen in MS Word nach Win 98 immer problematischer wurde, je neuer die Maschinen und Windowsversionen seinmussten.

Auch die ewigen Programm-Updates im Leben mit dem Internet sollen in Mac weniger Probleme verursachen - d.h. weniger sehende Hilfe erfordern, was mich glücklich machen würde. Stimmt das? Das wär ja super!

Falls Ihr mir den Umstieg empfehlt: Bin viel unterwegs und fände das kleine MacBook Air vorteilhaft. Da frage ich mich aber, ob Prozessor- und Arbeitsspeicherleistung für meinen Bedarf nicht doch etwas schwach sein könnten.

Noch etwas: Habe mir schon einige Podcasts zum Umstieg auf Mac angehört, frage mich aber, inwieweit diese vermutlich noch auf OSX Lyion basierenden Anleitungen auf Maverick umlegbar sind; und zwar bei Konfiguration des Rechners und sonstiger Operation.

Danke für Interesse und Geduld und wünsche Euch einen schönen Tag.

Helmut Stradal
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#2

Hi Helmut!

Die Podcasts, die ich für den Mac-Umstieg gemacht habe, sind auf Mavericks immer noch anwendbar. Das ist ja das schöne am Mac, die Oberfläche selbst ändert sich immer nur minimal. Es könnte sein, dass die Eine oder Andere Einstellung hinzugekommen ist, oder woanders hingewandert ist, aber die grundsätzliche Bedienung hat sich nicht geändert. Hast du anhand der Podcasts das Prinzip also verstanden, die ja auf Lion gemacht wurden, dann kannst du auch Mavericks bedienen.

Man sollte die Prozessorleistung eines MacBook Air nicht unterschätzen. Die Dinger haben schon ganz schön was drauf. Und wenn ich das richtig verstanden habe, machst du überwiegend Textverarbeitung? Da wirst du damit nie Probleme haben. Ich würde damit jetzt nicht versuchen, ein Video zu konvertieren, aber für Office, Internet und Kommunikation reicht das Air dicke. Auch eine virtuelle Maschine mit einem Windows darin kannst du drauf gut laufen lassen.

Hinsichtlich deiner Ansprüche an die Textverarbeitung kann ich dir keine definitive Antwort geben. Zwar ist unter Mavericks die Textverarbeitung Pages sehr zugänglich geworden, und mit dieser sind auch viele Dinge machbar, aber ob genau das geht, was du dir erhoffst, weiß ich leider nicht. Im Zweifel würde ich mal zu einem Apple Store gehen, und die Mitarbeiter dort löchern. Wenn man sich dort einen Termin geben lässt, kannst du dort auch an einem Mac Pages ausprobieren und so besser sehen, ob es deine Wünsche erfüllt.

Und zu deiner Frage, ob man alles alleine machen kann, kann ich nur ein definitives Ja sagen. Installation, Wiederherstellung, Partitionierung, eigentlich alles, kann man ohne sehende Hilfe machen. Mir ist am Mac jetzt, was das Betriebssystem betrifft, keine Gelegenheit bekannt, wo ich sehende Hilfe gebraucht hätte.

Gruß!
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#3

Hallo,

was dein Autorendasein angeht, wäre es wichtig zu erfahren, was für Texte du schreibst. Bei Sachtexten hab ich nicht so viel Erfahrung, würde aber tendenziell zu Pages oder Nisus Writer tendieren. Brauchst du auch Tabellen, kommt aktuell ausschließlich Pages in Frage.

Schreibst du Texte ohne Tabellen, kann ich dir noch Scrivener empfehlen. Dieses Programm ist speziell für Autoren gemacht und am Mac mit VoiceOver sehr gut zugänglich. Tabellen gehen da auch nicht, aber die Entwickler sind ausgesprochen freundlich und zuvorkommend, sodass sich eine Anfrage da sicher lohnt. Ich hab da jedenfalls schon Erfolg gehabt und ein Feature wurde noch mal komplett neu programmiert, um die Barrierefreiheit sicherzustellen.

VG Brillenschlange
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#4

Hi, Brillenschlange,
danke! Ich schreibe tatsächlich nur laufende Texte. Tabellen unnötig. Überarbeite derzeit mein Buch, erstellt in MS Word. Und da habe ich gehört, dass Pages alles dot per dot genau übernimmt, was mir für mein physisches Buchvolumen sehr wichtig ist. Wenn die programme, die Du noch empfohlen hast, das auch tun, sind sie sicher interessant. Welche Spezialität hätte Scrivener? Nur zur Information wegen meines Leidens auf PC: Alle sonst so renomierten Sprachausgaben machen Fehler, die dem Autor die Sprachmelodie falsch zurückgeben. Ausgenommen das uralte Hal, welches in der Supernova implimentiert ist. Es ist zwar klanglich den anderen nicht ebenbürtig, für einen Autor aber ideal. Das Problem ist nur, dass die Supernova so furchtbar in das Windows-System eingreift, dass eine Datei mit 1,5 Mega durch die irrsinnig vielen Korrekturen und Veränderungen Dir die Hölleauf Erden macht. Einmal zwischenspeichern, und Du kannst Dich zurücklehnen, bis das Ding den Cursor wieder an Ort und Stelle hat. Das erhoffe ich mir bei Mac anders, zumal er übrigens auch nur eine Sprachausgabe bietet, die eine inhaltsadäquate Sprechweise hat.
Danke nochmals und Grüße,
Helmut
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#5

Hallo Helmut,

wenn dein Text schon fertig ist, könntest du tatsächlich einfach Pages nutzen. Scrivener ist eher dafür gedacht, Texte bei der Entstehung zu begleiten. Jetzt alles auszuführen, würde den Rahmen hier sprengen, aber man kann alles ablegen, was man für einen Text braucht, also Recherchematerial, Notizen und Ideen, und außerdem natürlich das Manuskript. Man kann wahlweise einen Fließtext schreiben oder diesen in einzelne Szenen teilen und diese einzeln oder am Stück anzeigen lassen. Man kann Überarbeitungen markieren und hinterher schauen, ob man sie übernimmt oder noch mal verändert. Man kann Schlüsselwörter zu den einzelnen Textabschnitten hinzufügen, Kommentare und Fußnoten machen und vieles mehr.

Das Programm ist nicht primär als Textverarbeitung gedacht, sondern als Schreibprogramm, das beim Entstehungsprozess für Organisation sorgen kann, wenn man das möchte. Für das Format steht ein Export-Dialog zur Verfügung, in dem man alles genau einstellen kann, wie man es braucht (z. B. Normseitenformatierung). Man muss sich etwas in Scrivener einarbeiten, aber es lohnt sich. Mehr findest du auf http://www.literatureandlatte.com

Wenn der Text aber schon fertig ist, kann man getrost auch einfach einen normalen Texteditor wählen. Ob wirklich alles übernommen wird, kann ich nicht beantworten, halte es aber erfahrungsgemäß für unwahrscheinlich. Es gibt da immer mal Schwierigkeiten, je nachdem, um was genau es sich handelt.

Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit sind nicht zu erwarten. Das Problem, das du beschreibst, kannte ich unter Jaws auch.

Ich denke, ein Macumstieg sollte auf jeden Fall gut bedacht und nicht nur von einer Sache abhängig gemacht werden. Aber vermutlich hast du das auch nicht vor.

VG BS
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#6

Cool, nach so was habe ich gesucht. Mit so einem Werkzeug ließen sich Stories leichter entwickeln und in Szenen, respektive in Kapitel unterteilen. Da lässt sich viel schneller im Text was ändern, anstatt dass man durch 30 Seiten blättert um die richtige Stelle zu finden, die man bearbeiten wollte. Denke, damit werde ich mich mal beschäftigen.

Gruß!
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#7

Nice! Habe einen Apfel-Fleger-Podcast zu Scrivener gefunden. OK, ich habe erst einen Teil des Podcasts gehört, aber ich weiß jetzt schon, das ich das haben will!

Unter Windows habe ich so was verzweifelt gesucht. Es gibt da auch einiges, aber nichts davon ist mit Jaws bedienbar. Aber gerade wenn ich komplexere Sachen versuche zu schreiben, verlaufe ich mich in meinem Ordnern mit Charakter-Beschreibungen, manchmal schreibe ich Handlungsstränge, die viel später relevant werden, dann alles sortieren und sich wieder verlaufen... Das hat dazu geführt, dass ich 3 interessante Stories hier liegen habe, zu denen ich nach einer Weile einfach keine Lust mehr hatte. Wurde mir zu unübersichtlich und kompliziert.

Ich denke, ich hör mir morgen mal den Podcast vollständig an, und dann beschaffe ich mir die Software mal. Vielleicht kriege ich ja damit was auf die Reihe. :-) Was ich bisher gehört habe, ist genau das, was ich haben will. Charakter-Steckbriefe, Kapitel, Szenen, vielleicht sogar noch nachträglich sortierbar, ... Macht vor allem dann Sinn, wenn man mehrere parallele Handlungsstränge hat, die sich am Ende treffen sollen. So kann man jeden Handlungsstrang separat schreiben und dann durch Kapitelsorttierung in eine logische Abfolge bringen.

Gruß!
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#8

So, Podcast fertig gehört. Wenn man etwas sucht, dann findet man nix. Denkt man nicht mehr dran, fällt es einem per Zufall vor die Nase! Die 39,99 Euro für Scrivener sind definitiv ihr Geld wert. Vielleicht kriege ich aus meinen angefangenen Projekten ja noch was gerettet.

Gruß!
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#9

Hallo Brillenschlange und Donkamillo,
da Brillenschlange weiblich, zuerst gegrüßt - muss ja aber auch nicht zutreffen. Wie auch immer....

Nun auch Entschuldigung für meine späte Antwort auf Deine umfangreiche Arbeit, Brillenschlange. Bin erst jetzt darauf gestoßen, weil ich davon ausging, immer ein Mail zu erhalten, wenn eine Antwort da ist. Was Du und Donkamillo zu Scrivener gewchrieben habt, ist vermutlich auch für mich wichtig, falls ich doch noch zu einem weiteren Projekt komme.

Habe nun aber eine Frage zu einer ganz saublöden Situation. Nämlich zur Wiederherstellung der Werkseinstellungen meines Macbooks MB 866, 13 Zoll, Retina. Da bin ich nämlich über etwas gestolpert.

Abweichung von Deinem Gerät, das Du in Deinem Podcast zum Umstieg auf Mac heranzogst. Meine Frau (sehend, aber nicht super auf Computer) hat genau dasselbe, das Du beschreibst. Mein obgenanntes reagiert aber doch nicht mehr wie Letzeres. Gleich nach dem Erststart kam mit der Frage nach der Anwedersprache auch das Angebot zur Nutzung von Voiceover, was ich annahm. Nachdem ich mir aber den ersten Teil mit der Tastenbeschreibung anhörte, lief es nicht mehr so richtig nach Podcast. Wollte nach der ersten Konfigtour doch selbst einiges über den Umgang mit Voiceover abfragen und finde mit bestem Willen überhaupt nichts mehr an Grundinfos für den Voiceover-Anfänger; auch mit Hilfe meiner Frau nicht das Geringste.

Nun möchte ich das Ding nochmals auf Werkeinstellung zurücksetzen, um nochmals zu sehen, wo und wie ich das Voiceover-Tutorial finden kann. Aber auch das ist nicht mehr ersichtlich. Beim Rechner meiner Frau (demselben wie in Deinem Podcast) haben wir das noch locker geschafft. bei meinem kann ich an Suchbegirffen alles von Reset bis Wiederherstellung und Werks- oder Originaleinstellung eingeben und werde abgeblitzt.

Wenn Ihr Beide oder sonst jemand was über die Jungfraumachung eines derzeitigen Macbooks wisst - nun, da würde ich schon mal einen Luftsprung machen.

LG, Helmut
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#10

Hi Helmut!

Unter diesen Begriffen wirst du bei MacBooks auch nicht viel finden. Das Stichwort hier heißt Neuinstallation oder Recovery-Assistent.

Mach mal mit deinem MacBook einen Neustart. Und wenn du diese Neustart-Pling-Melodie hörst, drück mal Befehl+R für eine Weile. Warte dann etwa eine Minute und drücke dann Befehl+F5 um VoiceOver zu starten. Nun bist du im Wiederherstellungsassistenten, wo du diverse Optionen auswählen kannst. Wähle hier OS X neu installieren. Dann solltest du die Schaltfläche Fortfahren anklicken, und du müsstest dann im Assistenten zur Neuinstallation von Mac OS X sein.

Vielleicht ist das aber auch nicht wirklich nötig. Mach mal ein neues Thema auf und versuche mal, dein Problem so genau wie möglich zu beschreiben. Vielleicht finden wir den Haken auch so.

Gruß!
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